Michael Haspel liest zu den protestantischen Wurzeln von Martin Luther King in Wittenberg

Am 24. März 2026 um 19.30 Uhr in der Leucorea, Wittenberg.

Michael Haspel liest  zum Thema: "Die protestantischen Wurzeln von Martin Luther Kings Kampf gegen Rassismus und Ungerechtigkeit"

Über seine protestantische Identität sagte Martin Luther King selbst:

„Ich bin vielerlei für viele Menschen; Bürgerrechtsaktivist, Agitator, Störenfried und Redner, aber tief in meinem Herzen, bin ich im Grunde ein Geistlicher, ein baptistischer Prediger. Das ist mein Wesen und mein Erbe, denn ich bin der Sohn eines Baptistenpredigers, der Enkel eines Baptistenpredigers und der Urenkel eines Baptistenpredigers.”

Außer den spirituellen Wurzeln im Schwarzen Südstaatenbaptismus ist allerdings die Namensgebung Martin Luther auffällig. Und da gibt es tatsächlich „Transatlantische Wechselwirkungen: Zwischen Wittenberg und neuer Welt“ wie diese Vortragsreihe thematisch überschrieben ist.

Denn King hieß ursprünglich Michael. Nicht Martin Luther. Sein Vater war 1934 beim Weltkongress der Baptisten in Berlin und angeblich auch zu einer Exkursion in Wittenberg. Das habe ihn so beeindruckt, dass er seinen und den Namen seines Sohnes in den des Reformators geändert hat. Und die Wechselwirkungen gehen weiter. Genau 30 Jahre später besuchte King, Jr. im September 1964 Berlin und hielt auch in Ost-Berlin zwei Ansprachen. Die beiden Kirchen waren überfüllt, obwohl der Besuch nicht angekündigt war. Dabei bezog sich King ausdrücklich auf seinen Namenspatron. Kings Botschaft von der Menschenwürde aller Menschen hat viele berührt. Sowohl durch den SED-Staat als auch im Bereich der evangelischen Kirche wurde King und die Bürgerrechtsbewegung wahrgenommen und spielten eine wichtige Rolle. Die Rezeption des aktiven gewaltfreien Widerstandes wurde in den entstehenden Friedensgruppen aufgenommen und beeinflusste die friedliche Revolution 1989. Noch im Frühjahr 1989 fanden staatliche Gedenkfeiern statt.

Michael Haspel liest dazu aus seinem Buch „Wer nicht liebt, steht vor dem Nichts!“ Martin Luther Kings Spiritualität als Grundlage seines Kampfes gegen Rassismus und Ungerechtigkeit, Gütersloh 2024 und gibt anhand von Dokumenten Einblicke in Kings protestantische Wurzeln und seine transatlantische Rezeption in der DDR.

https://leucorea.de/veranstaltungen/die-protestantischen-wurzeln-von-martin-luther-kings-kampf-gegen-rassismus-und-ungerechtigkeit/

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