Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Sarah Fischer: Doktorandin

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Forschungsprojekt

„Der Liebe Raum schaffen“ - Raum-anthropologische Untersuchungen zum Hohenlied in kanonischer-intertextueller Perspektive zu Spr 7

Die Frage danach, wie jeder Einzelne ein glückliches und gelingendes Leben führen, wie er sogar heute schon ein Leben wie im Paradies erfahren kann, bestimmt das Denken unzähliger Menschen auf dieser Welt. Im Pluralismus der heutigen Zeit gibt es allerdings zugleich fast ebenso viele Organisationen, Institutionen, Religionen oder Weltanschauungen, die versprechen, Antworten auf diese Frage geben zu können. Spirituelle Selbsterfahrungen, Luxusgüter, Sport oder die eigene Gesundheit sollen dann oft Mittel sein, um ein solches Leben zu erreichen.

In diesem Dissertationsvorhaben sollen Antworten auf diese Frage allerdings an einem ganz anderen Ort gesucht werden. Es soll ihr in christlicher Perspektive nachgegangen und mit Blick auf das Alte Testament ein Angebot in der heutigen pluralen Welt herausgearbeitet werden. So scheinen in alttestamentlichen Texten Weisheit und Liebe auf je eigene Weise einen Raum für gelingendes und schöpfungsgemäß geordnetes Leben zu eröffnen oder gar den Zustand des Paradiesesraumes wieder aufleuchten zu lassen.
Dieses Dissertationsvorhaben soll sich im Rahmen des Fachbereiches der Exegese und Theologie des Alten Testaments mit der Bedeutung von Weisheit und Liebe in alttestamentlichen Texten beschäftigen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen muss zu diesem Zweck die alttestamentliche Weisheitsliteratur stehen. Das Hohelied, welches das Thema Liebe in den Mittelpunkt stellt, und das Buch der Sprichwörter (vor allem Spr 1-9), das die Weisheit ausführlich thematisiert, werden beide zur Weisheitsliteratur gezählt und weisen zudem aufgrund der Verfasserzuschreibung an Salomo einen engeren Bezug auf. Ein starker intertextueller Zusammenhang wird in Spr 7 zu den Paralleltexten Hld 2; 3; 5; 8 deutlich und soll ausführlich untersucht werden. Zusammen mit Spr 8,22-31 werden weiterhin die Verweise beider Bücher in Gen 1-3, den Anfang der Urgeschichte, aufgearbeitet.
Dass „Raum schaffen“ und „Grenzen überwinden“ räumliche Denkfiguren darstellen, verweist bereits auf den methodischen Zugang dieser Dissertation, bei welchem im Zuge des Spatial Turn in den Kulturwissenschaften der Fokus auf die Untersuchung der Konstruktion der Kategorie Raum in diesen alttestamentlichen Texten gelegt werden soll.

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