Universität Erfurt

Universität Erfurt

Prof. Dr. Marcel Helbig

Professor für Bildung und soziale Ungleichheit an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Nach seinem BA-Studium in Sozialwissenschaften und Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt absolvierte Helbig ein MA-Studium in Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2007 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Während seiner Zeit am WZB promovierte er 2012 in Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Oktober 2015 hat Helbig die Professur für Bildung und soziale Ungleichheit inne. Diese wurde gemeinsam von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung eingerichtet.

Forschung

Marcel Helbig beschäftigt sich zum einen mit Fragen der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem. Hierbei konzentriert er sich nicht nur auf den Zusammenhang von sozialer Herkunft der Kinder und ihrem Bildungserfolg, sondern analysiert weitere Aspekte sozialer Ungleichheiten. Hierzu gehören Bildungsunterschiede nach Geschlecht, Haushaltskonstellationen (insbesondere Geschwisterkonstellationen), Religion und ethnischer Herkunft. Ferner untersucht er wie sich demografische Veränderungen auf den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern auswirken, inwieweit körperliche Merkmale (Übergewicht), den Bildungserfolg spielen und welche Rolle Nachbarschaften beim Bildungserwerb spielen. Zudem untersucht er in einem weiteren Forschungsschwerpunkt, warum Mädchen und Jungen sich für unterschiedliche Berufe entscheiden. Zentrales Thema seiner Forschung sind jedoch Bildungsunterschiede zwischen den Bundesländern. Hierbei hat er zum einen untersucht, welche Auswirkung die Einführung von Studiengebühren auf das Studienverhalten hat. Zum anderen hat er in einer Monografie dargelegt, wie sich die Schulpolitik der 16 Bundesländer seit 1949 entwickelt hat. Dabei greift er auf die Analyse von mehreren tausend Gesetzestexten zurück, die anhand von 60 Indikatoren zur Schulpolitik systematisch vergleichend codiert wurden. In Zukunft soll hierzu die Frage untersucht werden, inwieweit Unterschiede in der Schulpolitik der Bundesländer kausal für Bildungsunterschiede in den Bundesländern verantwortlich sind.

Lehre

In der Lehre bietet er Veranstaltungen zu Geschlechterungleichheiten im Lebensverlauf an und Seminare in denen die Studierenden lernen sollen, wie man eigene quantitative Studien durchführt. Hierzu wird vor allem auf die Analyse von bereits erhobenen Studien der Bildungsforschung zurückgegriffen. In Zukunft ist geplant weitere Veranstaltungen zur deutschen Schulpolitik und zu sozialen Ungleichheiten im Lebensverlauf anzubieten.

Ausgewählte Publikationen

  • Marcel Helbig und Rita Nikolai (2015): Die Unvergleichbaren. Der Wandel der Schulsysteme in den 16 deutschen Bundesländern. Verlag Julius Klinkhardt. Bad Heilbrunn.
  • Marcel Helbig und Thorsten Schneider(2014): Auf der Suche nach dem katholischen Arbeitermädchen vom Lande. Religion und Bildungserfolg im regionalen und historischen und internationalen Vergleich. Wiesbaden: Springer VS.
  • Marcel Helbig (2012):Sind Mädchen besser? Der Wandel geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in Deutschland, Campus, Frankfurt/New York
  • Stefanie Jähnen und Marcel Helbig (2015): Der Einfluss schulrechtlicher Reformen auf Bildungsungleichheiten zwischen den deutschen Bundesländern. Eine quasi-experimentelle Untersuchung am Beispiel der Verbindlichkeit von Übergangsempfehlungen, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 67, 3, S. 539-571
  • Marcel Helbig und Nico Schmolke: Bildungserfolg im Kontext demografischer Veränderungen. Wie die Bevölkerungsstärke des Geburtsjahrgangs die Bildungswege beeinflusst, Zeitschrift für Soziologie, 44, 3, S. 197–214

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