Neuer Artikel: Verbesserung des Verständnisses von Idiomen bei persistierenden Sprachentwicklungsstörungen

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Publikation

Obry, S. (2022). Verbesserung des Verständnisses von Idiomen bei persistierenden Sprachentwicklungsstörungen. Sprachförderung und Sprachtherapie in Schule und Praxis, 11(2), 141-150. 

Zusammenfassung: Idiome (alltagssprachlich auch: Redewendungen) sind Bestandteil der uns umgebenden Sprache, mit deren Verstehen Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene mit persistierenden Sprachentwicklungsstörungen häufig Probleme haben (Whyte et al. 2011, Stothard et al. 1998, Vance/Wells 1994, Rinaldi 2000, Qualls et al. 2004). Sie neigen dazu, diese wörtlich zu interpretieren (Rinaldi 2000, Mashal/Kaisrer 2011, Qualls et al. 2004). Dies führt zu einem schlechteren Verständnis gedruckter Texte (z. B. aus Lehrbüchern) und gesprochener Sprache (Nippold et al. 2001). Die Verbesserung des Verstehens von Idiomen ist ein Ziel in der Sprachtherapie und Sprachförderung mit Kindern ab einem Alter von ca. 9 Jahren (Benjamin et al. 2020). Im vorliegenden Beitrag wird eine nach Schwierigkeit geordnete Liste mit hochfrequenten und gebräuchlichen Idiomen für die Förderung und Therapie vorgestellt. Weiterhin wird in Anlehnung an Benjamin et al. (2020) und Nippold (1991) beschrieben, wie mit diesen gearbeitet werden kann. Ziel ist das Erlernen einer Strategie, um die Bedeutung unbekannter Idiome aus dem Kontext zu erschließen. Idiome werden eingebettet in mehrere Geschichten oder Texte angeboten. So kann eine graduelle Abstraktion der Bedeutung erfolgen. Dabei wird die Anwendung von Verstehensstrategien durch die Therapeutin bzw. Pädagogin modelliert.

Für Studierende: Die Zeitschrift Sprachförderung und Sprachtherapie in Schule und Praxis ist in der Universitätsbibliothek Erfurt erhältlich.

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