Universität Erfurt

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Universitätsbibliothek Erfurt an Ausstellung zur Luther-Dekade beteiligt: 23. Juni 2015

Handschrift von Nicolaus de Tudeschis
Inkunabel von Nicolaus de Tudeschis

Mit 19 Exponaten aus ihrer Sondersammlung beteiligt sich die Universitätsbibliothek Erfurt an der Ausstellung „Kontroverse und Kompromiss: Der Pfeilerbildzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts“. Die Schau wird vom 27. Juni bis 20. September 2015 im Angermuseum Erfurt gezeigt und widmet sich dem bedeutendsten Ensemble von Tafelgemälden der Reformationszeit, das etwa im Zeitraum von 1506 bis 1556 entstanden ist. Begleitet werden die großformatigen Werke von zahlreichen Ausstellungsstücken aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

So ist aus dem Bestand der „Bibliotheca Amploniana“ der Universität Erfurt unter anderem Nicolaus de Tudeschis‘ „Lectura super quinque libros decretalium“ aus dem Jahr 1477 zu sehen – das Exemplar eines Wiegendruckes, das für den Juristen und Universitätsrektor des Sommersemesters 1453,  Dr. Lambert Voß, ausgeschmückt wurde. Voß war Kanoniker des Marienstiftes und Inhaber der Lektoralpräbende für Kirchenrecht (1452–1491), also des Lehrstuhls an der juristischen Fakultät, der vom Marienstift finanziert wurde. Er war der Vorgänger Henning Gödes (1491–1510) und Matthias Meyers (1510–1530).

Gezeigt wird eine Schmuckseite am Beginn des 2. Bandes mit Initialmalerei und Rankenwerk. Die farbige und mit Blattgold geschmückte Q-Initiale enthält das Wappen des Eigentümers mit den roten Füchsen. Am unteren Blattrand erstreckt sich eine größere Ranke mit Blättern und Blüten, die mit dem Rankenwerk der Initiale Verbindung hat. Die Randminiatur rechts stellt wohl einen Kranich dar. Voß stiftete die Inkunabel dem Collegium Amplonianum. Ein handkolorierter Holzschnitt leitet das Werk ein. Der Einband wurde vom Erfurter Buchbinder Ulrich Frenkel gefertigt. Der eigenhändige Besitzeintrag „Lib. Lamperti Vochs“ befindet sich auf dem Vorsatzpapier.

Weitere Angaben zum vorgestellten Exponat
Nicolaus de Tudeschis:
Lectura super quinque libros decretalium / [Nicolaus de Tudeschis]. - Basel : [Michael Wenssler, Berthold Ruppel und Bernard Richel], 1477. Band 2.
Signatur: UB Erfurt, Dep. Erf. I. 2° 26 (02).
Höhe x Breite x Stärke (in mm): 418 x 300 x 100
(aus dem Bestand gedruckter Bücher der Bibliotheca Amploniana)
Der aus Sizilien stammende Nicolaus de Tudeschis (1386–1445) gehörte dem Benediktinerorden an, wurde 1434 zum Erzbischof von Catania ernannt und später auch zum Kardinal erhoben. Er war einer der bedeutendsten Kirchenrechtler seiner Zeit. Der Kommentarband zu den Dekretalen Papst Gregor IX. ist eines seiner wichtigsten Werke.  

Weitere Informationen zur Ausstellung
http://www.erfurt.de/ef/de/erleben/veranstaltungen/ast/2015/117967.html

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