Johannes Schmoldt

johannes.schmoldt@uni-erfurt.de

Dissertationsprojekt:
„Urteilskraft als politikwissenschaftliche Kategorie. Der Beitrag von Politikwissenschaft und politischer Bildung zur politischen Urteilsbildung“


Die Krise der Demokratie ist eine Krise der politischen Urteilskraft. Bürgern misstrauen den Entscheidungen politischer Verantwortungsträger, souveränen Wahlentscheidungen wird die „Richtigkeit“ abgesprochen, Wähler und Gewählte sehen sich unausgewogen in der medialen Berichterstattung dargestellt. Vielfach wird in öffentlichen Debatten das „postfaktische Zeitalter“ beschworen.
Diese Zeitdiagnose konfrontiert die Politikwissenschaft mit ihrem Verhältnis zur politischen Bildung und damit ihrem normativen Kern: der Erziehung zur Urteilskraft. Das Dissertationsvorhaben rekurriert auf konzeptuelle Überlegungen der frühen deutschen Politikwissenschaft nach 1945 und will den Begriff der Urteilskraft als zentralen Begriff für die Politikwissenschaft fruchtbar machen. Im Rahmen des Dissertationsprojekts soll vor einer ideengeschichtlichen wie praktischen Folie gezeigt werden, worin der spezifische Beitrag der Politikwissenschaft, zur Förderung einer politischen Bildung mit dem Ziel der „Erziehung zur Urteilskraft“, besteht.


Studium / wissenschaftliche und berufliche Tätigkeit

seit 10/2018   
Doktorand an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt bei Prof. Dr. Andreas Anter (Lehrstuhl für politische Bildung); Stipendiat in der Promotionsförderung
der Hanns-Seidel-Stiftung/München

10/2016 – 09/2018    
Masterstudium Philosophie und Politikwissenschaft an der Technischen Universität Dortmund (Master of Arts)

03/2017 – 03/2018   
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Politikwissenschaft des Instituts für Philosophie und Politikwissenschaft der TU Dortmund (Prof. Dr. Christoph Schuck)

10/2016 – 12/2016    
Wissenschaftliche Hilfskraft am Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung e.V./Freiburg (Biografie-Projekt zu Arnold Bergstraesser (Fritz-Thyssen-Stiftung) von Prof. Dr. Günther Behrmann (Potsdam) und Prof. Dr. Dieter Oberndörfer (Rostock)

04/2016 – 10/2016    
Freier Mitarbeiter bei MDR Thüringen - Das Radio im Landesfunkhaus Thüringen/Erfurt

10/2013 – 09/2016    
Bachelorstudium: Staatswissenschaften/Sozialwissenschaften und Management an der Universität Erfurt (Bachelor of Arts)


Wissenschaftliche Vorträge

Das Wissen der Urteilskraft. Politisches Handeln und Entscheiden im Spannungsfeld von Erfahrung und Evidenz. Frühjahrstagung der Sektion Politische Soziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS). 17. Juli 2020. Online-Tagung.  

Redefähigkeit als Lernziel? Zur rhetorischen Dimension politischer Urteilsfähigkeit im Rahmen von Demokratieerziehung in der politikwissenschaftlichen Lehre. Fünfte Jahrestagung des Arbeitskreises Hochschullehre in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), 18. Februar 2020, Berlin.

„Harte Bretter, dicke Wände“: Das kleine Bohr-ABC der Demokratie. 5. Erfurter Science Slam. 20. November 2019, www.youtube.com/watch;

Die Rhetorik als Sprache der Politik oder: „Der Kampf ums Heißen“ als Problem der Politikwissenschaft. DGfP-Graduiertenkonferenz im Rahmen der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP), Akademie für Politische Bildung Tutzing, 12. Juli 2019.

Normativ, vielfältig, vergessen? – Ideen der Freiburger Schule. Vortrag im Forschungskolloquium der Professur Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Chemnitz, 27. Juni 2017.

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2020. Philosophie und Praxis der Rhetorik. Universität Erfurt (zusammen mit Prof. Dr. Heinrich Niehues-Pröbsting)

Wintersemester 2019/2020. Politik beurteilen, aber wie? Theorie und Praxis der Urteilsbildung. Universität Erfurt.

Wintersemester 2017/2018. Tutorium zur Vorlesung „Einführung in die Politikwissenschaft“ (Prof. Dr. Christoph Schuck/Dr. Kathrin Rucktäschel), TU Dortmund, 2 Sitzungen pro Woche).