Universität Erfurt

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"Diese Kunst ist zu achten unnd zu halden vor eine grosse und guthe Gabe Gottes." Patienten und Behandler in der frühneuzeitlichen (Wund-)Arztpraxis 08.05.2019, 18:15 Uhr

Öffentlicher Vortrag von Dr. Sabine Schlegelmilch im Rahmen der Ausstellung "Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit".

  • Ort: Forschungsbibliothek Gotha, Spiegelsaal
  • Referent(en): Dr. Sabine Schlegelmilch (Universität Würzburg)
  • Reihe: Zur Ausstellung „Eine göttliche Kunst. Medizin und Krankheit in der Frühen Neuzeit“
  • Veranstalter: Forschungsbibliothek Gotha, Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V
  • Kategorie: Vortrag
  • Publikum: öffentlich

Moderation: Uta Wallenstein (Stiftung Schloss Friedenstein Gotha)

Aus heutiger Sicht ist schwer vorstellbar, wie ein Arztbesuch im 16. oder 17. Jahrhundert ausgesehen haben mag. Es herrscht ein recht einseitiges Bild vor, das sich oft auf Aderlass, Abführmittel, Säftelehre und das allpräsente Quacksalbertum beschränkt und damit der tatsächlichen Vielfalt an medizinischen Behandlungen nicht gerecht wird. Akademische Ärzte wie Handwerkschirurgen waren gleichermaßen um das Wohl ihrer Patienten bemüht und verfügten über ein Expertenwissen, das sich auf eine lange Ausbildung und tradierte Erfahrungswerte berufen konnte und in routiniertem Handeln niederschlug. Der Vortrag wird diese geübte Praxis ausführlich vorstellen und dabei die folgenden Fragen beantworten: Wie muss man sich den Umgang mit Krankheit im 16. und 17. Jahrhundert vorstellen? Welche Möglichkeiten hatten Patienten, sich behandeln zu lassen? Und was taten Ärzte und Wundärzte eigentlich genau? Handschriftliche Praxistagebücher und Briefe, aber auch gedruckte Fachliteratur der Zeit gewähren einen Einblick in diese frühneuzeitliche Behandlungspraxis.

Sabine Schlegelmilch hat nach ihrem Staatsexamen in Latein, Griechisch und Deutsch zunächst 2007 ihre interdisziplinäre Dissertation „Bürger, Gott und Götterschützling. Kinderbilder der hellenistischen Kunst und Literatur“ in den Fächern Gräzistik, Archäologie und Ägyptologie erfolgreich abgeschlossen. Es folgte das Referendariat für das Lehramt am Gymnasium. Anschließend war sie von 2009 bis 2013 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Projekten „Frühneuzeitliche Ärztebriefe“ und „Ärztliche Praxis und medizinisches Weltbild um 1650: Johannes Magirus (1615–1697)“ am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg beschäftigt. Aktuell ist sie dort Akademische Rätin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg. 2018 hat sie die Monografie „Ärztliche Praxis und Sozialer Raum im 17. Jahrhundert: Johannes Magirus (1615–1697)“ veröffentlicht.

Vor ihrem Vortrag findet um 17 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei; um eine Spende für den Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V., der die Reihe unterstützt, wird jedoch gebeten.

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