6. Okt 2021, 18:15 Uhr | Campus Gotha, Forschungsbibliothek Gotha, Forschungskolleg Transkulturelle Studien, Forschungszentrum Gotha, SPF Wissen. Räume. Medien., Forschung, Veranstaltungen

Book Culture in Nineteenth-Century Egypt through the Lens of Seetzen’s Manuscript Collection

Veranstaltungsort
online
Reihe
Gotha Manuscript Talks
Veranstalter
Forschungsbibliothek Gotha (FBG)
Referent(en)
Prof. Dr. Ahmed El Shamsy (Chicago)
Veranstaltungsart
Vortrag
Publikum
öffentlich

Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Ahmed El Shamsy (Chicago) setzt die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt ihre Online-Gesprächsreihe „Gotha Manuscript Talks“ fort und lädt dazu alle Interessierten herzlich ein.

Gegenstand des Gesprächs ist einmal mehr die Sammlung von mehr als 1.500 arabischen Handschriften, die Ulrich Jasper Seetzen (1767–1811) in Kairo für seinen Gönner, den Herzog Ernst II. (1745–1804) von Sachsen-Gotha-Altenburg, beschaffte. Die Manuskripte umfassen die gesamte islamische Geschichte, von frühen Koranfragmenten bis zu Gedichten über die noch junge Besetzung Ägyptens durch Napoleon. Die Untersuchung des Inhalts der Sammlung in Verbindung mit Seetzens Korrespondenz bietet einen Einblick in die Buchkultur, die Seetzen im Kairo des frühen 19. Jahrhunderts antraf.

Ahmed El Shamsy ist außerordentlicher Professor für islamisches Denken an der Universität von Chicago. Er befasst sich mit der Geistesgeschichte des Islam und konzentriert sich dabei auf die Entwicklung der klassischen islamischen Disziplinen und der Gelehrtenkultur in ihrem breiteren historischen Kontext. Seine Forschung befasst sich mit Themen wie Mündlichkeit und Alphabetisierung, der Geschichte des Buches sowie der Theorie und Praxis des islamischen Rechts. Sein jüngstes Buch, „Rediscovering the Islamic Classics“, zeichnet den Übergang der klassischen islamischen Literatur vom Manuskript zum Druck nach. Zu seinen weiteren Veröffentlichungen gehören die Monographie „The Canonization of Islamic Law“ und zahlreiche Artikel zu verschiedenen Aspekten der islamischen Tradition.

Die Forschungsbibliothek Gotha bewahrt die drittgrößte Sammlung orientalischer Handschriften in Deutschland. Diese etwa 3.400 Handschriften, die überwiegend um 1800 in die Bibliothek gelangten, sind relevant für alle Wissenschaftsfelder und werfen ein Licht auf die unterschiedlichsten Aspekte von Manuskriptkulturen. Mit der Einladung renommierter Forscher*innen zu den Gotha Manuscript Talks möchte die Forschungsbibliothek Gotha ausgehend vom Material in einer Webinar-Reihe Impulse für einen verstärkten Austausch zu Manuskriptkulturen über Fachgrenzen hinweg geben und Forscher*innen und Interessierte miteinander ins Gespräch über orientalische Handschriften bringen. Es moderiert Dr. Feras Krimsti, der die Sammlung orientalischer Handschriften der Bibliothek betreut.

Kontakt:

Wissenschaftlicher Referent orientalische Handschriftensammlung
(Forschungsbibliothek Gotha)
Forschungsbibliothek Gotha (Gotha, Schlossplatz 1)