Prof. Dr. Christoph Henning

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Fellow (Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien)

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Prof. Dr. Christoph Henning

Zur Person

Christoph Henning ist Professor für Philosophie und Humanismus an der University fort Humanistic Studies in Utrecht (Niederlande, Christoph Henning - Universiteit voor Humanistiek). Er ist im Sommer 2026 als Teilzeitfellow am Max-Weber-Kolleg, um Publikationen und Anträge fertig zu stellen und den Kontakt zur Partner Universität in Utrecht auszubauen, wo Hartmut Rosa auch Ehrendoktor ist. Christoph Henning hat in Dresden über die Wirkungsgeschichte von Marx promoviert, nach einem Postdoc an der Zeppelin Universität dann in St. Gallen über die politische Philosophie des Perfektionismus habilitiert und war bereits zuvor Fellow am Weber-Kolleg. Er arbeitet über den Humanismus in der politischen Philosophie, vor allem in Auseinandersetzung mit der Klimakrise, dem Populismus und dem neuen Technofeudalismus, sowie zur Geschichte der kritischen Theorie und des Marxismus. 

Christoph Henning ist zudem assoziiertes Mitglied des Sonderforschungsbereichs Transregio 294 „Strukturwandel des Eigentums“.

Forschungsprojekt

Erneuerung der Ideologiekritik 

Wissenschaft und Wahrheit als zentrale Anliegen des Humanismus sind im Zeitalter des Populismus und digitaler Medien zunehmend unter Druck geraten. Ideologische Deutungsangebote finden heute deutlich leichter Resonanz. Im Kontext neuer Angriffskriege scheint die Bindung politischer Kommunikation an Wahrheitsansprüche weiter zu erodieren: Offenkundige Unwahrheiten kehren in die Politik zurück, und nicht selten tritt die performative Setzung von Macht an die Stelle argumentativer Begründung und Expertise. Zugleich bleibt dieses „Wahrsprechen“ parasitär auf Legitimationsüberzeugungen in der Gefolgschaft angewiesen, die sich mimetisch an etablierten Praktiken der Wahrheitsproduktion in Wissenschaft, Justiz und Medien orientieren und diese zugleich verkehren. 

Vor diesem Hintergrund gewinnt Ideologiekritik erneut an Dringlichkeit. Sie ist jedoch nicht ohne einen affirmativen Bezug auf Wahrheitsansprüche möglich. Seit der Aufklärung bis hin zu Marx wurden solche Ansprüche maßgeblich in den politischen Wissenschaften formuliert, welche heute allerdings durch den postmodernen turn unterlaufen werden. Das geplante Forschungsprojekt zielt darauf, die Geschichte der Ideologiekritik systematisch zu rekonstruieren und an zentralen Ideologemen der westlichen Moderne – etwa dem Privateigentum oder der Sakralisierung des Automobils – zu zeigen, wie Ideologien bis in die Gegenwart hinein nicht nur kognitiv, sondern auch affektiv und leiblich wirksam bleiben, und wie sie kritisiert werden können.

Publikationen

Podcasts

SocUNIBAS Public Lectures

Dieser Podcast wird vom Lehrstuhl Sozialstrukturanalyse (Prof. Dr. Oliver Nachtwey) der Universität Basel betrieben. In Form einer Ringvorlesung kommen die mitunter wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Soziologie zu aktuellen Themen zu Wort. Die aktuelle Vorlesungsreihe wird von Helene Thaa und Mirela Ivanova organisiert und beschäftigt sich mit dem Kapitalismus, seinem Wandel und der Kritik an ihm.

Folge 9: Christoph Henning: "Entfremdung im Kapitalismus: Was Ritalin, "fake news" und brennende Regenwälder damit zu tun haben"