Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Marlen Bunzel: Doktorandin

Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Postfach 90 02 21

99105 Erfurt

Forschungsprojekt

Zum Beziehungsraum zwischen Ijob und Gott. Eine Wortfeldanalyse in Ijoberzählung und Ijobreden

Gegenstand des geplanten Forschungsprojektes ist der Beziehungsraum, der in der narrativen Rahmenhandlung des Ijobbuches sowie in den Reden Ijobs zwischen Ijob und Gott aufgebaut wird. Der Zugang zu diesem Thema wird zum einen über die (konstellative) Anthropologie, zum anderen über die Arbeit mit der Kategorie des Raumes erfolgen.
Dabei wird das Ermitteln der verschiedenen Wortfeldebenen eine Interpretationshilfe für die Konstituierung des Beziehungsraumes zwischen Ijob und Gott schaffen.
Folgende Fragen sollen dabei geklärt werden: Wie sieht Ijobs Gottesbeziehung vor den Schicksalsschlägen aus, und wie ist sie am Ende des Buches zu beschreiben? Wo ist sein Gott, der ihn bisher in einem geschützten und gesegneten Raum hat leben lassen, und ihn nun aus scheinbar unerfindlichen Gründen aus diesem Schutzraum gestoßen hat? Hat er ihn überhaupt aus dem geschützten Raum gestoßen? Wie verändert sich darauf hin Ijobs Beziehung zu Gott? Wie verändern sich die Räume? Steht der Zerfall seines Leibes in Wechselwirkung zu seiner Gottesbeziehung? Und schließlich: Wie bietet das Ijobbuch dem Leser die Metapher des Raumes als Bild für die Gottesbeziehung Ijobs an?
In der Person Ijobs kann nachvollziehbar werden, dass der alttestamentliche Mensch ganz selbstverständlich aus der Gestaltung eines Beziehungsraumes zu Gott lebt – was in unserer säkular gewordenen Welt alles andere als selbstverständlich ist. Während der Lebensraum des alttestamentlichen Menschen, in dem Gott immer schon anwesend ist, niemals verlassen wird, stellt es heute selbst für Christen eine Schwierigkeit dar, in einen Beziehungsraum zu Gott „hereinzukommen“. Der heutige Leser des Ijobbuches kann mit Ijob in einen Beziehungsraum zu Gott eintreten. Auf diese Weise soll insbesondere Christen in der Diaspora sowie Nichtchristen die existentielle Bedeutung der biblischen Texte – exemplarisch anhand des Ijobtextes – vermittelt werden, die unseren Kulturkreis bleibend prägen.

Nach oben

Navigation

Werkzeugkiste

Nutzermenü und Sprachwahl