Universität Erfurt

Universitätssportverein Erfurt e.V.

Jahresweltbestzeit knapp verpasst – Herzschlagfinale endete dennoch glücklich: Erfurter Läufer Marcel Knape machte seiner Freundin Luise in Zürich einen Heiratsantrag

Jahresweltbestzeit knapp verpasst – Herzschlagfinale endete dennoch glücklich

Irre. Erst verpasste der Erfurter Läufer Marcel Knape in der Neujahrsnacht kurz vor Toresschluss äußerst knapp den Sieg beim ersten Marathon des Jahres in der Schweiz, dann endete das Herzschlagfinale dennoch überglücklich. Der 29-Jährige hatte sich den Start ins Jahr 2014 für seinen Hochzeitsantrag an Freundin Luise Krieghoff reserviert. In der Festhalle in Zürich überraschte er sie mit den Verlobungsringen und „sie hat ja gesagt“, berichtete ein glücklicher Marcel via SMS an den Vereinspräsidenten Jens Panse. Der konnte die Kurzmitteilung zunächst gar nicht zuordnen, wird sich jetzt aber – wie auch die Medien – ab September an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Marcel Knape will den Namen seiner Freundin, die ebenfalls für den Erfurter Universitätssportverein startet, annehmen. Nach Kristin Hempel (ehemals Eisenacher), die wie Knape zuvor Rennsteiglaufsiegerin wurde, ist das die zweite Eheschließung im Verein. „Wir tun was für den Läufernachwuchs in Thüringen“, freut sich der Präsident. Doch zurück zum Lauf in der Neujahrsnacht.

Während andere am Silvesterabend um Mitternacht die Korken knallen ließen oder mit Feuerwerksraketen das neue Jahr begrüßten, wollten Marcel und seine Luise das Jahr auf besondere Art begrüßen. Sie standen mit Laufschuhen an der Startlinie in Zürich, wo in der Neujahrsnacht zum 10. Mal der erste Lauf des Jahres gestartet wurde. Während Luise nach 10 Kilometern in einer respektablen Zeit von 49 Minuten ihr Rennen beendete, ging Marcel mit deutlichem Vorsprung auf die zweite von insgesamt vier Runden. Vom Start bis 2 Kilometer vor dem Ziel führte Marcel Knape, dann wurde er noch vom Schweizer Philipp Arnold eingeholt, der am Ende in 2:43:48 Stunden gewann.  Der Erfurter kam rund 1 Minute danach als Zweiter ins Ziel.

„Ich bin wohl etwas zu schnell angegangen“, haderte er danach etwas mit seiner Renneinteilung. 1:15 Stunden für den ersten Halben waren angesichts der schwierigen äußeren Bedingungen wohl doch zu schnell. „Der Rauch durch die Raketen und Feuerwerkskörper beeinträchtigten Sicht und Atmung. Der Schweizer hatte sich offenbar besser auf die Bedingungen eingestellt“, so Knape. Immerhin bleibt ihm der Trost der deutschen Jahresweltbestzeit im Marathon, die jetzt bei aktuell 2:44:56 Stunden steht. Und dann kam ja noch Teil 2 der Veranstaltung. Nach dem sich der Erfurter Läufer kurz erholt hatte, holte er die Verlobungsringe und machte seiner Luise den Hochzeitsantrag. Im September soll in der Heimatstadt Erfurt geheiratet werden. Bis dahin haben die beiden aber noch viele gemeinsame Läufe vor.

In der letzten Saison konzentrierte sich der gebürtige Döllstädter vor allem auf die kürzeren Strecken. Er gewann den Rennsteighalbmarathon und schaffte in Köln in 1:09:38 eine neue persönliche Halbmarathon-Bestzeit. Zusammen mit seinen Teamkameraden Christoph Weigel und Tobias Henkel gewann er den Landesmeistertitel in der Mannschaft.

2014 soll nun das „Marathonjahr“ für Knape werden, der in Zürich erstmals in der Seniorenaltersklasse M 30 an den Start ging. Dafür hat er in den vergangenen Wochen viel trainiert. 8 Trainingseinheiten und bis zu 180 Kilometer pro Woche stehen in seinem Trainingstagebuch. „Die Form passt, um meine Marathonbestzeit von 2:28 Stunden, gelaufen bei den Deutschen Meisterschaften in München vor etwas mehr als einem Jahr, anzugreifen“, sagt Knape. Für den gelernten Einzelhandelskaufmann stehen die weiteren Saisonhöhepunkte mit dem Leipzig-Marathon und dem Rennsteigmarathon an. Wenn Vorjahressieger Marcel Bräutigam auf die Halbmarathonstrecke wechselt, könnte es vielleicht wieder mit einem Rennsteiglaufsieg klappen, hofft Knape.

Für sein Laufteam vom Erfurter Unisportverein, will er sich auch wieder bei Staffel- und Teamläufen ins Zeug legen. „Den 3. Platz vom Rennsteigstaffellauf 2013 möchten wir wenn möglich noch verbessern“, sagt Marcel Knape, der vor drei Jahren zum USV Erfurt gewechselt ist. Hier ist er der Spitzenmann, der zusammen mit der Rennsteigmarathonsiegerin von 2012 Kristin Hempel, für die jungen ambitionierten Läufer sportliches Vorbild ist. „Das ist wie eine große Lauffamilie“, schätzt Knape die Atmosphäre im Verein. „Die Pressearbeit funktioniert sehr gut, von allen Seiten, werde ich perfekt unterstützt.“  Dieter Herrmann berät ihn, wie auch weitere Spitzenathleten des USV in Trainingsfragen. „Ich stelle mir Ziele und einen Plan. Den versuche ich dann konsequent umzusetzen“, sagt Knape, für den der Laufsport ein wichtiger Teil seines Lebens ist. Leistungsorientierung und Erfolg sind für ihn besonderer Ansporn.

Den Ehrgeiz aus dem Sport versucht er in den Beruf und den Alltag mitzunehmen. Unterstützt wird er dabei von seiner Verlobten Luise. Die 22-jährige angehende OP-Assistentin, läuft selbst die etwas kürzeren Strecken mit und begleitet ihren Marcel auch manchmal beim Training mit dem Fahrrad. Als sportliches Vorbild benennt er den tschechischen Langstreckenläufer und Olympiasieger Emil Zátopek. „Das war ein einfacher Athlet ohne großen Schnickschnack. Auf sich allein gestellt, war er erfolgreich“, sagt Knape, als dessen bislang größte Erfolge zwei Silbermedaillen bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Halbmarathon und Cross zu Buche stehen. Doch dabei muss es nicht bleiben. Der ehrgeizige Erfurter, der im April seinen 30. Geburtstag feiert, hat noch viel vor und schließlich kommt er ja erst noch in das beste Marathonalter.

Text: Jens Panse

 Fotos:

1 So sehen Sieger aus: Marcel Knape gewinnt den Steigerherbstlauf in Erfurt

2 Freundin Luise Krieghoff unterstützt ihren Marcel und läuft selbst mit.

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