Universität Erfurt

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Neue Handschrift der Universitätsbibliothek im Stadtmuseum ausgestellt: 17. Juli 2014

Zauberbuch

Ab dem 15. September wird im Stadtmuseum Erfurt "Haus zum Stockfisch" wieder eine neue Handschrift aus den Sonderbeständen der Universitätsbibliothek Erfurt ausgestellt. Das „Zauberbuch“, eine Handschrift aus dem 18. Jahrhundert, wird im Rahmen der Dauerausstellung „Rebellion, Reformation, Revolution“ gezeigt und ist sechs Wochen im Original und anschließend weitere sechs Wochen als Faksimile zu sehen.

Bei dem gezeigten „Zauberbuch“ handelt es sich um die Abschrift eines Druckes von 1489. Zauberbücher erlebten zwischen dem späten Mittelalter und dem 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Sie enthalten meist astrologische Regeln, Listen von Engeln und Teufeln bzw. Dämonen, Zaubersprüche und Anleitungen zum Herbeirufen von magischen Wesen, die Aufträge des Magiers ausführen müssen. Die gezeigte Illustration zum vierfachen faustischen Höllenzwang bezieht sich auf ein solches Herbeizitieren. Die Gestalt des Doktor Johannes Faustus spielt als Gewährsmann und großer „Schwarzkünstler“ dabei eine zentrale Rolle. Der historische Dr. Faustus wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich in Württemberg geboren und starb um 1540. Mit seiner Person in Zusammenhang stehende Anekdoten, Geschichten und Schwänke wurden um 1556 in Erfurt aufgezeichnet und um 1580 von einem Unbekannten zur Historia von D. Fausten zusammengesetzt, die dann gedruckt wurde. Die in der Handschrift genannten Vorbesitzer, Franz Adolf Cramer und Walter Corsep, verweisen auf Kreise der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt.

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