Universität Erfurt

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Tagung: Kampf um Übersetzung?: 16.09.2012

„Kampf um Übersetzung? Die lokale Politisierung globale Geltung beanspruchender Normen“ ist eine zweitägige Tagung überschrieben, zu der das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt, die Staatswissenschaftliche Fakultät (insbesondere mit dem DFG-Projekt „Deutungsmacht in Postkonfliktgesellschaften“ von Professor Brodocz) sowie die Willy Brandt School of Public Policy im Oktober ins Internationale Begegnungszentrum der Universität einladen. Beginn ist am Donnerstag, 25. Oktober, um 13.15 Uhr.

Ein wesentliches Element unserer politischen Situation ist der erstaunliche Erfolg von Normen, die mit einem globalen Geltungsanspruch auftreten – etwa: die Vorstellung, dass es Menschenrechte gibt; die Forderung nach rule of law; das Konzept ökologischer Nachhaltigkeit. Dieser Erfolg wird oft als Sieg einer allgemeinen, an keinen Kontext gebundenen Rationalität gedeutet. Diese Deutung führt teils dazu, dass die Frage, wie dieser Erfolg zu erklären ist, ganz in den Hintergrund tritt. Teils führt sie dazu, dass Erklärungsversuche rasch auf ‚weltgesellschaftliche‘, jedenfalls transnationale Prozesse verweisen. Aus dem Blick geraten die je lokalen Aneignungen dieser Normen. Dabei liegt auch dort, wo transnationale Organisationen auftreten, eine entscheidende Voraussetzung in je spezifischen Politisierungsprozessen, die nicht nur durch formale politische Institutionen befördert werden, sondern auch durch lokale Protestbewegungen. Will man die Herausbildung transnationaler normativer Ordnungen wie auch die Grenzen dieser Transnationalisierung erklären, dann bieten solche lokalen Politisierungsprozesse – und ihre Wechselwirkungen mit Verwaltungshandeln und richterlichem Handeln – einen entscheidenden Ansatzpunkt. Dafür ist jedoch ein theoretisches Instrumentarium notwendig, das sich sowohl von der Idee eines Vorrangs normativistischer Fragestellungen verabschiedet wie von den gängigen Modellen gesellschaftlicher Rationalisierung und/oder kultureller Homogenisierung, die meist den Hintergrund des Redens über transnationale Prozesse bilden. Lassen sich solche lokalen Politisierungen besser begreifen, wenn man sie als Übersetzungsprozesse versteht? Welchen Nutzen kann die Analyse lokaler Politisierungsprozesse aus den neuen moralsoziologischen Ansätzen ziehen? Was tragen hier jene rechtstheoretischen Ansätze bei, die die Pluralität und interne Heterogenität von Normordnungen in den Vordergrund rücken? Diese und weitere Fragen sollen bei der Tagung im Internationalen Begegnungszentrum, die von der Thyssen Stiftung gefördert wird, im Blickpunkt stehen.

Nähere Informationen zum Programm entnehmen Sie bitte dem Flyer. Um Anmeldung zur Tagung unter dekanat.mwk@uni-erfurt.de wird gebeten.

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