Universität Erfurt

Max-Weber-Kolleg

Dr. Riccarda Suitner: Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kolleg-Forschergruppe

Universität Erfurt
Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
Postfach 900221
99105 Erfurt

  • +49(0)361/737-2885
  • +49(0)361/737-2809

riccarda.suitner@uni-erfurt.de

Vita

full CV (pdf)


Vita

  • 2005 Abitur, Liceo classico Terenzio Mamiani, Rom
  • 2005-2011 Studium der Geschichte, der Kunstgeschichte und der Philosophie an der Universität La Sapienza (Rom) und an der Universität zu Köln
  • 2008 B. A., Universität La Sapienza
  • 2011 M. A., Universität La Sapienza
  • 5/2014 Promotion, Universität Erfurt (Titel der Dissertation: Die philosophischen Totengespräche der Frühaufklärung; Betreuer: Prof. Dr. Martin Mulsow und Prof. Dr. Bärbel Frischmann)
  • Seit 6/2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Weber-Kolleg


Stipendien

  • WS 2007-2008 bis SS 2008 Erasmus-Stipendium an der Universität zu Köln
  • 10/2010-11/2010 Herzog-Ernst-Stipendiatin der Fritz-Thyssen-Stiftung
  • 2011 Stipendiatin der Graduiertenschule „Religion in Modernisierungsprozessen“ der Universität Erfurt, Graduiertenkolleg „Heterodoxie, Dissidenz und Subversion 1600-1800“
  • 2012-2014 Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 5/2013 „Auslandstipendium“ der Studienstiftung des deutschen Volkes für einen Forschungsaufenthalt am Warburg Institute, London
  • 3/2014 Predoctoral Research Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte


Mitgliedschaften

  • 2007-2010 Forschungsgruppen "Il paradigma cartesiano" (nationales Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit den Universitäten von Udine und Lecce), "Dal cartesianismo all'illuminismo radicale" und "La tentazione del materialismo" (Universität ,Sapienza‘)
  • Società Italiana di Studi sul Secolo XVIII
  • Deutsche Gesellschaft für Philosophie
  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts
  • International Society for Intellectual History
  • International Research Network “Natural Law 1625-1850” (Projektleiter: Dr. Frank Grunert, Prof. Dr. Knud Haakonssen, Prof. Dr. Diethelm Klippel)
  • Research network “EMoDiR” (Early Modern religious Dissents and Radicalism)

Publikationen, Vorträge, Tagungen

Forschungsprojekt

Medizin und die Radikale Reformation (ca. 1530-1670)

Das Habilitationsvorhaben setzt sich die Abfassung einer bislang nicht existierenden Monographie zum Ziel, welche die Verbindung behandelt, die zwischen der Medizin und der Radikalen Reformation in der Frühen Neuzeit bestand. Im Jahre 1531 veröffentlichte der spanische Arzt Michael Servetus in Straßburg De trinitatis erroribus, welche als die erste antitrinitarische Schrift der Neuzeit angesehen wird. Dieses Werk hat aufgrund seiner antitrinitarischen Grundlagen von Erklärungen vieler der dort behandelten physiologischen Theorien nicht nur Dissidenten verschiedenster Herkunft, sondern auch weit mehr als eine Generation von Ärzten beeinflusst. 

Im Mittelpunkt des Projektes wird der Transfer von (heterodoxem) medizinischem Wissen verschiedener konfessioneller Kontexte, und zwar sowohl innerchristlicher (protestantische → katholische und umgekehrt) als auch extrachristlicher und extraeuropäischer (christliche → muslimische Gelehrsamkeit und umgekehrt) stehen. Die Methoden der klassischen Ideengeschichte, der Universitäts- Medizin- und Sozialgeschichte sowie der Verflechtungsgeschichte werden integriert werden. Häresien waren gleichsam die Motoren der religiösen Individualisierung in der Frühen Neuzeit. Wer in religiösen Fragen ein abweichendes Verhalten gegenüber den etablierten Mehrheiten riskierte, war auf engmaschige Netzwerke von Gleichgesinnten angewiesen. Es ist von großem Interesse, sowohl die Gründe der Abweichung als auch ihre gemeinschaftsbildenden Konsequenzen zu erforschen.

Der Ansatz der Forschung wird es erlauben, einen spezifischen Aspekt der religiösen Dissidenz des 16. und 17. Jh. in transnationaler Perspektive zu berücksichtigen, wobei Verbindungen zwischen kulturellen Kontexten rekonstruiert werden, die man selten vergleichend betrachtet. Die Netzwerke der antitrinitarischen Mediziner bilden eine Gruppe einheitlichen Charakters. Dies wird es einerseits erlauben, das Verhältnis zwischen individuellen Schicksalen und breiten Migrationswellen aus Glaubensgründen (sowie zwischen der Besonderheit, mit der bei jedem der behandelten Akteure die Verbindung zwischen Medizin und Theologie ihre eigene, spezifische Form angenommen hat) und andererseits die langfristigen theologischen und sozialen Wirkungen des religiösen Nonkonformismus zu untersuchen.

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