Forschung

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Der Lehrstuhl für "Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europäische Integration" ist in Lehre und Forschung auf dem Gebiet des Staats- und Verwaltungsrechts als auch des Völker- und Europarechts tätig. Das Staatsrecht wird dabei nicht nur unter den traditionellen Aspekten des Staatsorganisationsrechts und der Grundrechte betrachtet; vielmehr werden das institutionelle Gefüge des Grundgesetzes und die grundrechtliche Dogmatik als Elemente des Mehrebenensystems der Europäischen Union untersucht. Hier liegt die wohl stärkste Klammerwirkung zwischen dem Staats- und dem Europarecht. Damit mündet dieser Ansatz zugleich in eine verstärkte Auseinandersetzung mit Fragen der Rechtsvergleichung, der Allgemeinen Staatslehre und der Staatswissenschaften.

Die europäische Integration ist durch die wissenschaftliche Begleitung der Entstehung des Europäischen Verfassungsvertrags zum Gegenstand einer intensiven Forschungstätigkeit des Lehrstuhls geworden. Institutionell verfestigt ist sie auch durch die seit 2004 im Deutsch-Italienischen Zentrum der Villa Vigoni (Loveno di Menaggio – Lago di Como) jährlich ausgerichtete Summer School für europäische Doktoranden der Rechts- und Sozialwissenschaften auf dem Gebiet des „European Public Law“.

Als Themenschwerpunkte wurden bisher behandelt:

  • 2004 The Treaty establishing a Constitution for Europe
  • 2005 The Economic and Social Constitution of the European Union
  • 2006 The Principles of Equal Opportunities and Non-Discrimination in European Law
  • 2007 The Rule of Law in Europe
  • 2008 The principle of democracy and citizens' rights in the European Union

Im Völkerrecht als zweiter Säule des internationalen öffentlichen Rechts steht - der interdisziplinären Ausrichtung der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt entsprechend - neben dem institutionellen und dem humanitären Völkerrecht das Wirtschaftsvölkerecht (GATT, WTO, internationale Währungsfragen) im Vordergrund. Hier wie auch im Europarecht soll der Austausch und die Kooperation in Lehre und Forschung mit den Wirtschafts- und Politikwissenschaftlern gefördert werden.

Das Verwaltungsrecht ist unter klassischen dogmatischen Gesichtspunkten vor allem in seinem allgemeinen Teil von Bedeutung, wird aber zugleich auch mit Blick auf seine Überlagerung durch das europäische Verwaltungsrecht sowie die Entwicklungen des Telekommunikations- und des Energierechts analysiert.

Eine Verschränkung der Rechts-, Sozial und Wirtschaftswissenschaften erfolgt im engen Austausch mit Praktikern der Politik, der Wirtschaft und der Verwaltung im Staatswissenschaftlichen Forum e.V.Jährlich wird hier ein Thema grundsätzlicher und aktueller Bedeutung im Rahmen einer Tagung behandelt:

  • 2002 Wissen schafft Beschäftigung - Bildung und Wirtschaft im Dialog
  • 2003 Zur Lage des deutschen Föderalismus
  • 2004 Neujustierung Aufbau Ost
  • 2005 Der Umbau des Sozialstaats zwischen Freiheitlichkeit und Solidarität
  • 2006 Bildung, Umwelt und Finanzen im Bundesstaat (Podiumsdiskussion)
  • 2007 Vom Bitt- und Beschwerderecht zum Konfliktmanagement im Staat-Bürger-Verhältnis Internationale Konferenz zu den Potentialen eines neuen Petitionsrecht
  • 2008 Die Organisation der Universität
  • 2009 Sicherheit als nationale und europäische Aufgabe
  • 2012 Die „Fiskalunion“ – Voraussetzungen einer Vertiefung der politischen Integration im Währungsraum der Europäischen Union
  • 2014 Unternehmer- und Bürgerforum zum Transatlantischen Freihandelsabkommen EU-USA (TTIP) (in Kooperation mit der IHK Erfurt)
  • 2015 Die Zukunft der Hochschulen im internationalen Wettbewerb (in Vorbereitung)

Die Ergebnisse werden in der vom Lehrstuhl initiierten Schriftenreihe "Neue Staatswissenschaften"im Verlag Mohr Siebeck veröffentlicht.