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Ehrendoktorwürde für Prof. Dr. Wolfgang Reinhard: Pressemitteilung Nr.: 158/2012 - 05.11.2012

Prof. Dr. Wolfgang Reinhard
Prof. Dr. Wolfgang Reinhard

Die Universität Konstanz hat Professor Dr. Wolfgang Reinhard, langjähriger Fellow am Max-Weber-Kolleg der Uni Erfurt, jetzt die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit würdigte die Universität Konstanz einen herausragenden Historiker, der auf ein umfangreiches und beeindruckendes Lebenswerk zurückblicken kann.

Schon früh hatte er Entwicklungen innerhalb der Geschichtswissenschaft antizipiert und mit wegweisenden Beiträgen vorbereitet, so beispielsweise die heute unter dem Eindruck der Colonial Studies diskutierte Entwicklung hin zu einer Weltgeschichte, die auch eigenständige, außereuropäische Perspektiven in den Blick nimmt. Darüber hinaus hat Reinhard schon frühzeitig die Netzwerkanalyse in seinen Untersuchungen zum Nepotismus und zur Klientelpolitik im Papsttum angewandt und in differenzierter Form für die Geschichtswissenschaft fruchtbar gemacht. Seine Forschungen zur Reformation und „Gegenreformation“ hat das Paradigma der Konfessionalisierung mitbegründet, das mittlerweile nicht nur die Geschichte des 16. und 17. Jahrhunderts, sondern auch die des 19. Jahrhunderts neu zu sehen gelehrt hat. Mit seinem Meisterwerk „Der Geschichte der Staatsgewalt“ hat er eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart vorgelegt, ein ehrgeiziges Werk, das als Meisterwerk moderner Geschichtswissenschaft beschrieben wurde. Und schließlich hat Reinhard historische Anthropologie als Methode in die Geschichtswissenschaft eingebracht und in seiner historischen Kulturanthropologie „Lebensformen Europas“ (2004) ein lebendiges Beispiel dafür vorgelegt, wie man die Lebensformen der Menschen in Europa vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit differenziert und anschaulich darstellen kann.

Neben diesem großen wissenschaftlichen Oeuvre hat sich Reinhard auch als Betreuer von Dissertationen und Habilitationen verdient gemacht. Erst kürzlich fand das Promotionskolloquium von Martina Fetting am Max-Weber-Kolleg statt, die erfolgreich ihre Dissertationsschrift zum Thema „Zum Selbstverständnis der letzten deutschen Monarchen. Normverletzungen und Legitimationsstrategien der Bundesfürsten zwischen Gottesgnadentum und Medienrevolution“ verteidigt hat. Fetting ist die 50. Doktorandin, die Wolfgang Reinhard erfolgreich zur Promotion geführt hat.

Weitere Informationen / Kontakt:

Dr. Bettina Hollstein

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