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Kinder in Bewegung bringen: Erfurter Forschung beim Thüringer Empfang in Berlin

Unser Kollege, Dr. Florian Bähr, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachgebiets Sport- und Bewegungswissenschaften und wissenschaftlicher Leiter des Projekts „Bewegte Kinder = Gesündere Kinder“, war am 7. Mai 2026 beim offiziellen Thüringer Empfang im Rahmen des Bundesfinales Frühjahr von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ in Berlin zu Gast. Der Empfang wurde vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in der Landesvertretung des Freistaats Thüringen beim Bund ausgerichtet. Eingeladen waren unter anderem Delegationsleitungen der Länder, Vertreterinnen und Vertreter aus Sportverbänden, Politik und Schulsport. Für die Landesregierung nahmen Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus und Sportstaatssekretär David Möller teil.

Foto: Deutsche Schulsportstiftung (Christina Pahnke)

Im Mittelpunkt des Abends stand eine Talkrunde zum Thema „Bewegte Kinder – gesündere Kinder“. Bähr wurde dabei als Experte für Bewegungsförderung im Kindesalter interviewt und gab Einblicke in die wissenschaftliche Auswertung des Thüringer Bewegungs-Checks. Das Projekt „Bewegte Kinder = Gesündere Kinder“ untersucht seit mehreren Jahren die motorische Leistungsfähigkeit von Grundschulkindern in Thüringen und schafft damit eine wichtige Datengrundlage für Fragen der Bewegungsförderung, Talentsichtung und gesundheitlichen Entwicklung von Kindern.

In seinem Beitrag machte Bähr deutlich, dass die Auswertung von inzwischen mehr als 80.000 getesteten Kindern nicht nur Aussagen zur körperlichen Leistungsfähigkeit ermöglicht, sondern auch Hinweise auf regionale und soziale Unterschiede liefert. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Kinderarmut und unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten vor Ort wichtige Faktoren für gesundes Aufwachsen sein können. Gerade deshalb sei es aus wissenschaftlicher Sicht wichtig, Bewegungsförderung nicht pauschal, sondern datenbasiert und regional differenziert zu denken.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen werden können. Bähr verwies darauf, dass organisierte Bewegungsangebote, Schule und Schulsport zentrale Ansatzpunkte bieten, um Kinder gezielt zu erreichen und Bewegung dauerhaft im Alltag zu verankern. Die Talkrunde bot damit auch Gelegenheit, die Arbeit der Universität Erfurt im Bereich Bewegungs- und Gesundheitsförderung in einen landesweiten Praxis- und Transferkontext einzubringen.

Wissenschaftlich knüpft das Projekt an aktuelle Auswertungen zur körperlichen Fitness von Grundschulkindern an. Eine jüngst in Scientific Reports veröffentlichte Studie analysiert Daten von 38.084 Drittklässlerinnen und Drittklässlern aus Thüringen über mehrere Schuljahre hinweg und untersucht unter anderem Zusammenhänge zwischen Alter, Geschlecht, Körperkonstitution, der COVID-19-Pandemie und körperlicher Fitness.  

Auch künftig sollen die im Projekt gewonnenen Daten weiter ausgewertet und für den Wissenstransfer nutzbar gemacht werden. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Hinweise für Bewegungsförderung, Schulsport und gesundes Aufwachsen von Kindern in Thüringen bereitzustellen.

Weitere Informationen / Kontakt:

Projektleiter „Bewegte Kinder = Gesündere Kinder“ (BeKiGeKi)
(Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
C03 – Lehrgebäude 1 / C03.00.30

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