Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Anita Neudorfer: Doktorandin

Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

Postfach 900 221

99105 Erfurt

Vita

Akademischer Werdegang

  • 2017-lfd. Doktoratsstudium Soziologie im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs: „Resonante Weltbeziehungen in sozio-religiösen Praktiken in Antike und Gegenwart" Max-Weber-Kolleg Universität Erfurt und Universität Graz
  • 2014-16 Masterstudiengang Musiktherapie an der IMC Fachhochschule Krems
  • 2011-14 Bachelorstudiengang Musiktherapie an der IMC Fachhochschule Krems (Eintragung in die MusiktherapeutInnenliste gemäß MuthG §8 (BMG) 2014)
  • 2009-13 Bachelorstudium Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets an der Universität Wien
  • 2006-12 Individuelles Diplomstudium (Mag.) Religionswissenschaft an der Universität Wien

Auszeichnung

  • 2018 Preisträgerin Johannes Th. Eschen-Preis der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft

Berufserfahrung

  • 2014-2017 Musiktherapeutin im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck (Oberösterreich) in den Abteilungen
    a) Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin
    b) Palliativstation

Forschungsprojekt

Zur Heilkraft von Gesang. Rezente Gesangsbewegungen aus resonanztheoretischer Perspektive

Das Schnittfeld von Gesang, Heilung und Therapie erfährt in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Die Beziehung von Stimme und Heilung wird nicht nur im Bereich moderner Spiritualität, Freizeit- und Bildungssektor oder als kirchliches Angebot thematisiert, sondern erfährt auch zunehmend Eingang in medizinisch-therapeutische Kontexte.
Zu beobachten ist hier ein (neues?) Verständnis und eine Verschränkung von Körper, Religion und Gesundheit sowie (religiöser) Selbstorganisation und Vergemeinschaftung. Eine zentrale Frage, die sich bei der Betrachtung dieser Vergemeinschaftungsprozesse stellt, ist, inwiefern Stimme, Heilung und Gemeinschaft neue religiöse „Wirklichkeiten“ erzeugen. Wie wirkt diese „Wirklichkeit“ zurück auf Wahrnehmung und Handlungspraxis der Subjekte? Welche Rolle wird dem Gesang zugeschrieben? Welche Rolle spielen die oft konstatierte Beschleunigung und Ästhetisierung bzw. Singularisierung der Spätmoderne für die Popularisierung rezenter Gesangsbewegungen?

Im methodologischen Rahmen der Grounded Theory (Charmaz, 2006) sowie wissenssoziologischer Diskursanalyse (Keller et al, 2001) werden mittels multiperspektivischer Interviews und teilnehmender Beobachtung empirische Daten erhoben. Es wird eine Diskursanalyse erstellt, deren Horizonte vor dem Hintergrund des Resonanzkonzeptes in der leibphänomenologischen Religionssoziologie, kulturwissenschaftlichen Religionswissenschaft und den Sozialwissenschaften liegen. Unter Einbezug der Resonanztheorie (Rosa, 2016) als heuristischem Leitmotiv zielt das Promotionsprojekt darauf, die spätmoderne Koexistenz von religiösen und säkularen Diskursen am Beispiel von Gesangsbewegungen (neu) in den Blick zu nehmen und diese qualitativ-empirisch sowie theoretisch gehaltvoll zu verorten. Damit möchte diese Studie einen Beitrag zu einer differenzierten Erforschung religiöser Gegenwartskultur sowie spätmoderner Subjektivierungsweisen leisten (Bröckling, 2007).

Publikationen

  • Neudorfer, A. (2016). Musiktherapie auf der Palliativstation. In: Lebenswert. Die oberösterreichische Hospiz- und Palliativzeitung: Abschied. 2/2016, 45.
  • Neudorfer, A. (2016). Spirituality and music therapy: An action research project in clinical music therapy within the context of an anthropological theory of spirituality. In: Approaches: An Interdisciplinary Journal of Music Therapy, First View (Advance online publication), 1-15. URL: http://approaches.gr/neudorfer-a20160424
  • Neudorfer, A. (2016). Music-healing-therapy. Singing Hospitals and music therapy in the tension of self-positioning and any understanding of therapy“. Nordic journal of music therapy VOL. 25, NO. S1, 1-2: Abstracts of the 10th European Music Therapy Conference.
  • Neudorfer, A. (2013). Bestattungskultur im Wandel: Neue Wege für die ewige Ruh’. In: Praxis Palliative Care/ Demenz. Das Jahresheft (1): Totensorge, 32-33.

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