Mascha wusste schon früh, wohin ihr Weg führen soll: in die Medienpädagogik. Im Master-Studium Kinder- und Jugendmedien an der Uni Erfurt verbindet sie Theorie mit Praxis und arbeitet nebenbei an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Im Gespräch erzählt sie, warum sie für das Master-Studium nach Thüringen zurückgekehrt ist, welche Inhalte das Studium bietet – und weshalb auch Mut auf diesem Weg hilfreich sein kann.
Wenn Mascha über ihre Beweggründe für das Studium spricht, wirkt alles sehr konsequent: Ihr Interesse an der Verbindung von Medien und Pädagogik wurde schon früh geweckt. Die Entscheidung für Erfurt traf sie daher ganz bewusst: Nach dem Bachelor in Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig wollte sie sich nicht nur fachlich spezialisieren, sondern auch in ihre Heimat Thüringen zurückkehren. „Es gab mehrere Gründe: Ich wollte wieder nach Thüringen, und schon im ersten Bachelor-Semester habe ich gemerkt, dass ich Medienpädagogin werden möchte“, erzählt sie. Ausschlaggebend war schließlich der fachliche Schwerpunkt. Sie hat gezielt nach Masterstudiengängen im Bereich Medienpädagogik sowie Kinder- und Jugendmedien gesucht, denn: „Das finde ich total spannend – dafür brenne ich.“
Im Bewerbungsprozess auf den Studienplatz an der Uni Erfurt spielte das Motivationsschreiben eine wichtige Rolle. Darin hat Mascha ihre bisherigen inhaltlichen Schwerpunkte, Forschungsarbeiten, ihr Auslandsstudium in den USA sowie ihre praktischen Erfahrungen gebündelt. „Ich habe beschrieben, was ich mir beruflich vorstellen kann und warum die Inhalte für mich wichtig sind.“ Besonders die Relevanz der Medienpädagogik für Kinder und Jugendliche – auch auf Grundlage ihrer Praktika – hat sie darin betont. Das Auswahlgespräch in Erfurt blieb ihr trotz anfänglicher Aufregung positiv in Erinnerung: „Die Atmosphäre war sehr entspannt. Es ging in erster Linie darum, ob meine Qualifikation und Begeisterung auch wirklich zum Studiengang passen.“
Forschung, Praxis und Themenvielfalt im Studium
Im Studium erlebt sie die Verbindung von Theorie und Praxis als große Stärke. Neben Seminardiskussionen gehören eigene Forschungsprojekte und praxisnahe Untersuchungen dazu. So führten Studierende beispielsweise Interviews mit Kindern und Eltern zu konkreten Anwendungen wie der KiKA-Quiz App oder entwickelten Unterrichtseinheiten in Kooperation mit Schulen. Besonders prägend für Mascha war ein Praxisseminar: „Wir haben zwei Tage lang einen Workshop mit einer fünften Klasse durchgeführt und danach reflektiert, was gut lief und was wir noch verbessern müssen.“
Die Bandbreite medienpädagogischer Themen ist groß: Studierende beschäftigen sich bspw. mit Social-Media-Trends wie „Tradwives“ und deren Einfluss auf Kinder und Jugendliche, es geht auch um das Smartphone als ständiger Begleiter oder um die Darstellung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Fernsehen. Es wird häufig gemeinsam geforscht, und je nach Thema können Fragestellungen qualitativ (z. B. durch Interviews) oder quantitativ untersucht werden. Mascha betont dabei die Auseinandersetzung mit audiovisuellen Medien: „Die haben großes Potenzial, bergen aber auch Risiken.“
Auch im Wahlbereich gibt es viele praktische Möglichkeiten: Lernspiele entwickeln, Drehbücher schreiben oder Radiosendungen produzieren. Für Mascha steht dabei eine grundlegende Überzeugung im Mittelpunkt: „Es braucht engagierte Medienpädagog*innen, die aktiv auf Kinder und Jugendliche zugehen.“ Es gehe nicht nur um das Vermitteln von Medienkompetenz, sondern auch um Verantwortung: Datenschutz und Persönlichkeitsrechte – gerade von Kindern und Jugendlichen – müssen beachtet und von Erwachsenen vorgelebt werden.
Gegenseitiger Support und persönliche Perspektiven
Die Studienatmosphäre in Erfurt beschreibt Mascha als persönlich und unterstützend. Kleine Jahrgänge ermöglichen einen intensiven Austausch und engen Kontakt zu Lehrenden: „Alle kennen sich beim Namen – das ist schon besonders.“ Gleichzeitig entstehe ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Trotz der vielen positiven Eindrücke spricht sie auch Herausforderungen an. Der Einstieg ins Master-Studium könne zunächst überwältigend sein. „Am Anfang fühlt sich alles ziemlich viel an“, sagt sie, betont aber, dass sich schnell Strukturen und Kontakte entwickeln, die Orientierung geben. Ihr Tipp für Studienanfänger*innen: Die ersten Wochen bewusst zum Ankommen und Kennenlernen nutzen. In dieser Zeit entstehen oft die Gruppen, die das Studium prägen.
Als wissenschaftliche Assistenz bereitet sie an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät v. a. Forschungsliteratur auf: „Ich lese viel, ordne Inhalte und fasse sie zusammen.“ Diese Tätigkeit steht in engem Zusammenhang mit ihrer eigenen Arbeitsweise – auch, weil sie gerade dabei ist, ihre Master-Arbeit zu schreiben. In der Forschung interessiert sie besonders, wie sehr theoretische Fragestellungen und Theorien in der Praxis Bestand haben.
Auch in ihrer Freizeit ist Mascha medienpädagogisch aktiv: Als Medienmentorin beim Verein ‚Mit Medien e. V.‘ unterstützt sie Senior*innen im Umgang mit digitalen Medien. „Das lässt sich gut mit dem Studium verbinden und flexibel gestalten.“ Für ihre Zukunft bleibt sie offen und bewegt sich zwischen Forschung und Lehre. Sicher ist für sie v. a. eines: Der Weg in die Medienpädagogik ist selten geradlinig, aber sehr spannend, auch deswegen lohnt es sich, „mutig zu sein.“