Jahrestagung 2022 in Gotha

Am 20. und 21. Oktober 2022 fand die erste Jahrestagung der von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Deutsch-äthiopischen Stipendieninitiative am Forschungskolleg Transkulturelle Studien in Gotha statt, zu der wir die anderen bereits in Europa studierenden und forschenden Fellows, die u.a. in Frankfurt, Hamburg, Mainz, München, Paris und Würzburg arbeiten, nach Gotha zu einem Vernetzungstreffen eingeladen haben.

Vorbereitet durch die in Gotha anwesenden Stipendiaten gab es ein dichtes Programm, bei dem alle beteiligten Wissenschaftler*innen einen Einblick in ihre laufenden historischen, anthropologischen, geographischen oder medienwissenschaftlichen Forschungen und künstlerischen Arbeiten gaben. In der zur Universität Erfurt gehörigen Sammlung Perthes gaben der Sven Ballenthin, Iris Schröder und Wolbert Smidt einen Einblick in die reichen Bestände zu Äthiopien. Ferner stellte Claudia Berger das durch das BMBF geförderte Forschungs- und Digitalisierungsprojekt „Kartographien Afrikas und Asiens (KarAfAs)“ vor – ein Impuls, der einige der anwesenden Stipendiaten veranlasste, eigene mögliche Forschungen mit den Gothaer Kartenmaterialien zu eruieren. Einen tiefen Eindruck hinterließen bei allen Beteiligten die Beiträge künftiger Stipendiat*innen, die sich derzeit noch in Tigray befinden oder in Addis Abeba auf ihr Visum warten und ihre Kurzberichte teils als Text, teils als Video vortrugen. Als künstlerischer Kommentar zum laufenden Kriegsgeschehen gehörte der kurze Film „Silence the Guns“ zu den Beiträgen, die allen Anwesenden besonders in Erinnerung bleiben dürften.

Eine öffentliche Abendveranstaltung ermöglichte es zudem, aus dem engeren universitären Umfeld heraus und in Kontakt mit der Stadt Gotha zu treten. Diese fand in Kooperation mit dem Gothaer Gymnasium Ernestinum und dem Freundeskreis GothAdua e.V. statt und stieß auf bemerkenswerte Resonanz. Unter lebhafter Beteiligung der anwesenden Stipendiaten diskutierten die Teilnehmenden mit dem zahlreich erschienenen Gothaer Publikum über die Frage, wie für die Stipendiat*innen der Neustart in Europa gelingen könne sowie die Perspektiven und Chancen der weiteren wissenschaftlichen Zusammenarbeit trotz der andauernden schwierigen Lage in Tigray.

Bilder: Gruppenbild Jahrestagung der Deutsch-äthiopischen Stipendieninitiative & Besuch der Sammlung Perthes Gotha © Dr. Alula Tesfay