Wie viel Rat braucht Erziehung? Eltern zwischen Orientierung und Überforderung

Podcast
Bildkollage mit einem Foto von Prof. Dr. Ulf Sauerbrey, hellroter Hintergrund, Wortmelder in Kapitälchen, der Wissenschaftspodcast der Universität Erfurt

Rat ist allgegenwärtig geworden. Heute begegnet Eltern Rat auch in Social Media – Rat, den sie gar nicht gesucht haben.“ Prof. Dr. Ulf Sauerbrey

  • Wie viel Bildschirmzeit ist gut für mein Kind? 
  • Was hilft, wenn mein Kind die Nacht nicht durchschlafen kann? 

Eltern finden heute auf nahezu jede Erziehungsfrage eine Antwort – mithilfe digitaler Medien – auf Blogs, in Podcasts und sozialen Medien oder direkt bei KI-Chatbots. Doch die unüberschaubare Fülle an Ratschlägen kann auch verunsichern und unter Druck setzen. In dieser „WortMelder“-Folge spricht Prof. Dr. Ulf Sauerbrey darüber, wie sich Elternrat verändert hat, woran sich gute Ratgeber erkennen lassen und welche Rolle Forschungserkenntnisse und Wissen dabei spielen (sollten).

Ob Attachment Parenting, Gentle Parenting oder bedürfnisorientierte Erziehung: Unterschiedliche Konzepte konkurrieren um die Aufmerksamkeit von Eltern. Dabei berufen sich viele Ratgeber auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Doch aus der Forschung lassen sich nicht automatisch Handlungsempfehlungen ableiten. Mit dem Aufkommen generativer KI erhält die Suche nach Erziehungsrat eine weitere Dimension. Chatbots beantworten Fragen rund um Kinder und Erziehung unmittelbar – doch auf welche Wissensquellen stützen sich ihre Antworten? Und wie können Eltern einschätzen, ob die Empfehlungen tatsächlich verlässlich sind?

Prof. Dr. Ulf Sauerbrey plädiert dafür, wissenschaftliches Wissen verständlich und zugänglich zu machen, statt Eltern mit immer neuen Handlungsanweisungen zu versorgen. Denn nicht jede Erziehungsfrage braucht eine allgemeingültige Antwort. Entscheidend ist vielmehr, Forschungsergebnisse kritisch einzuordnen und daraus passende Lösungen für den eigenen Alltag zu entwickeln.

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Prof. Dr. Ulf Sauerbrey ist seit 2024 Professor für Kindheit und Jugend in digitalen Bildungswelten an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Zuvor war er Professor für Kindheitspädagogik an der Hochschule Neubrandenburg und in verschiedenen wissenschaftlichen Positionen an den Universitäten Erfurt, Graz, Jena und Bamberg tätig. Er studierte Erziehungswissenschaft und Neuere Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er 2013 promovierte und 2017 habilitiert wurde. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kindheit und digitale Medien, Erziehung und Elternschaft sowie die Erforschung von Ratgebermedien. Im April 2026 erschien der von ihm gemeinsam mit Tessa-Marie Menzel und Fabian Hemmerich herausgegebene Sammelband „Digitale Ratgebermedien“.