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Erfurter USV-Läufer gingen bei Walser Trail Challenge an den Start: Adrian Panse schnellster Thüringer in den Bergen Österreichs

Adrian Panse schnellster Thüringer in den Bergen Österreichs

Bester Thüringer Starter bei der 4. Walser Trail Challenge am letzten Juli-Wochenende war Adrian Panse vom USV-Laufteam als 22. der Gesamtwertung. Vier Erfurter Ausdauerläufer gingen auf den technisch sehr anspruchsvollen Strecken an den Start und konnten sich im Feld der Trailrunning-Spezialisten behaupten.

 

„Kurzstrecke“ zum Auftakt im Hagel

Mit ihren knapp 1000 Höhenmetern bot schon die 15,2 Kilometer-Runde um den höchsten Berg des Kleinwalsertals zum Auftakt des Wochenendes ein anspruchsvolles Profil. Gestartet wurde im kleinen Örtchen Baad bei strahlendem Sonnenschein und da auch der Veranstalter offensichtlich keine Hinweise hatte, dass sich dies in den folgenden 3 Stunden ändern sollte, verzichteten fast alle Teilnehmer auf die sonst in den Bergen übliche Ausrüstung, die bei der Kurzstrecke auch nicht vorgeschrieben war. Die ersten zwei Kilometer rollte sich das Feld zunächst auf der Straße entlang der Breitach ein und der spätere Sieger Thomas Kühlmann vom NSV Wernigerode setzte sich gleich an die Spitze. Ab Kilometer 5 wurde es Richtung Gemstelpass steil und plötzlich zogen die Wolken zu. Es dauerte keine 10 Minuten bis das Gewitter losdonnerte. Die Spitze erwischte es auf 2000 Meter am Pass kurz vor der Widdersteinhütte. Ihnen blieb aber der Hagel erspart, den der größte Teil des Feldes am Anstieg auf die nackte Haut und ins Gesicht bekam, weil kaum jemand eine Regenjacke und viele auch keine Mütze dabeihatten. Manch einer versuchte sich an einer Hütte unterzustellen, aber die meisten stapften tapfer weiter. Irgendwann war der Hochalppass erreicht, über die Bärgunter Mittelalpe ging es wieder hinunter. Auf den aufgeweichten Trails musste man höllisch aufpassen, um nicht zu stürzen. Den schnellsten Thüringer Adrian Panse, der bis zur Passhöhe noch unter den besten 20 lag, erwischte es. Er konnte aber weiterlaufen und erreichte nach 1:43:25 Stunden als 33. rund 18 Minuten nach Sieger Kühlmann das Ziel in Baad. Die ärztliche Diagnose im Ziel gab Entwarnung für ihn, so dass eine Fortsetzung der Challenge am nächsten Tag möglich war. Auch die weiteren Erfurter überstanden das Unwetter: Thoralf Held als 227., Jens Finger bei seiner Berglaufpremiere als 295. und Jens Panse auf Rang 375 hatten aber mehr als 1 Stunde Rückstand auf die Spitzenläufer.

 

65-Kilometer-Ultra Trail als Härtetest

Weil Frank Becker verletzungsbedingt auf seinen Start verzichten musste, blieb nur noch ein Thüringer Starter auf der 65 Kilometer-Strecke. USV-Präsident Jens Panse hatte nach dem Strecken-Briefing am Vorabend schon geahnt, dass es schwierig werden dürfte. Doch den erfahrenen Ultra-Läufer überraschte der technische Anspruch der Strecke, die mit 4.200 Höhenmetern ausgezeichnet war, dann doch. Start des UltraTrails war um 6 Uhr in Riezlern. Die ersten vier Kilometer bei denen es u.a. über eine Hängebrücke ging, waren so ziemlich der einzige belaufbare Streckenabschnitt. Über Egg, Wäldele und Küren ging es hinauf zum Gottesacker Plateau. Zum Hohen Ifen und wieder hinab ins Schwarzwassertal waren Kletterkünste gefragt. Verpflegung gab es erst nach 22 Kilometern an der Auenhütte, die bis 11.15 Uhr erreicht sein musste. Da hatte der Erfurter noch rund 30 Minuten Luft, doch es wurde auch zunehmend heißer. Bei den folgenden Anstiegen zum Walmendingerhorn und zum Grünhorn büßte er viel Zeit ein, so dass er die folgende Cut-Zeit bei Kilometer 37 nicht schaffen konnte. Er beendete als 106. der Zwischenwertung in Baad das Rennen. „Unglaublich, aber bei der Strecke waren die 8 Stunden für mich nicht drin“, so der 52-Jährige.

 

Walser Trail mit 1.900 Höhenmetern in der Mittagshitze

Der zweite Teil der Ultra-Strecke, den auch die Teilnehmer des um 11 Uhr gestarteten Walsers Trails absolvierten, hatte es mit 29 Kilometern und 1.900 Höhenmetern ebenfalls in sich und so erreichten nur 94 Ultra-Läufer das Ziel in Riezlern, der Erste Benjamin Bublak brauchte gerade mal 8:47:50 Stunden und hatte mehr als 16 Minuten Vorsprung. 49 gaben auf oder wurden wegen Überschreitung des Zeitlimits aus dem Rennen genommen. Immerhin 403 schafften hingegen in der für die Berge ungewöhnlichen Hitze die Mittelstrecke, die diesmal in umgekehrter Richtung zum Vortag, vorbei an der Bärgunthütte hinauf zur Widdersteinhütte führte. Thomas Kühlmann tat sich auf dieser Distanz schwerer und erreichte in 3:27:08 Stunden als 6. rund 12 Minuten nach dem Sieger Andreas Schindler das Ziel. Da er auch ca. 9 Minuten auf den Vortagszweiten Marcus Baur einbüßte, reichte es in der Classic-Challenge Wertung beider Läufe nur zu Platz 2. Adrian Panse, der diesmal mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, belegte als bester Thüringer in 4:11:38 Stunden Rang 42 (Gesamt 22.). Auf Rang 148. (84. der Challenge) lief der 51-jährige Thoralf Held ins Ziel.

Für die Thüringer Teilnehmer vom USV Erfurt schloss sich nach kurzer Regeneration noch ein zweitägiger Wanderurlaub an, in dessen Rahmen auch die Strecken noch einmal inspiziert wurden. „Das war ja wirklich heftig“, meinte Frank Becker und für Jens Panse stand fest: „Beim nächsten Mal schaue ich mir die Strecke vorher genauer an.

Text: Jens Panse

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