2. Nov 2020 - 3. Nov 2020 | Forschungszentrum Gotha, Max-Weber-Kolleg

"Digitale Prosopographie: Der Fall des Naturrechts"

Veranstaltungsort
online
Veranstalter
Forschungszentrum Gotha und Max-Weber-Kolleg
Veranstaltungsart
Workshop
Publikum
öffentlich (nach Anmeldung)

Die "Forschungsstelle für Frühneuzeitliches Naturrecht", eine gemeinsame Einrichtung des Max-Weber-Kollegs und des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt, lädt unter dem Titel "Digitale Prosopographie: Der Fall des Naturrechts" alle Interessierten am 2./3. November zu einem Online-Workshop ein.

Die Forschungsstelle hat ein neues digitales Instrument für geisteswissenschaftliche Forschung in Form einer Datenbank für Naturrecht gefördert: Natural Law 1625-1850: Database. Die Datenbank wurde von Dr. Mikkel Munthe Jensen entwickelt und im vergangenen Herbst freigeschaltet. Sie wird derzeit durch Beiträge der Mitglieder des internationalen Netzwerks "Natural Law 1625-1850", das seinerseits auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) in Halle und dem Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien beruht, mit Daten gefüllt.

Der gemeinsame Workshop von Max-Weber-Kolleg und Forschungszentrum Gotha unterstützt die Arbeit an der Datenbank durch die Diskussion von Materialien für zehn Profile von Naturrechtswissenschaftlern der Frühen Neuzeit. Das Treffen wird die Weiterentwicklung der Datenbank vorstellen und eine allgemeine Diskussion über die Funktionsweise dieses Werkzeugs der Digital Humanities führen. Diese Aufgaben werfen auch wichtige theoretische Fragen auf: Wo stehen wir bezüglich der historischen Biografieforschung nach dem Wiederbeleben dieser Gattung seit einer halben Generation? Wie ist der Stand der Wissensorganisation, die einer ständigen Online-Revision unterzogen wird? Inwieweit ist die digitalisierte Wissensvermittlung von einer syntaktischen Stabilität abhängig, die selbst ahistorisch ist? Oder ist die digitale Formbarkeit unseres eigenen interpretativen Idioms genau ein Mittel zur Historisierung dieses Idioms? Wie kann sich die digitale Geschichtsschreibung auf die Netzwerkforschung und die Rezeptionsgeschichte auswirken? Die allgemeine Diskussion wird durch einen Abendvortrag von Dr. Hans Erich Bödeker (Göttingen) zum Thema "Die intellektuelle Biografie als Fallstudie" angeregt.

Die Teilnahme am Treffen ist kostenlos und offen für alle Interessierten, es wird jedoch darum gebeten, sich per E-Mail an Dr. Mikkel Munthe Jensen anzumelden. Danach erhalten die Teilnehmenden einen entsprechenden Zugangslink.