28. Apr 2021, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr | Forschungsbibliothek Gotha, SPF Wissen. Räume. Medien.

Arabische Buchkultur im 9. Jahrhundert

Veranstaltungsort
online
Reihe
Gotha Manuscript Talks
Veranstalter
Forschungsbibliothek Gotha (FBG)
Referent(en)
Beatrice Gründler (Freie Universität Berlin)
Veranstaltungsart
Vortrag
Publikum
öffentlich

Vortrag von Beatrice Gründler (Freie Universität Berlin) im Rahmen der "Gotha Manuscript Talks", der neuen Webinar-Reihe der Forschungsbibliothek Gotha zu den orientalischen Handschriften.

 

Konzeption der Reihe: Dr. Feras Krimsti

Im Vortrag befasst sich Prof. Dr. Beatrice Gründler mit der Frage, warum der arabische Kodex so früh schon so populär wurde, während dieses Medium sich in Europa langsamer durchsetzte. Sie verfolgt diese Frage mit detaillierten Fallstudien zu Buchhändlern, Büchersammlern, Papierherstellern, Bibliothekaren, Wissenschaftlern und Dichtern des 9. Jahrhunderts. Die Geschichte des Buches wurde bisher mit dem Fokus auf Europa geschrieben, über die Rolle von Büchern in anderen Kulturen ist weniger bekannt. Beatrice Gründler führt in das reiche literarische Milieu der frühen arabischen Welt ein.

Weitere Informationen zum Vortrag finden Sie in der News "Online-Vortrag zur arabischen Buchkultur im 9. Jahrhundert"

Die Veranstaltung findet via Webex statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. 

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Zur Reihe:

Männer im Gespräch

Handschriften begegnen uns in verschiedenen Wissenschaftsfeldern, in der Philologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Theologie und Religionswissenschaft, Bibliotheks- und Museumswissenschaft, Übersetzungs- und Translationsforschung, sogar in den Naturwissenschaften (z.B. Radiokarbondatierung) und in der Informatik (z.B. Digital Humanities). Dort wo Handschriften in die Forschung einbezogen werden, verändern sie den Blick auf die entsprechenden Felder, konsolidieren oder modifizieren Wissensbestände und stellen Forscher vor Herausforderungen verschiedenster Art.

Wir laden zu den Gotha Manuscript Talks Forscher*innen ein, um mit ihnen zu diskutieren, wie konkrete Handschriften den Blick auf Forschungsgegenstände verändert haben. Anhand von Handschriften, die auf Arabisch, Persisch, Türkisch-Osmanisch, Syrisch, Äthiopisch, Hebräisch und in vielen weiteren „orientalischen“ Sprachen verfasst wurden, verfolgen wir Geschichten der Rezeption von Wissen, aber auch Geschichten, die vom Vergessen erzählen. Wir befassen uns in den Gotha Manuscript Talks etwa mit historischen oder literarischen Entwicklungen, die in Handschriften fassbar werden, mit theologischen Problemen die durch sie offenbar oder gelöst werden, mit Überlieferungsprozessen, sozialen und intellektuellen Netzwerken, künstlerischen und musealen Praktiken, ökonomischen Entwicklungen und vielen weiteren gesellschaftlichen und geistigen Phänomenen, in deren Zentrum orientalische Handschriften stehen. Handschriften werfen ein Licht auf Auftraggeber, Autoren, Kopisten, Illuminatoren, Übersetzer, Händler, Bibliophile, Käufer, Besitzer und Antiquare, sowohl im Haupttext als auch in den Sekundärvermerken, in ihrer Gestaltung und ihrer handwerklichen Beschaffenheit.

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bewahrt die drittgrößte Sammlung orientalischer Handschriften in Deutschland. Diese etwa 3.400 Handschriften, die überwiegend um 1800 in die Bibliothek gelangten, sind relevant für alle Wissenschaftsfelder und werfen ein Licht auf die unterschiedlichsten Aspekte von Manuskriptkulturen. Mit der Einladung renommierter Forscher*innen zu den Gotha Manuscript Talks möchte die Forschungsbibliothek Gotha ausgehend vom Material in einer Webinar-Reihe Impulse für einen verstärkten Austausch zu Manuskriptkulturen über Fachgrenzen hinweg geben und Forscher*innen und Interessierte miteinander ins Gespräch über orientalische Handschriften bringen.

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