„[…] wie denn überhaupt Gotha die schönste Schloßanlage in den sächsischen Herzogtümern hat […]“, schrieb Karl Friedrich Schinkel 1826 über die Residenzstadt. Wenige Jahre später entstand hier mit dem Hoftheater ein Bau mit Schinkel als Gutachter.
Der Bau des Gothaer Hoftheaters in den 1830er Jahren ist mehr als ein architektonisches Projekt: Er steht exemplarisch für das Zusammenspiel von künstlerischem Entwurf, fachlicher Begutachtung und politischer Einflussnahme. Im Zentrum stehen dabei die Entwurfsprozesse zwischen dem Gothaer Baurat Gustav Eberhard und Karl Friedrich Schinkel. Zugleich ist der Theaterbau im Kontext der dynastischen Neuordnung von 1826 zu verstehen, die einen verstärkten Ausbau repräsentativer Architektur nach sich zog.
Jacqueline Gabbey beleuchtet die Entstehung des Projekts und geht den architektonischen Konzepten des Baus anhand überlieferter und wiederentdeckter Zeichnungen nach. Abschließend richtet sie den Blick auf die weitere Geschichte des Theaters bis zu jenem Einschnitt im Jahr 1945, der sein Fortbestehen beendete.
Jacqueline Gabbey ist seit Oktober 2024 Wissenschaftliche Volontärin für Regional- und Kulturgeschichte an der Friedenstein Stiftung Gotha. Gemeinsam mit Dr. Christian Göcke (Friedenstein Stiftung Gotha) und Dr. Katrin Henzel (Forschungsbibliothek Gotha) ist Jacqueline Gabbey Kuratorin der Ausstellung „Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen“ im Spiegelsaal von Schloss Friedenstein.

