11. Nov 2021, 17:00 Uhr - 12. Nov 2021, 19:00 Uhr | Max-Weber-Kolleg, SPF Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung., Forschung, Veranstaltungen

Workshop zu In-situ-Vertreibung

Veranstalter
Max-Weber-Kolleg in Kooperation mit der Universität Bielefeld
Veranstaltungsart
Workshop
Publikum
öffentlich mit Anmeldung

Workshop am Max-Weber-Kolleg in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Der Workshop richtet sich an Fachleute, aber auch interessierte Studierende sind herzlich eingeladen. Er findet am 11. und 12. November jeweils in der Zeit von 17 bis 19 Uhr statt .

Studien zu Vertreibung konstituieren ein breites und etabliertes Forschungsfeld. Sie beschreiben und erklären unterschiedlichste Formen der Bewegung und des Ausschlusses von Menschen im Kontext gegenwärtiger Globalisierungsprozesse. Während Mobilität über nationale Grenzen und geografische Räume hinweg im Fokus steht – und hier vor allem von Menschen aus dem globalen Süden –, wird denen, die am Ort blieben und sich mit Veränderungen ihrer sozio-ökonomischen und politischen Lebenswelten auseinandersetzen müssen, kaum Aufmerksamkeit zuteil. Dieser Tatsache will ein Workshop, organisiert vom Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld, Rechnung tragen.

Menschen, die unter sich radikal verändernden Umständen vor Ort bleiben, können als ’ in situ vertrieben‘ bezeichnet werden – Menschen, die weiterhin in den angestammten nationalen, urbanen oder ländlichen Räumen leben, deren Beziehungen zu anderen Gesellschaftsmitgliedern und zu vertrauten sozialen Institutionen aber tiefgreifenden Veränderungen unterliegen. Forschung zu In-situ-Vertreibung – also Vertreibung ohne Mobilität – lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Reihe von Fragen, die in dem Workshop zur Diskussion stehen: Was sind die Parameter unter denen man Bedingungen, Praktiken und Aktivitäten als In-situ-Vertreibung identifizieren kann, und welche analytische Kraft hat der Begriff, um soziale Prozesse zu beschreiben und zu erklären, die auf Identität, Zugehörigkeit und Sicherheit ausgerichtet sind?

Mit anderen Worten, ist es möglich, aus der Perspektive der in situ-Vertreibung Beziehungen der Ausgrenzung, Liminalität und Ambivalenz besser zu verstehen und zu beschreiben? Kann eine solche Perspektive nützlich sein bei der Erklärung von Erschütterungen hervorgerufen durch Prozesse der Gentrifizierung, der Teilung, des agrarischen und industriellen Wandels, sowie durch Entwicklungsinitiativen, die Menschen zwingen ihren Ort zu verlassen, während andere bleiben, trotz dramatischen Wandels des sozialen und räumlichen Umfelds?

Um Anmeldung bei PD Dr. Antje Linkenbach-Fuchs wird gebeten. Nach Anmeldung erhalten Sie den Zugangslink.