| Max-Weber-Kolleg

Neue Forschung zu BNE und Resonanztheorie auf internationaler Konferenz in Innsbruck vorgestellt

Unter dem Motto “From Knowledge to Action: Developing Core Competencies in Sustainable Development” fand vom 3. bis 4. September 2026 fand das 7th World Symposium on Sustainable Development at Universities (WSSD-U-2026) in Innsbruck statt. Mit apl. Prof. Dr. Bettina Hollstein vom Max-Weber-Kolleg war auch eine Vertreterin der Universität Erfurt dabei, die Forschungserkenntnisse aus dem KLIMA-N-Projekt Thüringen in den internationalen Diskurs einbrachte.

Das Symposium, das gemeinsam von der Universität Innsbruck, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und dem World Development Research and Transfer Centre veranstaltet wurde, versammelte mehr als 70 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt, die zur Rolle von Schlüsselkompetenzen für Nachhaltigkeit für die Transformation von Hochschulen zu nachhaltigen Hochschulen gearbeitet haben. Schlüsselkompetenzen integrieren neben Wissen und systemischem Denken auch soziale Kompetenzen, normative Kompetenzen und Visionsentwicklung in ein gemeinsames Konzept, das neben kognitiven Aspekten auch Werte, Gewohnheiten und Emotionen in den Blick nimmt. Beispielsweise stellte die Universität Manchester vor, wie der Whole Institution Approach u. a. als Grundlage für die Stärkung von Kernkompetenzen für Nachhaltigkeit genutzt wurde, um das gesamte Profil der Universität zu verändern mit u. a. dem Ziel, dass 100% der Studiengänge Aspekte von Nachhaltigkeit behandeln.

Neben vielen Hochschulen aus Europa (u. a. aus Belgien, Finnland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Schweden) trugen Forschende aus Brasilien, Kolumbien, Israel, Indien, Malaysia, USA, Neuseeland zur Überwindung einer rein eurozentrischen Perspektive bei. Insgesamt wurde die Rolle von erfahrungsbezogenem Lernen und Kompetenzentwicklung hervorgehoben, wobei der Zusammenarbeit mit außeruniversitären Partnern eine besondere Bedeutung zugesprochen wurde. Beispielsweise wiesen die Forschenden aus Israel auf die Verbindung (Co-Creation) von akademischem Wissen mit dem lokalen Wissen von Beduinen in der Negev-Wüste hin, die schon lange Erfahrung mit Dürreperioden haben. Auch die Rolle von Visionsentwicklung mit Hilfe von künstlerischen und naturbezogenen Methoden zur Schaffung resonanter Beziehungen wurde von Mitglieder einer Hochschule für Kunst und Gesellschaft hervorgehoben.

Von der Universität Erfurt stellte Bettina Hollstein ihre Forschung zum Beitrag der von Hartmut Rosa entwickelten Resonanztheorie zur stärkeren Profilierung von Service Learning als Instrument zur Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung vor. Service Learning ist ein Lehr-Lern-Arrangement, das das Engagement von Studierenden für die lokale Gemeinschaft (Service) mit der Reflexion auf die Lernerfahrungen und damit verbundenem Kompetenzerwerb verbindet (Learning). Konkret arbeiten studentische Projektgruppen mit außeruniversitären Partnern an kleinen Projekten, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Für die Nachhaltigkeitsthematik ist diese Form der Lehre ganz besonders geeignet, aber auch für viele andere Themen und speziell für Kompetenzentwicklung ist Service Learning ein ausgesprochen erfolgreiches Instrument. Bettina Hollstein hat eine Reihe von Studien zu Service Learning allgemein und zu Bildung für nachhaltige Entwicklung im Besonderen untersucht und aufgezeigt, inwiefern durch die Berücksichtigung von Erkenntnissen aus der Theorie der Weltbeziehungen von Hartmut Rosa, eine Integration in eine Vorstellung des guten Lebens geleistet wird und so Service Learning-Kurse weiter verbessert werden können.

Bettina Hollstein nach Abschluss der Konferenz: „Insgesamt kann man festhalten, dass die Nachhaltigkeitsthematik und die Bedeutung von Kompetenzen, die über spezialisiertes Fachwissen für die Lösung komplexer und langfristiger Probleme der heutigen Zeit hinausgehen, international ein bedeutsames Forschungsfeld darstellt. Ich habe die positiven Rückmeldungen auf meine Arbeit sowie die wichtigen Erkenntnisse anderer Forschenden bei dieser Konferenz sehr genossen – neben natürlich den vielen interessanten Begegnungen mit Menschen, die in ganz anderen Regionen und Kontexten arbeiten.“

Kontakt:

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(Universität Erfurt)
C19 – Forschungsbau „Weltbeziehungen“ / C19.00.26
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