Universität Erfurt

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Neue Fellows und Kollegiaten aus dem In- und Ausland am Max-Weber-Kolleg: 10. Oktober 2014

Menschen vor dem Eingang zum Forschungsgebäude 1

Zum Wintersemester 2014/15 begrüßt das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt wieder viele interessante neue Fellows und Kollegiaten aus dem In- und Ausland, die in unterschiedlichen Forschungsgruppen zum Weberschen Forschungsprogramm arbeiten werden. Im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ unter der Leitung von Professor Dr. Jörg Rüpke und Professor Dr. Martin Mulsow werden folgende Forscherinnen und Forscher erwartet:

Prof. Dr. Cristiana Facchini ist Professorin für Geschichte des Christentums an der Universität Bologna. Im Rahmen ihres Projektes „Entangled Histories: Imagining and Performing Judaism in Christian Culture, Sixteenth to the Twentieth Centuries” wird sich Prof. Facchini mit der Entwicklung des Judentums zu einer modernen Religion und der Konstruktion individueller sowie kollektiver Identitäten befassen.

Für einen kürzeren Aufenthalt kommt Prof. Dr. Anders Klostergaard Petersen, Professor für Religionswissenschaft an der Universität Aarhus, nach Erfurt. Er arbeitet zu Philosophie und Religion in der Antike und ihre jeweiligen Interaktionen und wird dazu auch einen Gastvortrag im Rahmen des Studienprogramms des Max-Weber-Kollegs halten.

Prof. Dr. Anneke Mulder-Bakker von der Universität Groningen wird im Rahmen des Forschungsschwerpunkts zu mittelalterlichen religiösen Bewegungen zu Laienbewegungen im Mittelalter forschen und insbesondere ihre Fallstudien zu Lady Gertrude Rickeldey of Ortenberg (gest. 1335) und zu Lady Heilke of Staufenberg (gest. kurz nach 1335) voranzutreiben.

Von der Universität Aarhus kommt auch Prof. Dr. Rubina Raja, Professorin für Klassische Archäologie, an das Max-Weber-Kolleg und wird dort nicht nur im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe, sondern auch im Kontext der Forschungsgruppe zu „Lived Ancient Religion“ an ihrem Projekt „Sanctuaries and societies in Hellenistic and Roman Syria: The cults and sanctuaries of the Tetrapolis” arbeiten, für das sie die Feldforschung in Syrien bereits abgeschlossen hat.

Prof. Dr. Michael Seidler von der Western Kentucky University ist ein Philosoph, der sich insbesondere mit Samuel Pufendorf (dem mehrere seiner Projekte am Kolleg gewidmet sind) und dem Naturrecht auseinandersetzt. Unter Berücksichtigung weiterer Kenntnisse aus der klassischen Literatur, der antiken Philosophie und der Archäologie arbeitet er auch zu westlichen Philosophietraditionen, etwa dem Stoizismus, und dessen Wirkungsgeschichte auf spätere Ideen. Im Kontext der Kolleg-Forschergruppe findet er einen anregenden Forschungskontext bei den Kollegen, die sich mit der Entwicklung der Geistesgeschichte der Frühen Neuzeit beschäftigen und wird insbesondere mit dem Forschungszentrum Gotha zusammenarbeiten.

Dr. Dominik Fugger wird das Projekt „Nördliches Heidentum. Eine Diskurs- und Verflechtungsgeschichte in der Frühen Neuzeit“ bearbeiten und als Vertretung (50%) für die Juniorprofessur „Verflechtungsgeschichte“ damit einen Beitrag zur verflechtungshistorischen und historiografischen Schwerpunktsetzung der Kolleg-Forschergruppe leisten.

Dr. Paola von Wyss-Giacosa, Ethnologin an der Universität Zürich übernimmt die weiteren 50% der Vertretung der Juniorprofessur „Verflechtungsgeschichte“. Sie wird mit ihrem Arbeitsvorhaben „Der Teufel in Asien. Wandernde Objekte und globale Religionswissenschaft“ ebenfalls zum verflechtungsgeschichtlichen Schwerpunkt in der frühen Neuzeit forschen.

Die Frühe Neuzeit bildet auch den Zeitrahmen für Prof. Dr. Benjamin Steiner, der zu 50 % die Vertretung von Prof. Dr. Martin Mulsow in der Philosophischen Fakultät übernimmt und zu 50 % als Fellow am Max-Weber-Kolleg tätig ist mit einem Projekt zu „Engineering Empire. Large Projects, Global Material Cultures and Local Identities in Early Modern Colonial Empires – The Case of the French Colonial Realm (1608-1804)”. Mit diesem Vorhaben, das die Kolonialgeschichte in den Blick nimmt, schafft Steiner auch eine Brücke zu den stärker sozialwissenschaftlich orientierten Projekten am Max-Weber-Kolleg, die ebenfalls an einer verflechtungsgeschichtlichen und vergleichenden Perspektive arbeiten.

Im Kontext dieser allgemeineren Fragestellungen wird Dr. David Strecker von der Universität Jena als Juniorfellow auf dem Gebiet der Soziologie sein Projekt „Im Schatten der Freiheit: Wie die Moderne die Sklaverei (nicht) abgeschafft hat und Unfreiheit reproduziert“ bearbeiten.

Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath wird als Wirtschaftswissenschaftler die Fellowriege verstärken und an seinem Buchvorhaben zu „China‘s Economic Culture“ arbeiten. Auch in diesem Projekt spielen verflechtungstheoretische Aspekte eine wichtige Rolle.

PD Dr. Christoph Henning aus St. Gallen wird die philosophischen Projekte am Max-Weber-Kolleg mit seiner Expertise unterstützen. Er arbeitet an einem Projekt mit dem Titel „Sozialphilosophie der Entfremdung“ sowie an einem interdiszipinären Forschungsprojekt über die normativen Implikationen von Kunst als Arbeit (Titel „Kreativität als Beruf“).

Dr. Konstantin Akinsha, Kunsthistoriker aus Bologna, wird die Ergebnisse seiner Arbeiten zur Verwendung von Archetypen und religiöser Kunst in sowjetischen Fotomontagen vorstellen und so die Verbindung von Ikonen und Moderne beleuchten.

Prof. Dr. Annette Weissenrieder, Professorin für Neues Testament am Graduate Theological Union, Berkeley, die im Wintersemester mit Prof. Dr. Thomas Bauer von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Erfurt an der Edition des Lukasevangeliums für die „Vetus Latina. Die Überreste der Lateinischen Bibel“ arbeitet, wird auch am Max-Weber-Kolleg von ihren Arbeiten zu den Vorstellungen vom Tempel im frühen Christentum berichten.

Im Kontext der Forschungsgruppe zu „Lived Ancient Religion“, gefördert durch einen ERC-Grant der EU an Prof. Dr. Jörg Rüpke, werden außerdem Dr. Roberto Alciati aus Turin, Prof. Dr. Damien Nelis aus Genf sowie Dr. Jocelyn Nelis-Clément aus Bordeaux im Rahmen von kürzeren Gastaufenthalten ihre neuesten Forschungsergebnisse zum antiken Mönchtum einerseits und zu Epigraphen in Rom vorstellen.

Neben neuen Fellows und Juniorfellows kann das Max-Weber-Kolleg auch eine Reihe von Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen begrüßen, die an ihren Qualifikationsvorhaben arbeiten. Neue Mitarbeiter im Rahmen der Kolleg-Forschergruppe sind Dr. Bernd-Christian Otto, der zum Thema „Beschwörungskunst als prekäres Wissen: zur Rezeption arabischer Ritualtexte im europäischen Mittelalter“ forscht, Dr. Rahul Parson mit dem Forschungsthema „Monks, Merchants, and Mendicants: Early Modern Jain Individualization” und Dr. Riccarda Suitner, die das Thema „Medizin und die Radikale Reformation (ca. 1530-1670): eine europäisch-islamische Verflechtungsgeschichte” bearbeitet.

Im Rahmen des Projekts „Lokale Politisierung globaler Normen“, koordiniert von Dr. Andreas Pettenkofer, arbeiten Dr. Urs Lindner zum Thema „Gerechtigkeit als Vorzugsbehandlung. Affirmative Action in Indien, den USA und Deutschland“ und Benjamin Wilhelm zum Thema „How finance translates into labour – the case of capital requirements in the EU“.

Auch neue Promotionsprojekte starten im Wintersemester am Max-Weber-Kolleg. Sabine Gabriel promoviert zum Thema „Die Bedeutung des Körpers aus individueller und gesellschaftlicher Perspektive. Eine ethnographische und biografische Studie von Berufstanzenden und Anorektiker*Innen“. Amrita Mondal untersucht „An Inquiry into the Status and Impact of Land Rights of Women ‒ A Case Study of West Bengal, India”. Benjamin Sippel befasst sich mit dem „Alltags- und Sozialleben des Tempelpersonals im kaiserzeitlichen Fayum“ und Louis-Philippe Vien mit dem „Decline of Parliaments“ sowie Csaba Szabó mit „Sanctuaries of Roman Dacia ‒ preliminary contents“. Dieses letzte Vorhaben wird im Rahmen des Sanctuary-Projekts in Kooperation mit der Universität Pécs, Ungarn, durchgeführt, unterstützt von der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Prof. Dr. Hartmut Rosa, Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt: „Wir freuen uns auf interessante neue Begegnungen und interdisziplinären Austausch mit erfahrenen wie auch jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus einer Fülle unterschiedlicher Ländern und wünschen allen Mitgliedern sowie Gästen des Max-Weber-Kollegs spannende Begegnungen.“

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