„Gesundheit geht uns alle an“ – Sophias Studium als Startpunkt für ihre Karriere im Healthcare Marketing

Alumni
Bildmontage mit Porträtbild von Sophia lächelnd mit langen braunen Haaren und hellblauem Jacket, vor schwarz-türkisem Hintergrund, Alumna Sophia (als Text), Gesundheitskommunikation

Während eines PR-Praktikums entflammte in unserer Alumna Sophia die Begeisterung für medizinische Themen und innovative Technologien im Gesundheitswesen. Der Wunsch, komplexe Gesundheitsthemen verständlich zu vermitteln und Menschen nachhaltig zu erreichen, führte sie an die Universität Erfurt zum Master-Studium Gesundheitskommunikation. Dort begeisterte sie vor allem das Zusammenspiel aus Psychologie, Medizin und Kommunikation – und bestärkte sie in ihrem Ziel, Aufklärungsarbeit zu leisten und mehr Sichtbarkeit für Gesundheitsthemen zu schaffen. Im Interview erzählt uns Sophia, warum das Studium für sie „zukunftsweisend, sinnstiftend und relevant“ war – und wie es ihren beruflichen Weg geprägt hat.

Warum haben Sie sich damals für den Master Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt entschieden? Zuvor haben Sie Kommunikationswissenschaft in Bamberg studiert – was hat Sie dazu bewegt, sich fachlich in Richtung Gesundheit zu spezialisieren?
Nach meinem Bachelor-Studium in Kommunikationswissenschaft habe ich ein Praktikum in einer PR-Agentur gemacht. Dort durfte ich einen Kunden aus der Medizintechnikbranche betreuen. Die Themen haben mich sofort fasziniert und ich habe mich tiefergehend mit ihnen auseinandergesetzt. Beeindruckt hat mich die Tatsache, dass ich von vielen innovativen Technologien und dem wissenschaftlichen Fortschritt in diesem Kontext zum ersten Mal gehört habe. Das hat mich angespornt, das Thema Gesundheit stärker in die Gesellschaft zu tragen. Denn das geht uns alle an.

Was hat Sie am Studiengang Gesundheitskommunikation besonders gereizt?
Besonders gereizt hat mich der psychologische Faktor in der Kommunikation und natürlich auch der Gesundheitsbezug. Wie gelingt es uns, durch zielgerichtete und qualitativ hochwertige Kommunikation, erlernte und verinnerlichte Verhaltensweisen der Menschen zu verändern? Warum ist es so wichtig, über Gesundheitsthemen zu kommunizieren? Und wieso verhalten sich Menschen gesundheitsschädigend? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, habe ich mich für den Master an der Universität Erfurt entschieden.

Wie würden Sie den Master Gesundheitskommunikation in drei Worten beschreiben?
Zukunftsweisend. Sinnstiftend. Relevant.

Welche Inhalte, Module oder Projekte sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben – und warum?
Eigentlich alles – sogar Statistik hat mir rückblickend Spaß gemacht. Ob Psychologiekurse, Theorien der Gesundheitskommunikation oder Praxismodule: Gesundheitskommunikation zu studieren, war für mich die beste Entscheidung meines Lebens.

Und wie haben Sie die Mischung aus Kommunikationswissenschaft, Medizin und Psychologie wahrgenommen?
Genau diese Interdisziplinarität hat mein Studium ausgemacht – denn man braucht all das, um gezielt, professionell und erfolgreich zu kommunizieren. Es reicht eben nicht, schöne Texte zu schreiben. Wenn man sich fachlich nicht auskennt oder nicht versteht, wieso die Menschen sich so verhalten wie sie es eben tun, wird die Message beim Rezipienten nicht ankommen. Es ist ein Baukasten und jeder Fachbereich entspricht einem Baustein. Nur wenn alles zusammenkommt, kann man auch einen Erfolg verzeichnen.

Welche Rolle haben empirische Methoden und ggf. Statistik in Ihrem Studium gespielt – und wie wichtig sind sie heute für Ihren Job?
Die haben eine große Rolle in meinem Master-Studium gespielt, und ich finde es echt gut und wichtig, das zu lernen. Denn darauf basiert ein Großteil aller Gesundheitsinformationen. Fast täglich greife ich auf mein Wissen aus dem Studium zurück. Ich finde es außerdem super anschaulich, mit verständlichen Statistiken und Grafiken zu arbeiten.

Ihr Arbeitsgebiet Brand Management und Communications im Healthcare Marketing scheint ja passgenau an Ihr Master-Studium anzuknüpfen, einige vorherige berufliche Stationen hatten Sie auch schon in diesem Bereich. Nach dem Studium in Erfurt haben Sie sich noch im Markenmanagement weitergebildet. Welche Fähigkeiten aus dem Master-Studium nutzen Sie heute konkret im Gesundheitsmarketing? 
In meinem täglichen Doing ist die Definition unserer Zielgruppen extrem wichtig. Durch eine Analyse anhand der jeweiligen Parameter wird diese klar definiert. Um diese Menschen dann auch gezielt zu erreichen, nutze ich häufig Methoden aus der Gesundheitskommunikation, die die psychologischen Hintergründe der Rezipienten mitdenkt und nutzt. Es ist daher eine Kombination verschiedener Module aus dem Studium, die hier zum Einsatz kommt. Im Endeffekt das, was sich jeder Lehrbeauftragte für die Studis wünscht.

Inwiefern hat Sie das Studium der Gesundheitskommunikation auf die Praxis vorbereitet – was hat gut gepasst, was vielleicht weniger? 
Die Praxismodule waren super, um schon einmal einen Einblick in die Industrie zu erhalten. Ich habe parallel als Werkstudentin gearbeitet und hatte dabei auch immer einen Praxisbezug. Generell konzentrieren sich die Inhalte des Studiums natürlich eher auf die Forschung, das ist aber auch verständlich. Viele meiner Kommilitonen sind auch im Forschungsbereich geblieben. Wichtig ist es, die Inhalte in die Praxis übertragen zu können, das Studium gibt dafür ausreichend Gelegenheiten. Dass die Übersetzung gelingt, hängt aber auch mit dem eigenen Engagement zusammen.

Wie wichtig war das verpflichtende Praktikum für Ihre berufliche Orientierung?
Ich habe mein Praktikum in Form der bereits angesprochenen Werkstudententätigkeit gemacht, die mir einige Türen geöffnet, Orientierung gegeben und meinen Weg geebnet hat.

Genau diese Interdisziplinarität hat mein Studium ausgemacht (…) Es reicht eben nicht, schöne Texte zu schreiben. Wenn man sich fachlich nicht auskennt oder nicht versteht, wieso die Menschen sich so verhalten wie sie es eben tun, wird die Message beim Rezipienten nicht ankommen.“

Sophia vor Kamera und Mikrofon im Interview zum Tag Zukunft der Pflege
Sophia im Interview auf der Konferenz „Zukunft der Pflege“ (Fotorechte liegen bei Sophia)

Kürzlich waren Sie auf einer Konferenz zur „Zukunft der Pflege“ – ein Thema, das uns alle angeht – und haben dort Interviews gegeben. Sie arbeiten auch mit Prominenten zusammen, um auf gesundheitsfördernde Angebote hinzuweisen usw. Wenn Sie uns einen beruflichen Einblick geben mögen – was genau umfasst Ihre Tätigkeit? 
Meine Tätigkeit ist sehr vielseitig. In unserer Agentur haben wir im Bereich Gesundheit viele Projekte mit entsprechenden Services, die ich mit meiner Arbeit zielgruppengerecht und über verschiedenste Kanäle bewerbe. Neben dem klassischen Produktmarketing bin ich auch für die PR meines Bereichs verantwortlich. Das bedeutet, dass ich mich gut mit medizinischen Themen auskennen muss, um diese für Fach- und Publikumspresse adäquat aufzubereiten. Zudem haben wir auch Projekte, mit denen wir Aufklärungsarbeit leisten. Dort nutzen wir verschiedene Maßnahmen, um für die Bevölkerung gesundheitsspezifische Themen verständlich und sinnvoll zu kommunizieren. Ganz konkret also: Viel Strategie und Konzeption, mit Zielgruppen beschäftigen und Briefings erstellen für die operativen Tätigkeiten (Grafik, Design, Layout …).

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in der Gesundheitskommunikation im Berufsalltag? 
Die Relevanz von ausgiebiger Zielgruppenanalyse in Kombination mit psychologischen Modellen wird oft unterschätzt: Am liebsten soll ein Produkt oder eine Botschaft einfach an alle adressiert werden. Das ist aber nicht zielführend, denn keine Botschaft betrifft „alle“. Dafür immer wieder aufs Neue ein Bewusstsein zu schaffen, ist nach wie vor wichtig. Denn man erreicht die richtigen Menschen mit den relevanten Inhalten nur dann, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt, ihre Hintergründe und Verhaltensweisen versteht.

Was motiviert Sie persönlich, im Bereich Gesundheitskommunikation zu arbeiten und Aufklärungsarbeit zu leisten? 
Es gibt so viel Bedarf, wenn es um Gesundheitskommunikation geht – so viele Themen, die nicht ausgiebig oder zielgerichtet genug bei den Menschen ankommen. Eine so große Lücke zwischen dem, was gesund ist, und dem, wie die Menschen sich verhalten. Mich motiviert es, dazu beizutragen, dass diese Lücke zumindest kleiner wird. 

Welche Trends beobachten Sie aktuell im Bereich Gesundheitskommunikation oder Healthcare Marketing? Denken Sie, dass das Thema auch künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird?
Was immer wichtiger wird, sind Marken und die Werte, die dahinterstehen sowie ihre Konsistenz. Das betrifft den Gesundheitsbereich genauso wie alle anderen Sektoren. Zudem versuchen viele Unternehmen an der Kommunikation zu sparen, schließlich kann KI ja den Job übernehmen … – aber so einfach ist das nicht. Was heute und vor allem morgen viel mehr zählt als je zuvor sind Vertrauen und Authentizität.

Für wen, meinen Sie, ist der Master-Studiengang Gesundheitskommunikation besonders geeignet? 
Für alle, die sich für das Thema Gesundheit interessieren und gern mit Medien und verschiedenen medialen Kanälen arbeiten.

Und zum Abschluss: „Mein Erfurt-Moment“: Haben Sie eine besondere Erinnerung an Ihre Studienzeit in Erfurt? 
Eine besondere nicht – nur ein ganz warmes und wohliges Gefühl, wenn ich daran zurückdenke. :)