Universität Erfurt

Universitätssportverein Erfurt e.V.

USV appelliert an Landesregierung Entscheidung zur Nutzung der Unisporthalle als Flüchtlingsaufnahmeunterkunft zurückzunehmen: Präsident Panse: „Mehr als 4.000 Sportler betroffen“

USV appelliert an Landesregierung Entscheidung zur Nutzung der Unisporthalle als Flüchtlingsaufnahmeunterkunft zurückzunehmen

„Wir sehen die Notwendigkeit den in Thüringen ankommenden Flüchtlingen zu helfen und wir tun das als Sportverein nach unseren Möglichkeiten, in dem wir Flüchtlingskinder in unsere Sportangebote aufgenommen haben. Die Entscheidung der Landesregierung, die Sporthalle auf dem Universitätscampus als temporäre Flüchtlingsaufnahmeunterkunft zu nutzen, nimmt uns aber die Möglichkeit unser Sportangebot aufrechtzuerhalten“, reagiert der Präsident des Universitätssportvereins Erfurt e.V. Jens Panse. Völlig unverständlich sei es, dass man nicht im Vorfeld mit den Betroffenen gesprochen, sondern über die Köpfe der Sportler hinweg entschieden habe. „Wir appellieren an die Landesregierung ihre Entscheidung zurückzunehmen“, schreibt der Vorstand des Vereins in einem  offenen Brief an den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Von der Schließung der Vierfelder-Halle für den Sportbetrieb wären nicht nur 150 Sportlehrerstudenten in ihrer Ausbildung betroffen sondern auch 2.579 Studierende und Mitarbeiter von Uni und Fachhochschule und 1.480 Vereinssportler – darunter auch viele Kinder, Familien und Senioren – die in der Halle trainieren. Der USV Erfurt ist der Sportverein der Landeshauptstadt mit der größten Anzahl aktiver Sportler. Diese nutzen auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der Universität nahezu ausschließlich die Uni-Sporthalle, in der auch das Landesleistungszentrum Karate mit mehreren aktuellen Deutschen Meistern beheimatet ist. Insgesamt 6 Basketball- und Volleyball-Mannschaften tragen ihren Punktspielbetrieb in der Halle aus. 7 Kindersportkurse mit insgesamt 248 Teilnehmern bietet der Unisportverein in seiner Kindersportabteilung an. Der USV nutzt die Halle auch für zwei vom Bundesministerium geförderte Modellprojekte – eine Spiel- und Ballschule und eine Sicherheitsschule - mit 40 Kindern. Am 27. Oktober soll in Kooperation mit dem Stadtsportbund der 4. Frauensporttag in Erfurt in der Halle stattfinden. „Bei aller Solidarität der Sportfamilie ist es nicht vorstellbar, dass das alles aufgefangen werden kann“, zeigt sich der Präsident besorgt.  

Auf der Grundlage des Kooperationsvertrages mit den Hochschulen organisiert der USV zudem das Hochschulsportangebot für die rund 11.000 Studierenden in Erfurt. 2.579 haben sich für die in dieser Woche gestarteten 160 Kurse im Wintersemester angemeldet. „Durch ausfallende Kursbeiträge in Höhe von mindestens 50.000 Euro drohen dem Verein auch wirtschaftliche Probleme“, erklärt der Präsident. „Um unsere vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, haben wir 5 hauptamtliche Mitarbeiter und 82 Übungsleiter vertraglich gebunden, die zum Teil wirtschaftlich von den Honoraren abhängig sind.“ Diese müssten sich andere Einnahmemöglichkeiten erschließen und stünden perspektivisch nicht mehr für die Hochschulsportangebote des USV zur Verfügung. „Der in 10 Jahren aufgebaute qualitative Standard des Hochschulsports wäre deshalb durch den Ausfall über einen längeren Zeitraum stark gefährdet“, so Panse.

Völlig unklar sei derzeit noch, wie und ob der Sportbetrieb in der angrenzenden und mit der Vierfelder-Halle verbundenen Sporthalle des USV weitergeführt werden könnte, wenn das Land nebenan eine Flüchtlingsaufnahmeunterkunft einrichten wolle. „Der Anbau an die Unisporthalle wurde 2007 auch mit Mitgliedsbeiträgen der Vereinssportler finanziert und vom Verein errichtet. Dieser steht für eine nichtsportliche Nutzung nicht zur Verfügung“, stellt der Präsident fest.

„Die Folgen für den Sport in der Landeshauptstadt wären so oder so auf jeden Fall gravierend. Wir fordern deshalb nochmals die Landesregierung auf, die Entscheidung aufzuheben und andernfalls klare Antworten zu geben, was aus den Mitgliedern, den Mitarbeitern und Trainern des Vereins wird und wer für die wirtschaftlichen Folgen aufkommt“, so der Vereinspräsident abschließend.

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