Universität Erfurt

Theologisches Forschungskolleg

Wissenschaftliches Programm

Das Theologische Forschungskolleg befasst sich mit Transformationsprozessen von Christentum und Kirche in europäischen Kontexten. Es geht von tiefgreifenden Veränderungsprozessen aus, die das Profil des christlichen Glaubens und seiner Praxis sowie der kirchlichen Institutionen in kurzer Zeit weiter gravierend verändern werden. Das Forschungskolleg untersucht wissenschaftlich verschiedene Aspekte dieser Prozesse, entwirft theologisch verantwortbare Modelle für die Zukunft von Glaube und Kirche und begleitet die Entwicklung beider konstruktiv und kritisch.

Das generelle Interesse, das die verschiedenen Projekte im Kolleg teilen, gilt den Aufgaben, Herausforderungen und Perspektiven des Christentums in einer stark säkularisierten Gesellschaft. Sowohl einzelne Ausprägungen des christlichen Glaubens als auch die Institution Kirche verändern sich mit ihrem kulturell-gesellschaftlichen Umfeld:

  • Um die heutige Situation von Glaube und Kirche verstehen zu können, arbeitet das Forschungskolleg historisch wie gegenwartsbezogen.
  • Die Gottesfrage wird neu und anders gestellt in einer pluralen Gesellschaft, die viele Deutungen von Geschichte und Leben bereit hält und die Möglichkeit der „säkularen Option“ eröffnet.
  • In einer pluralen, stark säkularisierten Gesellschaft sind Ort und Aufgabe akademischer Theologie neu zu bestimmen.
  • Jenes Modell von Kirche, das stark hierarchisch strukturiert ist und auf eine örtlich-pfarrliche Struktur setzt, befindet sich deutlich in der Krise, damit auch überkommene Ausprägungen der Ekklesiologie.
  • Die Liturgie, das kirchliche Handeln mit Ritualen, muss mehr und mehr auch für Menschen offenstehen, die wenig oder gar nicht mit religiösen Traditionen vertraut sind, und muss sich in neuen, kirchlich ungewohnten Lebenssituationen bewähren.
  • Interkulturelle und ökumenische Erfahrungen der Kirchen und der akademischen Theologien eröffnen Perspektiven einer zeitgemäßen Entwicklung.

Von besonderem Interesse sind spezifische Konfliktlagen sowie ihre Lösungen im (religions-) politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext.

Theologinnen und Theologen aus verschiedenen Disziplinen forschen gemeinsam an den beschriebenen und ähnlichen Fragestellungen. Sie arbeiten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus anderen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen zusammen.  Die Kooperation mit Partnerinstitutionen in Mittelost- und Westeuropa weitet den Blick auf die eigenen Fragestellungen und bindet Erkenntnisse aus anderen wissenschaftlichen Zusammenhängen ein.

Das Forschungskolleg fördert insbesondere Doktorandinnen und Doktoranden mit ihren jeweiligen Projekten. Die Professorinnen und Professoren bringen sich mit eigenen und  vernetzten Forschungsprojekten in die Forschungsarbeit ein. Regelmäßige Kolloquien, Gastvorlesungen und interdisziplinäre sowie internationale Tagungen bieten Raum für wissenschaftliche Diskussionen und die Entwicklung neuer Forschungsprojekte.

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