Vortrag zu Value Appeals in der Werbung vor und während der Corona-Pandemie auf der 9th European Communication Conference (ECREA)

Inwiefern beeinflusst eine Pandemie die Werte und deren Relevanz in einer Gesellschaft? Und spiegelt sich diese Veränderung auch in der Werbung wieder, die darauf abzielt, die Bedürfnisse der Bürger*innen zu adressieren?

Stellvertretend für das Forscher*innen-Team bestehend aus Saamah Abdhallah, Janine Brill und Dominik Daube präsentierte Saamah Abdhallah ihre Studie zu Value Appeals in deutscher und britischer Fernsehwerbung vor und während der Pandemie am 20.10.2022 auf der 9th European Communication Conference (ECREA).

Die Pandemie hat weitreichende Veränderungen in der Gesellschaft hervorgerufen, auch hinsichtlich der Relevanz bestimmter Werte. Angelehnt an Schwartz‘ Theory of Basic Human Values können zehn zentrale Werte identifiziert werden. Diese spiegeln sich nach Pollay’s Dissorted Mirror-Hypothese auch in den Werten wieder, die in der Werbung angesprochen werden. Um Veränderungen der Darstellung von Value Appeals in der Werbung vor und während der Pandemie zu ermitteln, wurden 754 TV-Werbebeiträge aus Deutschland und Großbritannien inhaltsanalytisch untersucht. Die Befunde deuten darauf hin, dass sich die Darstellung bestimmter Werte in der Werbung durch die Pandemie in der Tat verändert hat. Werte wie Openess-to-change wurden weniger häufig repräsentiert, während Werte wie Tradition und Health und hygiene häufiger betont wurden, die auch in der Pandemie an Relevanz gewonnen haben. Die Studie und ihre Befunde wurden im Rahmen des Vortrags auf der ECREA in Aarhus (Dänemark) vorgestellt und diskutiert.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Soziale Kommunikation
(Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft)
Lehrgebäude 4 / Raum 205