Neues und Ungewohntes in der Theologie lernen

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Bin dann mal weg: Sebastian in Kanada

Ein Auslandsaufenthalt ist eine feine Sache. Man kann eine fremde Sprache vertiefen, bekommt Einblicke in eine andere Kultur, knüpft neue Kontakte, erweitert seinen Horizont und nebenbei macht es sich im Lebenslauf auch immer gut. Mehr als einhundert Studierende der Uni Erfurt wagen diesen Schritt alljährlich und absolvieren ein Auslandssemester. Wir haben mit Sebastian gesprochen und ihn nach seinen Erfahrungen in Kanada gefragt.

Wo bist du und für welchen Zeitraum wirst du dort sein?
Gott sei Dank darf ich seit Ende August 2014 an der Saint Paul University in Ottawa, Kanada für zwei Semester studieren. Die Zeit endet ca. Anfang Mai 2015 mit dem Ende des Sommersemesters.

Wie begrüßt man sich dort?
Souverän mit „How are you?“, worauf man mit „Fine, and you?“ antwortet. Frankophone nutzen auch gerne „Ça va?“, worauf kreativer Weise häufig einfach „ Ça va.“ folgt.

Warum hast du dich entschieden, dorthin zu gehen?
Aus Interesse an einer modernen Form der Theologie, wegen der Möglichkeit auf Englisch zu studieren und nebenbei Französisch zu lernen und zu sprechen, weil die Uni-Partnerschaft beider Unis das Belegen und Anrechnen von Veranstaltungen viel einfacher macht und finanziell große Vorteile bringt und wegen des guten Rufs von Nordamerika.

Welche Erwartungen hast du an deine Zeit im Ausland und werden sie bisher erfüllt?
Ich hatte die Erwartung, etwas Neues und Ungewohntes in der Theologie zu lernen. Das hat sich voll erfüllt. Genauso wie die Erwartung, dass es schwer werden würde, das gesamte Studienpensum auf Englisch zu leisten. Noch nicht erfüllt hat sich die Erwartung, auch für den Glauben etwas Nutzbares daraus zu ziehen.

Ist es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Teils, teils. Die Menschen sind prinzipiell etwas aufgeschlossener und toleranter als in Deutschland. Auch der Zusammenhalt innerhalb der Uni scheint stärker zu sein. Wenn man nicht die meiste Zeit in der Bibliothek verbringen würde, könnte man sicherlich viel mehr Kontakte knüpfen.

Gibt es etwas im Studium oder täglichen Leben, das sich grundlegend von deinem Alltag in Erfurt unterscheidet? Falls ja, was und hat es dich überrascht?
Die Kälte! Bei fast -20°C bei Eissturm und be-spiketen Reifen zur Uni zu radeln, ist eine einschneidende Herausforderung. Und der Uni-Alltag als solcher. Statt ca. 10 Kursen mit meist mittlerem Arbeitsaufwand gibt es hier fünf Kurse mit höherem Pensum (z. B. wöchentlich ca. 150 Seiten lesen und 2-3 Papers schreiben). Gott sei Dank ist dafür die Prüfungszeit wiederum extrem entspannter als in Erfurt. Anders läuft es auch in der Uni-Bibo, aus der man nichts ausleihen kann. Manche Bücher darf man sich für zwei Stunden zur Benutzung innerhalb (!) der Bibliothek borgen, um sich dann daraus etwas zu kopieren.

Was würdest du anderen empfehlen, die sich für einen Auslandsaufenthalt vorbereiten?
Sich gut abzusprechen, zu informieren und möglichst viel zu planen. Speziell Learning Agreements sollten möglichst schon vor Ausreise unterzeichnet, erste Kontakte geknüpft und Nummern und Adressen von Ansprechpersonen im Gastland vorhanden sein. Die Macht des Gebetes sollte nicht unterschätzt werden. Gott hat mir extrem geholfen und hilft und leitet mich auch weiterhin. Das will Er sehr gerne für jeden tun, jeden, der Ihn dazu einlädt.

Fotos: privat