Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Brigitte Benz: Doktorandin DFG-Projekt

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Forschungsprojekt

Trauer- und Gedenkfeiern nach Großkatastrophen in säkularer Gesellschaft unter kirchlicher Beteiligung. Eine liturgiewissenschaftliche Studie.

 

Seit einigen Jahren begegnen in Deutschland in wachsender Zahl Trauer- und Gedenkfeiern nach Großkatastrophen, sogenannte Disaster Rituals. Sie werden anlassbezogen vorbereitet, variieren entsprechend in Gestalt, Ort und Aussage, sind in unterschiedlicher Weise mit Religionen und Weltanschauungen verbunden und stellen eine neue Feierform dar. Diese Feiern waren bisher kein Gegenstand systematischer Forschung innerhalb der katholischen Theologie, obwohl dies aufgrund ihrer hohen gesellschaftlichen Wirkung dringend erforderlich ist. Das vorliegende Promotionsprojekt will sich aus liturgiewissenschaftlicher Sicht diesen Disaster Rituals zuwenden. Dabei gilt das Interesse in erster Linie den Feiern und Ritualen des Trauerns und Gedenkens als komplexem Handlungsgeschehen nach dem Amoklauf im Erfurter Gutenberg-Gymnasium im Jahre 2002. Das Totengedenken unmittelbar nach dem tragischen Geschehen und die seit zehn Jahren praktizierten jährlichen Trauerfeiern werden als paradigmatisch für die Rolle der christlichen Kirchen innerhalb von Disaster Rituals, öffentlichen Trauer- und Gedenkfeiern nach Katastrophen, verstanden. Es soll gefragt werden, ob und wie hier bisher liturgiewissenschaftliche Überlegungen bei der Gestaltung eine Rolle spielten. Es wird auch nach der theologischen Konzeption solcher Feiern in säkularisierter Gesellschaft und den anthropologischen, liturgietheologischen und ekklesiologischen Implikationen gefragt werden. Von dieser Analyse ausgehend wird der Versuch der Entwicklung einer liturgiewissenschaftlichen Systematik unternommen, welche immer wieder an solche Feiern angelegt werden kann. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den Umstand gerichtet werden, dass bei den sogenannten Disaster Rituals oft ein großer Anteil an Nichtchristen beteiligt ist. Hier gilt das Interesse der Frage, wie sich dies aus theologischer Sicht auf die Gestaltung der Feier auswirken muss. Dabei werden gerade auch Fragen der Verständlichkeit von Symbolen und Sprache eine Rolle spielen. Die sich aus diesen Überlegungen ergebenden Konsequenzen sollen dann soweit dies möglich ist in die zu erarbeitende Systematik einbezogen werden.

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