Katholisch-Theologische Fakultät

Theologie im Zukunftslabor – Willkommen an der einzigen katholisch-theologischen Fakultät in den neuen Bundesländern

Wir begrüßen Sie auf der Website der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt – der einzigen Katholisch-Theologischen Fakultät in den neuen Bundesländern. Entdecken Sie hier Ihr Theologiestudium in Erfurt und erfahren Sie, welche Möglichkeiten sich Ihnen durch ein Studium im Bachelor, Magister oder Master bieten. Lernen Sie dazu im Folgenden unsere Professuren sowie deren Mitarbeiter*innen sowie das Forschungsprofil und aktuelle Projekte der Katholisch-Theologischen Fakultät näher kennen. Stöbern Sie weiterhin durch unser breites Beratungsangebot und entdecken Sie, welche beruflichen Perspektiven sich Studierenden der Theologie in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft eröffnen.

Weihnachtsgruß 2020 des Dekans

Nationales Kunstmuseum Minsk (Rastvo 1746) Public domain, via Wikimedia Commons 
Nationales Kunstmuseum Minsk (Rastvo 1746) Public domain, via Wikimedia Commons 

Liebe mit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt Verbundenen, 

der Spross aus der Wurzel Jesse kommt mir dieses Jahr als radikal unsanfter Gott entgegen. Wir feiern seine Ankunft in menschlicher sowie weltlicher Wirklichkeit. Jedes Jahr schauen wir aus einer anderen Perspektive auf dieses Fest, das ja ein konkretes, vergangenes Ereignis erinnert. Dieses Jahr ist mir angesichts der Wirklichkeit „Corona“ nicht zu feiern zumute. 

Ich suche nach Alternativen, um Worte wie „froh“ oder „schön“ als Weihnachtswunsch zu umgehen. Was, wenn Weihnachten Hotspots schafft? „Fröhliche Weihnacht‘ ÜBERALL“ wäre dann rückblickend Hohn. Sofern jene Düsternisse real würden, die beim coronalen Zusammenlaufen der Schafe zu erwarten sind, müsste „O du fröhliche... “ als schauerliche „O du tödliche“ Weihnachtszeit intoniert werden. Doch noch ist dies reiner Konjunktiv: Schließlich werden wir nicht singen, zumindest nicht in (allen) Gotteshäusern. Und vielleicht wird dieses Jahr der Herdentrieb von jeder*m Einzelnen rational unter Kontrolle gehalten. Familienherden sollen keine Ansteckungsherde sein. Vielleicht eine diskrete Erinnerung daran, dass Weihnachten nicht als Familienfest verharmlost werden darf. 

Tradition und Liturgie nehmen unter vielen anderen auch einen Text aus dem Buch der Weisheit heran, um uns Weihnachten verständlich zu machen: 

„Denn als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht in ihrem Gang die Mitte erreichte, fuhr dein allmächtiges Wort vom Himmel herab, vom königlichen Thron ...“ (Weish 18,14) 

Klingt gut. Mitternacht als des Tages Kippe: Morgenstern wird aus finstrer Nacht kommen, ein Morgenglanz der Ewigkeit. Du, Gott, machst meine Finsternis hell. Und ja: Wenn eine Nacht vorgedrungen ist, ist der Tag nicht mehr fern. 

Doch Vorsicht! Die Bibel verkitscht den menschgewordenen Gott nie als belockten Knaben in duseliger 6/8 Seligkeit. Ein „holder Knabe“? Vielleicht. „Hold“ meint ursprünglich eine Beziehungskategorie, bei der eine höher gestellte Person sich einer niedrigeren zuneigt. Das wäre dann „Gnade“. 

Die Zuneigung jenes „allmächtigen Wortes“, von dem der Weisheitslehrer des Ersten Testaments spricht, ist eine Zumutung, sie kann töten und ist martialisch: 

„Denn als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht in ihrem Gang die Mitte erreichte, fuhr dein allmächtiges Wort vom Himmel herab, vom königlichen Thron, ein harter Kriegsmann, mitten in das Land, das zugrunde gerichtet werden sollte. Er trug ein scharfes Schwert, nämlich dein unerbittliches Gebot, und trat hin und erfüllte alles mit Tod; sein Haupt berührte den Himmel, seine Füße standen auf der Erde.“ (Weish 18,14-16) 

Dieser Text ist in eine Exoduserfahrung eingebettet. Ein jeder Exodus ist schrecklich. Daran erinnert das auserwählte Volk Israel. Daran erinnern die Texte über jenen Vorgang, bei dem der Herr in Knechtsgestalt sich selbst „all seiner G’walt“ entäußerte. Exodus als Epiphanie eines, dem es ernst ist um die Souveränität seiner Herrschaft. Epiphanie als Exodus eines, dem es ernst ist um die Freiheit derer, denen er sich gleich gemacht hat. Exodus ist ein körperliches Wagnis: Israel steht durchnässt am Ufer und der Pharao ersäuft mit seiner Streitmacht. Das göttliche Wort ist Fleisch geworden und wird in Gestalt des Knechtes Gottes am Kreuz getötet. 

Ich lese den Weisheitstext nicht so, dass Gott mit Tod straft. Es hieße Gott lästern, würde man Corona göttlich legitimieren. Gott tötet nicht („dios no mata“ – so die mit Blut geschriebenen Worte an der Wand einer Todeszelle der Pinochet-Diktatur). Er beseitigt Unrecht – in letzter Konsequenz erleidet er es selbst. 

Ich wünsche uns einen Gott, der eine Wirkung hat. Wer sich auf ihn verlässt, soll Kraft bekommen, das zu tun, was Leben gegen den Tod schützt. „Sei also gnädig, Gott!“ Er mag dann auch ein Krieger sein, der Strukturen des Bösen und Bedingungen des Todes beseitigt. Da er selbst das Leben ist, dürfen wir die Erfüllung des Wunsches durch einen „holden Gott“ weiterhin erwarten. 

Ich wünsche uns als Menschen, die in ihren Mitternächten, in der Einsamkeit und Dunkelheit des Todes und in der Tödlichkeit von Einsamkeit, Krankheit und Angst jenen Trost erhaschen, der im Exodus des Menschen zu Gott hin begründet liegt: ein Auszug, der Gott (wenigstens als fernes Ziel) als Epiphanie feiert: Trahe me post te – ziehe mich hinter Dir her und zu Dir hin. 

Bringen wir irgendwie jenes Vertrauen auf, dass Gott uns „hold“ ist — und dass besonders jene ihn als „hold“ erfahren, in seinem Zugeneigt-Sein, die krank und kraftlos sind. Seien Sie behütet! Weihnachten ist keine Verheißung, die erst noch in Erfüllung gehen müsste, sondern eine gottwirksame Fülle des Menschseins, die den Gesten des Trostes heilsame Dichte verleiht.

Jörg Seiler, am 4. Advent 2020

Nachruf

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt trauert um

Frau Maria-Luise Funke (1930-2020)

die am 14.11.2020 verstorben ist.

Frau Funke war von 1975 bis 1995 am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt (der späteren Katholisch-Theologischen Fakultät) als leitende Verwaltungskraft angestellt. Für ihr Engagement wurde sie 1995 von Bischof Dr. Joachim Wanke mit der St.-Elisabeth-Medaille geehrt.

Die Fakultät verliert mit Frau Funke eine lebensfrohe ehemalige Mitarbeiterin, der wir noch in diesem Jahr zu ihrem 90. Geburtstag gratulieren konnten. Die Begegnungen mit ihr waren für alle eine Bereicherung. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Wir werden ihrer im Gebet gedenken.

 

Prof. Dr. Jörg Seiler

Dekan

Kreuz

Infektionsschutzkonzept der Katholisch-Theologischen Fakultät für die Domstraße 9 und 10

Anbei finden Sie das Infektionsschutzkonzept (pdf zum Download).

Corona

News

Prof. Dr. Myriam Wijlens, Professorin für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, hat 2019 für die Päpstliche Kinderschutz Kommission in Rom ein Seminar unter dem Titel "Promoting and Protecting the Dignity of…

Ein Schlüsselthema in der katholischen Kirche ist die "Machtfrage" - sowohl bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs als auch im Rahmen des Reformprozesses "Synodaler Weg". Prof. Knop stellt sich den Fragen des ZDF in einem Interview.

Im Herder Verlag ist unter dem Titel "Gottesdienst und Kirchenbilder. Theologische Neuakzentuierungen" soeben ein neues Buch von Stefan Kopp und Benedikt Kranemann erschienen.

„Synodaler Weg – Letzte Chance? Standpunkte zur Zukunft der katholischen Kirche“ ist am 15. Januar im Bonifatius Verlag erschienen – pünktlich zur eigentlich geplanten dritten Vollversammlung des Synodalen Weges und dem jetzt geplanten „Digitalen…

Katholische Theologie studieren und erforschen

Türschild an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt

Adressen und Kontakt

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