Universität Erfurt

Professur für Strukturanalyse moderner Gesellschaften

Promotionsprojekt Jens Reifenröther

Die Privatisierung von Sicherheit in Deutschland, Russland und Polen. Eine komparative Analyse

Die Privatisierung von Sicherheit ist ein globales Phänomen und hat weit reichende Ursachen innerhalb der jeweiligen Gesellschaften. Das Unvermögen von Staaten, Gewaltmonopole zu organisieren, bspw. in ehemaligen Kolonialländern, der Zusammenbruch der kommunistischen Systeme und die damit einhergehende massive Privatisierung von Eigentum und die Entlassung von staatlichen Sicherheitskräften, der Sparzwang in westlichen Industrie- und Wohlfahrtsstaaten, hohe Kriminalitätsbelastungsraten und erweiterte Bedrohungslagen sind nur einige Gründe für das weltweite Florieren der privaten Sicherheitsbranche.

Während das Bewachungsgewerbe in Deutschland bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand, stellen Private Sicherheitsunternehmen in den postsozialistischen Ländern ein relativ neues Phänomen dar. Der Übergang von der sozialistischen Staatsökonomie zum Kapitalismus zog hier eine massive Veränderung der staatlichen Sicherheitsarchitektur nach sich. Private Sicherheit entstand in Russland und Polen gleichzeitig mit der Privatisierungswelle und der Einführung des Marktes in den nationalen Ökonomien.

Historisch gesehen ist die Entstehung von kapitalistischen Märkten in den westlichen Ländern mit der Gewaltmonopolisierung einhergegangen. Im Unterschied dazu ist die Entstehung der kapitalistischen Wirtschaft in den postsozialistischen Staaten charakterisiert durch eine rasche Dezentralisierung und einer Zerstreuung der Machtmittel.

Das Ziel der Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen staatlichem Handeln und der Expansion von Privater Sicherheit aufzuzeigen. Hierbei soll komparativ untersucht werden, welche Faktoren in den drei Ländern zu einem Anwachsen der privaten Sicherheitsbranche geführt haben.

zum Autor

Jens Reifenröther studierte Soziologie, Politische Wissenschaft und Neuere Geschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie Journalismus und Politische Wissenschaft an der Universität Warschau und Internationale Beziehungen an der Staatlichen Universität St. Petersburg. Daneben absolvierte er Praktika im Bundestag, im Europäischen Parlament, in einer politischen Stiftung in Moskau sowie in den Bereichen Marketing und Journalismus.

Seit Dezember 2007 ist Jens Reifenröther Doktorand bei Prof. Dr. Frank Ettrich, Lehrstuhl Strukturanalyse moderner Gesellschaften der Universität Erfurt.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Analyse von Akteuren und Prozessen der privaten Sicherheitsproduktion sowie der staatlichen Sicherheitsbereitstellung.

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