"Die Schweiz ist ein beeindruckendes Land mit vielen Facetten."

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Bin dann mal weg: Julia in der Schweiz

Ein Auslandsaufenthalt ist eine feine Sache. Man kann eine fremde Sprache vertiefen, bekommt Einblicke in eine andere Kultur, knüpft neue Kontakte, erweitert seinen Horizont und nebenbei macht es sich im Lebenslauf auch immer gut. Mehr als einhundert Studierende der Uni Erfurt wagen diesen Schritt alljährlich und absolvieren ein Auslandssemester. Wir haben mit Julia gesprochen, die gerade für ein paar Monate in der Schweiz ist.

Wo bist du und für welchen Zeitraum wirst du dort sein?
Ich bin zurzeit in Zürich an der Pädagogischen Hochschule und studiere dort für vier Monate.

Wie begrüßt man sich dort?
Zu den Dozenten sagt man „Grüezi“. Zu seinen Freunden oder Bekanntschaften „Hoi“. Wenn es morgens ist sagt man „Gute Morge“, wenn es eine Gruppe ist sagt man „Hoi zsamme“ oder „Grüezi zsamme“.

Warum hast du dich entschieden, dorthin zu gehen?
Die Schweiz ist ein beeindruckendes Land mit vielen Facetten. Man glaubt es kaum, trotz der Nähe zu Deutschland, herrschen hier andere Sitten und Bräuche. Man fährt nur zwei Stunden und befindet sich gefühlt in einem komplett neuen Land. Sei es in Italien mit italienischer Sprache, Palmen, terracottafarbenen kleinen Häuschen und typisch italienischem Essen oder in Frankreich mit kleinen Gässchen, überall wird französisch gesprochen und natürlich herrscht ein wärmeres Klima. Zudem sind die Alpen einfach unbeschreiblich schön und bieten einen so fantastischen Ausblick. Für die PH in Zürich habe ich mich entschieden, da ich das Bildungssystem in der Schweiz kennenlernen wollte und die Hochschule viele Tipps für den Unterricht bietet und um einiges mehr Praktika anbietet. Zudem wollte ich meinen Horizont erweitern und schlussendlich habe ich gemerkt, wie toll „Schwiitzerdütsch“ klingt.

Welche Erwartungen hast du an deine Zeit im Ausland und werden sie bisher erfüllt?
Ich habe definitiv meinen Horizont erweitern können, habe viele neue Menschen aus aller Herren Länder kennengelernt und werde sie als Nächstes alle besuchen. Sei es in Dänemark, Amerika, Australien, Tschechien oder den Niederlanden. Ich habe hier zum ersten Mal selbst unterrichten dürfen und meine Kenntnisse für meinen späteren Beruf erweitert. Zudem habe ich lieben und schätzen gelernt, was mir wichtig ist im Leben.

Ist es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Die Schweizer sind sehr zurückhaltend und haben ein anderes Temperament als wir Deutsche. Sie beobachten zunächst die Situation und lassen eher fremde Menschen auf sie zukommen. Aber wenn man sie erst einmal näher kennengelernt hat, sind sie alle super lieb und sehr höflich. Wenn du auf der Straße nach dem Weg fragst, können sie dir meist in drei bis vier Sprachen eine Antwort geben. Es ist super beeindruckend, dass fast alle Schweizer mindestens drei Sprachen fließend beherrschen.

Gibt es etwas im Studium oder täglichen Leben, das sich grundlegend von deinem Alltag in Erfurt unterscheidet? Falls ja, was und hat es dich überrascht?
Das Studium hier ist definitiv anders als in Erfurt. Es ist viel mehr am Züricher Lehrmittel orientiert und es werden mehr Praktika vollzogen. Schon ab dem 1. Semester wird hier in Begleitung unterrichtet und darüber reflektiert. Zudem ist das Studium wesentlich kürzer. Die Ausbildung zum Grundschullehrer dauert hier drei Jahre ohne Referendariat. Ebenso ist das Gehalt um das Dreifache höher. Erstaunt hat mich, dass die Lehramtsstudenten hier in sieben Fächern ausgebildet werden und im späteren Alltag den ganzen Tag und die ganze Woche in einer Klasse unterrichten und meistens alle Fächer alleine. Das heißt von Englisch, Französisch bis Sport, Musik, Mathe, Deutsch und Mensch/Umwelt. Außerdem gibt es im ersten Jahr keine Noten, sondern nur „bestanden“ oder „nicht bestanden“.

Was würdest du anderen empfehlen, die sich für einen Auslandsaufenthalt entscheiden?
Ich würde euch raten, macht es einfach! Wer immer diesen Wunsch hat, setzt es einfach um! Plant ungefähr ein halbes Jahr für die Planung ein. Ich wünsche euch viel Spaß!