Universität Erfurt

Geschichtswissenschaft

Forschungsgruppe „Freiwilligkeit“

Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit Freiwilligkeit als politische Praxis in Geschichte und Gegenwart. Grundannahme unserer Forschung ist, dass vielfältige Arten von „Freiwilligkeit“ von zentraler Bedeutung für das Regieren unterschiedlicher Gesellschaften sind.
Trotz seiner großen Relevanz hat das Thema bislang in der historischen Forschung kaum Aufmerksamkeit erhalten. Allerdings profitieren unsere Überlegungen von gesellschaftlichen und politischen Debatten, die derzeit um das Verhältnis von Freiwilligkeit und Zwang in neoliberalen Gesellschaften kreisen. Unser Forschungsvorhaben schließt an diese Debatten an und lässt den analytischen Blick zugleich weiter kreisen, nämlich auf die Formen und Bedeutungen von Freiwilligkeit über epochale und räumliche Grenzen hinweg: von der Antike bis zur Gegenwart, von den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts bis zu postkolonialen Gesellschaften. Dabei interessiert uns im Besonderen das Verhältnis von soziopolitischer Ordnung einerseits und dem Selbstverständnis und den Handlungsweisen konkreter historischer Akteur/innen andererseits.
Insgesamt versteht sich das Forschungsvorhaben als Beitrag zum Verständnis der Formen und Praktiken gesellschaftlicher Organisation und menschlicher Handlungsweisen in transregionaler und transepochaler Perspektive.

Wir kooperieren in unserer interdisziplinären Forschungsgruppe mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Soziologie (an der Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Philosophie (an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg).

Zweiter Workshop im Wintersemester 2018/19 zu Demokratie und Diktatur

The research unit „Voluntarism“ at Erfurt University is pleased to invite you to a workshop on Democracy and Dictatorship in transregional and transepochal perspective on January 24th and 25th 2019 in Erfurt.

Our key question as a research unit is to what extent voluntary action and participation is a pattern, principle, and even demand in and by liberalism and from a historical long-term perspective. We particularly explore the antinomic structure of voluntary action and participation: On one hand, they require „free” decision making, on the other hand, they are always embedded in a set of conditions, demands, and expectations, which are beyond individual control. How voluntary is voluntary action, if it is conditioned by cultural configurations, and if it even is a political principle and systemic demand? Conceptually, we are inspired by governmentality theory and debates on freedom as practice.

The workshop on Democracy and Dictatorship deals with questions on governmentality, and voluntary action and participation in various historical contexts – from Antiquity to modern liberalism, from Mesopotamia to North America. Mitchell Dean (Copenhagen Business School) will give a conceptual keynote on the topic, with a commentary by Susanne Krasmann (Hamburg University). Claudia Horst (LMU Munich) goes back to democratic and participative forms of governance in Mesopotamia and highlights their transfer to Athens, later known as the „cradle of democracy“. Volker Depkat (Regensburg University) explores voluntarism as remedy for the diseases of Democracy in the American Republic, often considered the cradle of liberty in the modern world.

For further information or registration please contact: daniel.albrecht@uni-erfurt.de

Vortrag und Diskussion: Dimensionen der Freiheit bei Foucault – Ein Ordnungsvorschlag

Wie können Freiheit und Widerstand innerhalb von Foucaults Theorie der Macht und Subjektivierung konzipiert werden? Diese zentrale Frage der Interpretation von Foucaults vielschichtigem Werk wurde in der sozialphilosophischen Debatte sehr unterschiedlich beantwortet: Das Spektrum reicht von Foucault als Analytiker der totalen Repression bis hin zu Foucault als Philosophen der Freiheit. Dass bis heute kaum Klarheit über den Status von Freiheit in Foucaults Werk erreicht werden konnte, liegt auch daran, dass die gängigen Interpretationen die verschiedenen Freiheitsbegriffe, die in Foucaults Werk zu finden sind, vermischen. Karsten Schubert bringt in seinem Vortrag Ordnung in diese unübersichtliche Lage, in dem er die verschiedenen Freiheitsbegriffe und Freiheitsprobleme in Foucaults Werk differenziert. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis der gouvernementalitätsanalytischen Kritik sowie eine Neubewertung der Bedeutung von demokratischen Institutionen bei Foucault.

Der Vortrag findet am Mittwoch, den 19. Dezember 2018, von 18-20 Uhr statt.

Am Donnerstag, 20. Dezember, gibt es von 10-12 Uhr eine Diskussionsrunde, in der Karsten Schubert sein neues Buch "Freiheit als Kritik. Sozialphilosophie nach Foucault" vorstellt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Erster Workshop im Wintersemester 2018/19 zum Martyrium

Den Auftakt in einer Reihe von Workshops der Forschungsgruppe Freiwilligkeit bilden unsere Diskussionen zum Martyrium in transregionaler und transepochaler Perspektive.

Der Workshop besteht aus einem Abendvortrag von Jan-Peter Hartung (Göttingen) und Diskussionsbeiträgen von Katharina Waldner (Erfurt), Christian Oertel (Erfurt) und Željana Tunić (Jena).

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Eröffnungsvortrag zum Sommersemester 2017

Zum Start in das Sommersemester 2017 lud das Historische Seminar der Universität Erfurt alle Interessierten herzlich zum Eröffnungsvortrag ein.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Freiwilligkeit als politisches Prinzip“, sprach Dr. Simona Slanicka (Bern) zum Thema: „Die Kunst der freiwilligen Wahl. Eine Geschichte des Broglio im frühneuzeitlichen Venedig“

Mittwoch, den 12. April 2017, 18 bis 20 Uhr, Lehrgebäude 4, Raum D08
Im Anschluss daran fand im Lichthof des LG 4 ein kleiner Empfang statt.

Vorlesungsreihe des Historischen Seminars im Sommersemester 2017

Im Sommersemester 2017 veranstaltete das Historische Seminar der Universität Erfurt unter dem Titel „Freiwilligkeit als politisches Prinzip“ eine Vortragsreihe.

Die Vorträge fanden immer mittwochs von 18–20 Uhr im Lehrgebäude 4, Raum D08 statt.

Die Veranstaltungsreihe endete am 15. Juni 2017 mit dem Workshop „Freiwilligkeit in globaler Perspektive“.

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