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Forschungskolleg „Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ nimmt auf dem Forschungscampus Gotha seine Arbeit auf

Der Forschungscampus Gotha der Universität Erfurt ist ab dem 1. Januar 2021 um eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung reicher: Im neuen Jahr nimmt das „Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ dort seine Arbeit auf.

Das neue Forschungskolleg wird als zentrale wissenschaftliche Einrichtung die von der Forschungsbibliothek Gotha kuratorisch betreute Sammlung Perthes stärker mit den wissenschaftlichen Aktivitäten am Campus Erfurt verbinden und die Sammlung als universitäre Sammlung für die nationale wie internationale Scientific Community profilieren. Ziel ist es, die Forschungen zur Sammlung Perthes zu intensivieren und ihre Sichtbarkeit als ein nationales Kulturgut, das große Aufmerksamkeit verdient, zu erhöhen. Von der Sammlung Perthes ausgehend wollen die Wissenschaftler*innen zugleich andere (Gothaer) Sammlungsbestände vom ausgehenden 18. bis zum 20. Jahrhundert in ihre Arbeit einbeziehen. Ein Schwerpunkt soll dabei die Forschung zur Kartografie der Meere sein, die bereits in einem vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Verbundprojekt begonnen hat.

"Uns interessieren transkulturelle Studien, die globalhistorische Ansätze mit Ansätzen aus der historischen Wissensforschung, den Literatur- und Medienwissenschaften aber auch den Politikwissenschaften aufeinander beziehen. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, die Sammlung ‚in die Welt hinaus zu tragen‘ und natürlich hoffen wir, dass die Welt auch nach Gotha kommt – vor allem im Rahmen der Gothaer Stipendienprogramme.“  (Prof. Dr. Iris Schröder)

Ein zweiter wichtiger Bereich wird in der historischen Forschung zu Afrika liegen. „Hier haben wir in der Vergangenheit mit unseren äthiopischen Partnern bei der gemeinsamen Lektüre der Karten, die gerade im Falle Äthiopiens in Gotha in einer besonderen Dichte vorliegen, sehr viel Neues gelernt“, erklärt Prof. Dr. Iris Schröder, die das Forschungskolleg als Direktorin in den kommenden fünf Jahren leiten wird. „Wir möchten diese Kooperation weiterführen, ausweiten und Kolleg*innen aus Tansania oder Kamerun für die gemeinsame Arbeit gewinnen. Auch Westafrika und Südostafrika stehen auf dem Programm – wobei wir diese Arbeit als einen Beitrag zur Geschichte des ‚Kolonialismus in Thüringen‘ verstehen, denn auch der Verlag Justus Perthes Gotha war eng in das koloniale Projekt verstrickt. Und nicht zuletzt hoffen wir, im Frühjahr ein weiteres großes Vorhaben starten zu können: die Digitalisierung des gesamten Kartenbestands zu Afrika und Asien, insgesamt gut 35 000 Karten. Alles in allem ist es uns ein großes Anliegen, die Sammlung ‚in die Welt hinaus zu tragen‘ und natürlich hoffen wir, dass die Welt auch nach Gotha kommt – vor allem im Rahmen der Gothaer Stipendienprogramme.“

Lesen Sie dazu auch das Interview im Forschungsblog „WortMelder“.

Weitere Informationen / Kontakt:
Prof. Dr. Iris Schröder
E-Mail: iris.schroeder@uni-erfurt.de

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