| Campus Gotha, SPF Wissen. Räume. Medien., Forschung, Veranstaltungen

Szenische Aufführung zur Gothaer Freimaurer-Ausstellung

„Was besprachen die Illuminaten bei ihren geheimen Zusammenkünften?“ – diese Frage beantwortet eine szenische Aufführung, die am kommenden Sonntag, 20. August, im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Freimaurer und Mysterien Ägyptens in Gotha“ auf Schloss Friedenstein stattfindet. Mitglieder des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt werden dabei eine Sitzung der Gothaer Minervalkirche vom 18. Dezember 1786 nachstellen.

Besucherin in der Freimaurer-Ausstellung
Geheime Gesellschaften: Auch heute noch wird gerätselt, wie genau die Zusammenkünfte der Illuminaten und Freimaurer ablaufen. © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Foto: Lutz Ebhardt

2018 wurde am Forschungszentrum Gotha die Arbeitsstelle „Illuminatenforschung“ eingerichtet, die die schriftlichen Nachlässe des Ordens und seiner Mitglieder erschließt und öffentlich zugänglich macht. Bei der Nachstellung einer Sitzung der Gothaer Minervalkirche – dem illuminatischen Pendant zur Freimaurerloge – stützten sich die Wissenschaftler auf ihre Forschung.

Dank einer sehr guten Quellenlage können sie die Sitzung fast minutiös rekonstruieren: „Wir müssen nicht viel improvisieren, interne Berichte über die Sitzung und auch die einzelnen Vorträge der Mitglieder liegen uns vor“, sagt Dr. Markus Meumann, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Forschungszentrums. Doch am Sonntag wechselt auch er die Rolle: Als Christian Georg von Helmolt wird er als Superior der Minervalkirche die Sitzung seiner fünf Brüder leiten.

Die szenische Aufführung am Sonntag beginnt um 14 Uhr im Skulpturensaal des Herzoglichen Museums. Der Eintritt kostet acht Euro (ermäßigt vier).
Wer die Veranstaltung verpasst, hat am 7. September um 19 Uhr noch einmal die Gelegenheit, dabei zu sein. Dann wird die Aufführung wiederholt.

Ausstellung „Freimaurer und Mysterien Ägyptens in Gotha“

Noch bis zum 15. Oktober 2023 informiert die Ausstellung „Freimaurer und Mysterien Ägyptens in Gotha“ über Ursprünge und Ziele der Freimaurerei, erläutert wichtige rituelle Symbole und zeigt Kleidung, Ritualgegenstände und Alltagsaccessoires der Logenmitglieder. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die bedeutende Frühphase der Freimaurerei in Thüringen. Ein Schwerpunkt der Ausstellung ist der Freimaurerei und dem Illuminatenorden in Gotha während der Regierungszeit von Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg gewidmet. Auch die Mysterien-Kultur des Alten Ägyptens, das im 18. Jahrhundert den Freimaurern als Inbegriff des symbolischen Ausdrucks und der geheimen Kulte galt, steht im Fokus.