Leitlinien für Studium und Lehre an der Universität Erfurt

Präambel

Die Universität Erfurt, im Jahr 1994 als Reformhochschule mit einem geistes-, kultur- und so-zialwissenschaftlichen Profil neugegründet, hat sich dazu verpflichtet, Studierende in wissenschaftlichen Disziplinen zu qualifizieren und sie darüber hinaus durch die Auseinandersetzung mit und Integration von unterschiedlichen wissenschaftlichen Sichtweisen auf die Herausforderungen einer modernen Gesellschaft vorzubereiten. Die Universität Erfurt sieht ihren Beitrag zu zeitgemäßer universitärer Bildung in der Verbindung von intellektueller und persönlicher Bildung. Die Grundlage des Studiums bildet der direkte Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden in der Präsenzlehre.

Grundidee des Studiums an der Universität Erfurt ist ein einheitliches Studienmodell mit höchstmöglicher Polyvalenz für alle Studierenden im Bachelor-Studium. Darin werden zwei Fächer, eines als Haupt- und das zweite als Nebenfach studiert. Zu den wesentlichen Elementen des Bachelor-Studiums zählen auch das obligatorische, interdisziplinäre Studium Fundamentale und der Studienbereich „Berufsfeld“.

Die Universität Erfurt unterscheidet auf Master-Ebene zwischen anwendungsbezogenen und forschungsorientierten Masterstudiengängen.
Das Lehramtsstudium ist während des Bachelor-Studiums in die Zweifach-Bachelor-Struktur integriert. Im Anschluss an das Bachelor-Studium findet dann eine konsequent auf die zukünftige Berufspraxis ausgerichtete Qualifizierung in den Master-Lehramtsstudiengängen statt.

Forschendes Lernen

Durch ihre zukunftsorientierte Forschung entwickelt die Universität neue Einsichten, Sichtweisen auf und Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Frage- und Problemstellungen und schafft so beständig neues Wissen. Ein Studium an der Universität ermöglicht neben dem Erwerb fachwissenschaftlicher Grundlagen auch an neuen Forschungsergebnissen teilzuhaben. Forschendes Lernen als ein hochschuldidaktisches Prinzip ermöglicht den Studierenden, im Rahmen von Lehrveranstaltungen aktiv an Forschungsprojekten zu partizipieren oder in eigenen Projekten selbst zu forschen.

Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist eine Grundvoraussetzung für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen in einer zunehmend vernetzten und globalisierten Welt.
Die Universität Erfurt gewährleistet ein Studium, welches multiperspektivische Analysen zur kritischen Erschließung der Welt integriert und kollaborative Lösungsansätze über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg ermöglicht.

Persönlichkeitsbildung

Die Universität Erfurt bereitet ihre Studierenden darauf vor, in beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Kontexten souverän und couragiert zu agieren, mit Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten reflektiert umzugehen, ihr Wissen sinnvoll anzuwenden und so gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Chancengleichheit und Durchlässigkeit

Die Universität Erfurt schafft für Studierende mit heterogenen Bildungsbiografien, Erfahrungshintergründen, Studienerwartungen und Lebenslagen die Möglichkeit, den von ihnen angestrebten Studienerfolg zu verwirklichen. Darüber hinaus stellt sie sich der Aufgabe der lebenslangen akademischen (Weiter-)Qualifizierung.

Internationalisierung und Mobilität

Die Universität Erfurt schafft für ihre Studierenden Studienbedingungen und -angebote, die den Gedanken der Internationalität, Weltoffenheit und Diversität verpflichtet sind. Die Förderung von internationalen Kooperationen, Incoming- und Outgoing-Mobility sowie fremdsprachige Lehrangebote zählt sie zu ihren Kernaufgaben.

Digitalisierung

Die Universität Erfurt stellt sich den Herausforderungen der Digitalisierung in der Wissensvermittlung und fördert den Einsatz digitaler Lehr- und Lernangebote. Sie verfolgt das Agieren in der digitalen Welt als wissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand und als Inhalt ihrer Studiengänge.

Gender und Diversität

Die Universität Erfurt begreift sich als geschlechtergerechte und diversitätssensible Hochschule. Gender- und Diversity-Kompetenz sind wichtige inhaltliche Themen der Lehre. Der konstruktive Umgang mit Vielfalt wird mit dem Anspruch verbunden, Studierende in ihrer Vielfalt aktiv zu fördern und sie bei der Entwicklung und dem Erwerb von Kompetenzen bestmöglich zu unterstützen. Es wird darauf geachtet, dass Geschlechtergerechtigkeit und Familienfreundlichkeit gefördert werden sowie ein offenes und positives Verständnis von Diversität auf dem Campus gelebt wird.

Nachhaltigkeit

Die Universität Erfurt sensibilisiert ihre Studierenden für das Konzept der Nachhaltigkeit. Sie vermittelt ihnen Kompetenzen, die sie befähigen, unsere Gesellschaft im Sinne nachhaltiger Entwicklung mitzugestalten. Die Universität Erfurt orientiert sich in der Gestaltung aller Lern- und Studienbedingungen an Nachhaltigkeitsprinzipien und bildet so einen authentischen Erfahrungsraum nachhaltiger Entwicklung.

Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in Studium und Lehre

Gute Rahmenbedingungen für Lehre und Studium garantieren ihre hohe Qualität. Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleisten die Einhaltung der geltenden wissenschaftlichen und formalen Standards der Studiengänge an der Universität Erfurt. Dabei stellen umfassende und geschlossene Qualitätsregelkreise für alle Aspekte von Studium und Lehre die Basis des Qualitätsmanagements dar. Dieses wird kontinuierlich weiterentwickelt und kommuniziert, um eine umfassende Qualitätskultur in Studium und Lehre zu sichern.

Lehrkultur und Selbstverpflichtung

Die Gestaltung von Qualität in Studium und Lehre prägt die Kultur der Universität, die auf das Verstehen von Bedürfnissen, eine funktionierende Interaktion, die Wertschätzung der Beteiligten und gegenseitiges Vertrauen aufbaut. Wir als Lehrende und die Lehre Unterstützende an der Universität Erfurt fühlen uns in diesem Sinne der kontinuierlichen Sicherung und qualitativen Weiterentwicklung der Studiengänge, der Lehre und der Rahmenbedingungen erfolgreichen Studierens verpflichtet.