28. Jun 2021, 17:00 Uhr - 18:30 Uhr | Philosophische Fakultät, SPF Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung.

Not-All-There in the Necropolis: Afterlife and Madness in Urban Novels

Veranstaltungsort
online
Reihe
"Religion am Montag" – Erfurt Monday Lectures: New Topics in Religious Studies
Veranstalter
Seminar für Religionswissenschaft
Referent(en)
Marija Spirkovska (Gießen)
Veranstaltungsart
Vortrag
Publikum
öffentlich

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Religion am Montag" – Erfurt Monday Lectures: New Topics in Religious Studies.

+++ Der Vortrag findet auf Englisch statt zu den englischsprachigen Informationen gelangen Sie über den Sprachwähler oben rechts. +++

Kommentar der Referentin

Ausgehend von britischen Stadtromanen des späten 20. Jahrhunderts wird der Vortrag literarische Städte als Jenseitswelten untersuchen, die als Externalisierungen der psychischen Verwundbarkeit ihrer Figuren konstruiert sind. Aus einer verkörperten und räumlichen Perspektive interpretiert, erweist sich „Wahnsinn“ in diesen Romanen als ein zutiefst desorientiertes In-der-Welt-Sein („not being all there“). In Alasdair Grays Roman Lanark: A Life in Four Books (1981) werden in dystopischer Weise ein Avatar von Glasgow und sein Protagonist bei der Suche nach Identität sowie der Möglichkeit eines lohnenden Lebens in einer höllischen Umgebung dargestellt. Im zweiten Beispiel, Patrick McGraths Roman Spider (1990) geht es um die düsteren Orte des neugotischen London. Das Wohnen in den östlichen Vierteln Londons ist mit der Erfahrung der Leblosigkeit und des Lebensentzugs eines psychotischen Charakters beladen, wodurch die Grenzen zwischen den Welten der Lebenden und der Toten verwischt werden. Die Romane verweisen auf Jenseits-Vorstellungen, welche sich im städtischen Bereich – und doch von Irdischem getrennt – manifestieren, sodass die Stadt sowohl als höllisches als auch himmlisches Milieu wahrgenommen werden kann.

Zur Referentin:

Marija Spirkosvska ist Doktorandin am International Graduate Centre for the Study of Culture in Gießen, Deutschland. Sie forscht an den Schnittstellen zwischen Literaturkritik, Urbanistik und Psychologie und bezieht sich stark auf Phänomenologie und Geokritik. Ihr Dissertationsprojekt Disturbia: Poetics of Urban Psychopathology in the Anglophone City Novel (1980-2020) untersucht die Raumwahrnehmung während psychischer Erkrankungen im Kontext der Darstellung der urbanen Moderne und zielt darauf ab, eine Poetik der urbanen Psychopathologie in der urbanen Literatur zu etablieren. Sie ist MSc in Literature and Modernity: 1900 - Present (University of Edinburgh).

Teilnahme:

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet via Webex statt.

Link zur Veranstaltung