Universität Erfurt

Evangelische Theologie / Kulturgeschichte des Christentums

Kurzporträt

"Das religiöse Unterfutter der Moderne ist mein Metier"

Prof. Dr. Anselm Schubert übernimmt Lehrstuhl für Evangelische Theologie

Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Anselm Schubert

Nein, ein Fan von Helge Schneider wird er bestimmt nicht mehr.  Auch wenn er – wie der Komiker – aus Mülheim an der Ruhr kommt. Dafür ist Prof. Dr. Anselm Schubert auf dem besten Weg, ein Fan von Erfurt zu werden. Seit dem 1. Oktober ist er jetzt hier – um mit Beginn des Wintersemesters 2010/11 den Lehrstuhl für „Evangelische Theologie / Kulturgeschichte des Christentums“ an der Philosophischen Fakultät der Universität Erfurt zu übernehmen. Und sagt jetzt schon: „Erfurt ist gut zu uns!“ Da hat einfach alles gestimmt. Von Anfang an. Ein einzigartiger Lehrstuhl an der Universität, eine fantastische Stelle für die Frau, ein Platz in der favorisierten Kindertagesstätte für die zwei Jahre alten Zwillinge, eine Wohnung, in der sich die Familie nicht nur richtig wohlfühlen kann, sondern auch noch in bester Nachbarschaft zu Kollegen der Universität lebt – was will man mehr? „Erfurt ist wirklich ein Glücksgriff, dafür haben wir unsere alte Heimat Berlin ohne Wehmut aufgeben können“, sagt Anselm Schubert. Die neue Stelle hier sei nicht nur in ihrer Struktur einzigartig, sondern auch genau das, was er sich immer gewünscht habe.

„Hier kann ich als Theologe meinen kulturhistorischen Neigungen nachgehen.“ Heißt: Als Theologe inmitten hervorragender Religionswissenschaftler in der Philosophischen Fakultät, im Martin-Luther-Institut und in unmittelbarer Nachbarschaft der Katholisch-Theologischen Fakultät bietet sich dem 41-Jährigen an der Uni Erfurt eine Vielfalt und Struktur, die ihresgleichen sucht. „Und dann sind da ja auch noch die Forschungsbibliothek Gotha, an der ich für meine Arbeit alles finde, was ich brauche, und noch dazu eine Reihe von Kollegen, die ich bereits aus früherer Zusammenarbeit kannte. Das ist eine Kombination, die ich nirgends sonst bekommen könnte.“ Und deshalb stürzt sich Schubert auch gleich in die Arbeit. Kirchengeschichte ist sein Ding. Die Geschichte des Christentums. Die kulturelle Konstruktion von Religion in der Frühen Neuzeit: Reformation und Aufklärung. „Wenn Sie so wollen: Das religiöse Unterfutter der Moderne. Das ist mein Metier“, sagt Schubert und lacht. 

Wie es dazu kam? Studium der evangelischen Theologie in Marburg, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Diakonie, zwei weitere Jahre evangelische Theologie in Tübingen und ein Jahr Durham, England. „Irgendwie war aber klar, dass ich kein Pfarrer werden wollte“, sagt Anselm Schubert, „also habe ich auf das Lehramt Deutsch und Religion fürs Gymnasium umgesattelt und bin dann in der Uni hängengeblieben.“ 1997 Staatsexamen in Bayern und dann: „Das Ende der Sünde“. So nämlich lautete der Titel seiner Promotion an der LMU München. Es folgte eine Assistentenstelle in Göttingen, wo Schubert zur radikalen Reformation habilitierte und als Heisenberg-Stipendiat der DFG zur Geschichte des 19. Jahrhunderts arbeitete. Schubert: „Und nun bin ich hier. In Erfurt. Und bin sehr angetan davon, wie herzlich ich hier empfangen wurde“. Und wenn er gerade nicht lehrt oder forscht? „Dann widme ich mich meiner Familie. Und ich will schauen, dass ich mein Fechttraining wieder aufnehmen kann. Sportfechten, versteht sich. Keine schlagende Verbindung oder so etwas.“ Na dann: Allez!

CAMPUS, Die Zeitung der Universität (Heft 4 / 2010)

Claudia Behnke, letzte Änderung: 18.03.2016

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