Im Rahmen des Studium Fundamentale „Studis treffen Bauern/Bäuerinnen: Wie gelingt Klima-Resilienz in der mitteldeutschen Landwirtschaft?“ haben 20 Studierende ihre Erkenntnisse aus 10 Hofbesuchen in der Region einer Gruppe aus Expert*innen und Gästen vorgestellt. Durch die Hofbesuche erhielten die Studierenden eindrucksvolle Einblicke in die regionalen landwirtschaftlichen Praktiken.
Die Forschungsergebnisse konzentrieren sich auf drei Hauptaspekte der Resilienz:
- Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an den Klimawandel: Die Landwirt*innen der Region haben bereits bemerkenswerte Anpassungsstrategien an den Klimawandel entwickelt. Sie treffen kontinuierlich Entscheidungen zur Anpassung der Anbaumethoden, wie bspw. Saatzeiten, Bodenbehandlung und der Umsetzung von technischen Lösungen wie Bewässerungsanlagen.
- Wirtschaftliche Resilienz und politisch-bürokratische Hemmnisse: Die Landwirt*innen stehen von erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Marktstrukturen und steigende Betriebskosten belasten die finanzielle Resilienz. Strategien wie Direktvermarktung und erneuerbare Energien sind nicht nur optionale, sondern oft essenzielle Maßnahmen zur Einkommensstabilisierung. Den Bemühungen der Landwirt*innen stehen dabei politisch-bürokratische Hemmnisse entgegen, die ihre Anpassungsfähigkeiten erschweren.
- Psychologische Resilienz und soziale Bedeutung: Trotz niedriger Einkommen, langer Arbeitstage und dem Gefühl häufig missverstanden zu werden, sind die Landwirt*innen stolz auf ihre Arbeit und betonten den Mangel an Anerkennung und Wertschätzung für lokale Produkte. Als Ernährer*innen des Landes schreiben sie sich eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft zu, vor allem in herausfordernden Zeiten aufgrund des Klimawandels, des demographischen Wandels und der globalen Unsicherheiten.
Transdisziplinärer Dialog als Schlüssel zum Erfolg
Das Seminar hat nicht nur fachliche Einsichten geboten, sondern zeigte auch eindrucksvoll, wie der Dialog zwischen Universität und anderen gesellschaftlichen Bereichen funktioniert und eine Bereicherung für alle Beteiligten ist. Dieser Dialog ist essenziell, um die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Lebensräumen zu verringern und ein besseres Verständnis zu fördern, insbesondere in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen und Informationsverzerrungen. Das Seminar verdeutlicht zusätzlich, dass Lösungen in der Praxis durch direkten Kontakt und Dialog entstehen.
Engagement und Dank
Besonderer Dank gilt den engagierten Studierenden und den Landwirt*innen, die eine zentrale Rolle spielten und den Studierenden ihre Türen öffneten und damit das Projekt erst ermöglichten. Wichtige Partner des Projekts waren der Thüringer Bauernverband e.V., der Thüringer Ökoherz e.V. und der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung.

