"Wir hatten bewusst keine Erwartungen."

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Bin dann mal weg: Peggy und Johanna in Polen

Ein Auslandsaufenthalt ist eine feine Sache. Man kann eine fremde Sprache vertiefen, bekommt Einblicke in eine andere Kultur, knüpft neue Kontakte, erweitert seinen Horizont und nebenbei macht es sich im Lebenslauf auch immer gut. Mehr als einhundert Studierende der Uni Erfurt wagen diesen Schritt alljährlich und absolvieren ein Auslandssemester. Wir haben mit Peggy und Johanna gesprochen, die zurzeit gemeinsam in Polen sind.

Wo seid ihr und für welchen Zeitraum werdet ihr dort sein?
Wir sind für ein Semester in Poznan, der fünftgrößten Stadt Polens.

Wie begrüßt man sich dort?
„Cześć!“ und „ Dzien Dobry!“, was „Hallo“ und „Guten Tag“ bedeutet.

Warum habt ihr euch entschieden, nach Polen zu gehen?
Wir wollten schon seit Beginn unseres Studiums ein Erasmussemester machen und haben uns im Rahmen unseres Studienschwerpunkts „Slawische Literaturwissenschaft“ für Polen und Tschechien beworben. Außerdem wollten wir in ein Land, welches nicht den typischen Erasmusstatus besitzt und welches wir noch nicht bereist hatten.

Welche Erwartungen habt ihr an eure Zeit im Ausland und werden sie bisher erfüllt?
Wir hatten bewusst keine Erwartungen, um uns von dem Land und den Leuten überraschen und begeistern lassen zu können.

Ist es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Als Erasmusstudent bewegt man sich im Unialltag hauptsächlich unter anderen Erasmusstudenten, da die Seminare speziell für uns zusammengestellt werden. Wenn man den Kontakt zu Einheimischen sucht, sind diese sehr offen und herzlich. Wir haben uns zum Beispiel für Couchsurfing als Reisevariante entschieden, um Einheimische und deren Leben in Polen besser kennenzulernen. Bisher wurden wir immer sehr nett und unkompliziert aufgenommen.

Gibt es etwas im Studium oder täglichen Leben, das sich grundlegend von eurem Alltag in Erfurt unterscheidet? Falls ja, was und hat es euch überrascht?
Die Sprache und die Währung haben uns überrascht. Im Unialltag wird Englisch geredet, Polnisch wird aber als Sprachkurs kostenlos angeboten. Man wechselt im Alltag also mehrmals die Sprachen: Englisch in der Universität und mit Freunden, Polnisch im Alltäglichen und Deutsch untereinander. Auch die Währung ist anders. Polnische Preise ängstigen im ersten Moment. Alles scheint nur im zweistelligen Bereich zu liegen. Nicht selten gibt man für einen Supermarkteinkauf mehr als 50 Zloty aus. Der Zloty besitzt aber umgerechnet den Wert von 25 Cent. Will man also den Europreis wissen, rechnet man einfach durch vier. Und dann merkt man, wie viel Spaß Geldausgeben in Polen macht. Besonders Zugfahren ist für polnische Studenten sehr günstig, da man 51 % Ermäßigung erhält.

Was würdet ihr anderen Studierenden empfehlen, die sich für einen Auslandsaufenthalt vorbereiten?
Ein finanzieller Puffer ist gut, da gerade am Anfang unzählige notwendige Ausgaben wie Kaution, Miete, Semesterticket etc. anfallen. Es gibt zwar einen Mobilitätszuschuss und die Möglichkeit Auslands-BAföG zu beantragen, aber das dauert doch, wie alle Behördenanträge, etwas länger.