Universität Erfurt

Schul- und Grundschulpädagogik

Forschung

Am Lehrstuhl für Schul- und Grundschulpädagogik werden grundlagentheoretische und anwendungsorientierte Forschungsprojekte durchgeführt. Die grundlagentheoretischen Projekte stehen im Zusammenhang mit der Entwicklung einer allgemeinen Unterrichtstheorie. Sie sind in modernen Sprach- und Kommunikationstheorien verankert und befassen sich vor allem mit der Analyse und Darstellung der Lehrer-Schüler-Interaktion und spezifischen didaktischen Funktionen unterrichtlicher Sprachmuster. Weitere grundlagentheoretische Forschungen fallen in das Gebiet der empirischen Wissenschaftsforschung. In diesen Projekten wird die „disziplinäre“ Entwicklung der Schulpädagogik – etwa am Beispiel der Geschichte des Unterrichtsbegriffs – analysiert. Die anwendungsorientierten Projekte betreffen die universitäre Lehrerbildung und die Lehrerfortbildung. Im Zentrum steht die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Theorie und Praxis verknüpfenden Programmen zum effektiven Unterrichten. Darüber hinaus werden Feldstudien an Schulen zu typischen Unterrichtspraktiken und spezifischen Lernarrangements durchgeführt.

Projekte

Methodentraining für effektives Unterrichten (BMBF-Projekt im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung") – 2016 bis 2019

Das Methodentraining für effektives Unterrichten ist ein Verbundprojekt der Fachgebiete „Schul- und Grundschulpädagogik“, „Fachdidaktik Musik“ und „Fachdidaktik Deutsch“. Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung hochschuldidaktischer Maßnahmen zur Theorie-Praxis-Integration im Bereich unterrichtsmethodischen Handelns. Es soll ein für fachdidaktische Spezifikationen offenes Trainingsprogramm entwickelt werden, das sich auf die Vermittlung von sprachlichen Fähigkeiten für die Kommunikation mit Schülern in Unterrichtssituationen konzentriert, in denen Prozesse des Begriffslernens und Problemlösens (indirekte Instruktion) unterstützt werden sollen (siehe Erfurt School of Education: QUALITEACH).

Zentrale Begriffe der Schulpädagogik in pädagogischen Nachschlagewerken (DFG-Projekt) – 2013 bis 2016

Das Projekt ist in der empirischen Wissenschaftsforschung angesiedelt. Es schließt an die von 2008 bis 2009 durchgeführte Untersuchung zu Darstellungen des Unterrichtsbegriffs in pädagogischen Nachschlagewerken an. Wie im Fall des Vorgängerprojekts geht es um die Frage der disziplinären Entwicklung der Schulpädagogik. Anhand der Analyse von  Verwendungsweisen zentraler schulpädagogischer Begriffe in pädagogischen Nachschlagewerken – es handelt sich um die Begriffe Schule, Didaktik, Unterrichtsmethode und Lehrplan/Curriculum – soll geprüft werden, ob und in welchem Ausmaß es der Schulpädagogik bisher gelungen ist, ihre zentralen Begriffe aus traditionellen, der Praxis der Lehrerbildung verpflichteten, Verwendungsweisen herauszulösen, im Kontext wissenschaftlicher Forschungen und Theorien zu verankern und sich dadurch als wissenschaftliche Teildisziplin der Erziehungswissenschaft zu konstituieren.  

Methodentraining in der Lehrerbildung und Lehrerfortbildung - seit 2009

Im Zentrum des Programms stehen so genannte "effective teaching methods" (Borich, 2004; Arends, 2007), also Unterrichtsmethoden, die sich in der Forschung gegenüber traditionellen Verfahren der Unterrichtsgestaltung als relativ effektiv erwiesen haben. Gegenüber herkömmlichen Trainingsansätzen, insbesondere dem Ansatz des Microteaching, besteht der innovative Gehalt des Programms darin, dass nicht einzelne oder komplexe Fähigkeiten, die für die Unterrichtstätigkeit im Allgemeinen von Bedeutung sind, trainiert werden, sondern spezifische Unterrichtsmethoden. Weiterhin ist das Programm innovativ hinsichtlich seiner unterrichtstheoretischen Grundlagen. Es wird davon ausgegangen, dass Unterricht ein Sprachspiel  ist und dass sich Unterrichtsmethoden als typische Zugkombinationen in einem solchen Spiel realisieren lassen. "Effective teaching methods" können auf dieser Theoriebasis als typische Skripts für sprachliches Handeln im Unterricht präzisiert werden. Wichtige Bestandteile des Trainings sind die Analyse und Entwicklung solcher Skripts sowie ihre Ausführung in Probe- und Ernstsituationen.

Der Unterrichtsbegriff in pädagogischen Nachschlagewerken (DFG-Projekt) - 2008 bis 2009

In diesem, in der empirischen Wissenchaftsforschung zu verortenden Projekt, geht es um die Frage, wie die Schulpädagogik einen ihrer zentralen Begriffe, den Begriff des Unterrichts, seit 1949 bestimmt und nach der Verlagerung nahezu der gesamten Lehrerbildung an die Universitäten sowie unter dem Einfluss der "realistischen Wende" weiterentwickelt hat. Für die Beantwortung dieser Frage werden Beiträge zum Stichwort Unterricht in pädagogischen Nachschlagewerken analysiert. Im Zentrum der Analyse stehen Definitionen des Unterrichtsbegriffs und dazugehörigen Erklärungseinheiten, die im Hinblick auf Eindeutigkeit, Klarheit und Theoriehaltigkeit untersucht werden sollen. Ziel des Projekts ist es nachzuzeichnen, ob und in welchem Ausmaß es der Schulpädagogik bisher gelungen ist, einen ihrer zentralen Begriffe aus traditionellen, der Praxis der Lehrerbildung verpflichteten, Verwendungsweisen herauszulösen, im Kontext wissenschaftlicher Forschung und Theorien zu verankern und sich dadurch als wissenschaftliche Teildisziplin der Erziehungswissenschaft zu konstituieren.

Studierverhalten von Studierenden der Lehrämter und des Diplom Studienganges Erziehungswissenschaften - 2005 bis 2007

Das Projekt bestand aus einer quantitativen und einer qualitativen Explorationsstudie. In der quantitativen Studie wurden vor allem zeitliche Merkmale des Studierverhaltens (Besuch von Lehrveranstaltungen, Vor- und Nachbereitungszeiten, Berufstätigkeit etc.) und Personenmerkmale bei Studierenden der Lehrämter und Studierenden der Erziehungswissenschaften an einer großen Universität erhoben, ausgewertet und mit entsprechenden Daten des HIS-Hannover zu Studierenden anderer Studiengänge verglichen. Bei den qualitativen Untersuchungen handelt es sich um Befragungsstudien bei Studierenden in den neuen BA- und MA-Studiengängen zu Studienzeitaufwendungen und Motiven für unterschiedliche Zeitinvestitionen bei verschiedenen Lehrangeboten. Die Ergebnisse beider Teilstudien sind publiziert in: Lüders/Eisenacher/Pleßmann 2006 und Lüders/Eisenacher 2007.

Manfred Lüders, letzte Änderung: 30.08.2016

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