European Graduate School

Theology in religious, cultural and political Processes of Transformation

Die European Graduate School on Theology in religious, cultural and political Processes of Transformation führt theologische Forschung und Nachwuchsförderung dreier europäischer Universitäten thematisch und strukturell zusammen. Untersucht werden aktuelle Transformationsprozesse der katholischen Kirche in Europa und weltweit, die die gesellschaftliche Präsenz, aber auch das Selbstverständnis der Kirche verändern. Wie sind diese Prozesse zu deuten? Als Transformationen gewachsener Traditionen, als Reformen, als Auflösungserscheinungen usw.? Welche neuen Gestalten des Christentums bilden sich durch sie heraus? Die Implikationen, die diese Veränderungen in die Ekklesiologie und damit in das Selbstverständnis der Kirche eintragen, interessieren besonders. Die Projekte sollen zum Verständnis der Krise der Kirche und zum Umgang mit ihr helfen. Sie sollen Zukunftsszenarien für kirchliches Leben entwickeln. Dafür werden in Promotions- und Habiltationsprojekten sowie kooperativer internationaler Forschung sozio-institutionelle, religiöse, politische, pastorale Entwicklungen und Veränderungen in der kirchlichen Administration in den Blick genommen. 

Die European Graduate School verbindet theologische Forschung an den Universitäten Erfurt (D), Leuven (B) und Salzburg (A). Sie wird mit Prof. Dr. Judith Gruber(Leuven, Systematische Theologie) und Prof. Dr. Gregor Maria Hoff(Salzburg, Fundamentaltheologie) sowie in Erfurt von Prof. Dr. Julia Knop(Dogmatik) und Prof. Dr. Benedikt Kranemann(Liturgiewissenschaft) geleitet. Während in Leuven in den vergangenen Jahren intensiv über die Befreiungstheologie geforscht worden ist, stehen in Salzburg schon länger Fragen der Religions- und Kulturtheorie im Vordergrund. In Erfurt wird seit Langem auch im Theologischen Forschungskolleg über Fragen von Theologie, Kirche und Säkularisierung gearbeitet.

Das Forschungsteam hat in verschiedenen Kontexten bereits zusammengearbeitet: Aktuell ist ein internationales Publikationsprojekt in Arbeit, das sich mit der Rezeption der Amazonas-Synode in und für Europa beschäftigt. Für die weitere Kooperation, gerade auch mit jungen Theologinnen und Theologen, soll nun eine European Graduate School for Research entstehen. Dabei werden kleine Teams an den drei Standorten arbeiten. Die Vernetzung wird sowohl digital als durch Workshops und Forschungsaufenthalte vor Ort gewährleistet. Die Promovierenden und Postdocs sollen dabei auch vom wissenschaftlichen Profil der unterschiedlichen Hochschulen profitieren. Fellows, die an den verschiedenen Orten und im Gesamtprojekt mitarbeiten werden, werden ebenfalls zur Kooperation beitragen. Eine gemeinsame Betreuung von Promovierenden ist geplant, außerdem Exkursionen, Tagungen und gemeinsame Publikationen. Am Projekt, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist, sollen weitere Forscherinnen und Forscher, auch über Erfurt, Leuven und Salzburg hinaus, partizipieren. Für das gesamte Vorhaben sind nun vom Stifterverband 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Logos der Universitäten Erfurt, Leuven und Salzburg