Sigrid März arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin, Redakteurin und Autorin mit einem klaren Schwerpunkt auf evidenzbasierter Medizin. Sie ist Co-Gründerin der „Investigativstation“, einem Recherchekollektiv für investigative Recherchen zu Gesundheits- und Verbraucherschutzthemen, und war zuvor unter anderem in leitender Funktion für das Online-Medium MedWatch tätig. Ihre journalistische Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“. Neben ihrer publizistischen Tätigkeit gibt sie Workshops zu Wissenschaftsjournalismus, Datenkompetenz und Studienbewertung.
Frauengesundheit und Gender-Bias
Im Zentrum ihres Aufenthalts am IPB steht ein historischer Arzneimittelfall mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Das Medikament steht bis heute im Verdacht, Fehlbildungen bei Ungeborenen verursacht zu haben. Viele Betroffene kämpfen noch immer um Anerkennung.
Für März ist der Fall mehr als ein medizinhistorisches Thema. Er wirft grundlegende Fragen zu Gender-Bias in der Medizin, zu strukturellen Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung und zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen auf. Erkrankungen, die überwiegend Frauen betreffen, seien historisch wie gegenwärtig häufig unterforscht und stigmatisiert.
Während ihres Aufenthalts möchte sie insbesondere folgende Fragen beleuchten: Wäre ein vergleichbarer Fall heute noch möglich? Welche psychologischen, sozialen, politischen und ökonomischen Faktoren beeinflussen Frauengesundheit? Und wie wirken sich Zugang zur Gesundheitsversorgung, reproduktive Rechte oder Migration auf medizinische Versorgung und Forschung aus?
Interdisziplinärer Austausch am IPB
Am IPB plant Sigrid März den engen Austausch mit Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen. Besonders anknüpfen möchte sie an die Arbeiten im Bereich Frauengesundheit, Stigmatisierung und Empowerment. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Instituts – mit Expertise aus Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften und Public Health – bietet für ihr Projekt einen wichtigen Resonanzraum.
Mit dem „Journalist in Residence“-Programm stärkt das IPB den Dialog zwischen Forschung und Journalismus – und schafft Raum für eine differenzierte, evidenzbasierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlich hochrelevanten Gesundheitsthemen.

