Geschlechtersensible Medizin – Warum gleiche Behandlung nicht immer gerecht ist

Podcast
Bildkollage mit einem schwarz-weiß-Foto von Dr. Sarah Eitze und Dr. Sigrid März, dunkelweinroter Hintergrund, Wortmelder in Kapitälchen, der Wissenschaftspodcast der Universität Erfurt

Wir müssen Patient*innen stärken – vor allem aber müssen wir Ärzt*innen besser darin schulen, Symptome von Anfang an ernst zu nehmen.“ Dr. Sarah Eitze

Herzinfarkte werden bei Frauen oft später erkannt. Endometriose bleibt nicht selten über Jahre undiagnostiziert. Und manche Medikamente wirken bei Frauen und Männern unterschiedlich. Trotzdem orientiert sich ein großer Teil medizinischen Forschens und Wissens noch immer an Studien mit überwiegend männlichen Probanden.

In dieser „WortMelder“-Folge sprechen Gesundheitswissenschaftlerin Dr. Sarah Eitze und Wissenschaftsjournalistin Dr. Sigrid März darüber, warum das Geschlecht in der Medizin eine entscheidende Rolle spielt – biologisch ebenso wie gesellschaftlich. Es geht um blinde Flecken in der Forschung, stereotype Vorstellungen im medizinischen Alltag und die Frage, wie eine geschlechtersensible Medizin Diagnosen verbessern, Therapien individueller gestalten und die Gesundheitsversorgung für alle Menschen gerechter machen kann.

Endometriose betrifft Millionen Menschen. Dass viele trotzdem im Stillen leiden und jahrelang ohne Diagnose bleiben, sollte sich keine Gesellschaft leisten.“ Dr. Sigrid März

Dabei wird klar: Geschlechtersensible Medizin bedeutet nicht, Menschen unterschiedlich zu behandeln, sondern medizinisch relevante Unterschiede dort zu berücksichtigen, wo sie einen Unterschied für Gesundheit und Behandlung machen.

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Dr. Sarah Eitze ist Gesundheitswissenschaftlerin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt. Sie beschäftigt sich mit Wissenschafts- und Gesundheitskommunikation sowie der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt werden können. Im Verbundprojekt GendiMedNet verantwortet sie die Wissenschaftskommunikation zu geschlechtersensibler Medizin.

Dr. Sigrid März ist promovierte Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Autorin. Sie recherchiert und schreibt vor allem zu Medizin- und Gesundheitsthemen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Stefanie Burghaus veröffentlichte sie im Jahr 2024 den Ratgeber „Let's talk about Endometriose“ und setzt sich ebenfalls dafür ein, medizinisches Wissen verständlich und evidenzbasiert zu vermitteln.
Dr. Sigrid März war im Sommersemester 2026 als Journalistin in Residence am Institute for Planetary Health Behaviour (IPB) tätig. Dort tauschte sie sich mit den Wissenschaftler*innen des IPB, so u. a. mit Dr. Sarah Eitze, über Wissenschafts- und Gesundheitskommunikation aus und arbeitete gemeinsam mit ihnen zu den Themen Klima und Gesundheit.