Dr. Anna Magdalena Bredenbach

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Vertretung der Professur für Musik und ihre Didaktik (Fachgebiet Musik)

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Dr. Anna Magdalena Bredenbach

Vita

Anna Magdalena Bredenbach vertritt im Wintersemester 2026/27 die Professur für Musik und ihre Didaktik an der Universität Erfurt. Seit 2016 lehrt und forscht sie am dortigen Fachgebiet Musik.

Sie studierte Schulmusik (Hauptfach Viola), Musikwissenschaft, Germanistik und Rhetorik an der HMDK Stuttgart, der Universität Stuttgart und der Eberhard Karls Universität Tübingen. 2016 wurde sie mit einer Arbeit über die Musikgeschichtsschreibung der Jahrzehnte um 1900 aus narratologischer Perspektive promoviert. Von 2014 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der HMDK Stuttgart.

Seit 2022 arbeitet sie an ihrem Habilitationsprojekt „Josephine Lang (1815–1880). Räume musikkultureller Praxis“, in dem sie biographische Forschung mit einer raumbezogenen Analyse musikkultureller Praxis verbindet. Im Zentrum stehen die Liedkultur des 19. Jahrhunderts sowie die Frage, wie musikalisches Handeln durch Räume, soziale Beziehungen und Netzwerke geprägt wird. Teil des Projekts ist eine digitale Kartierung der musikkulturellen Praxis Josephine Langs in München (1827–1842). In diesem Zusammenhang verband sie 2025 eine DAAD-geförderte Vortragsreise mit einem vierwöchigen Forschungsaufenthalt an der University of Victoria in Kanada.

Weitere Schwerpunkte ihrer Forschung liegen in der Theorie und Methodik der Musikgeschichtsschreibung, der musikwissenschaftlichen Frauen- und Genderforschung sowie an der Schnittstelle von Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Dabei beschäftigt sie sich insbesondere mit der Vermittlung musikhistorischen Wissens, musikhistorischem Lernen und Wissenschaftskommunikation.

2023 leitete sie gemeinsam mit Christina Richter-Ibáñez das DFG-geförderte internationale Symposium „Netzwerk- und Beziehungsanalyse in der musikwissenschaftlichen Frauenforschung“ im Rahmen des Tübinger Musikfests „Komponistinnen“, dessen wissenschaftliche Leitung und Dramaturgie sie innehatte. Gemeinsam mit Maria Behrendt gründete sie 2025 die internationale Online-Vortragsreihe „Artsong and Gender in Dialogue“, die seit 2026 gemeinsam mit Maren Bagge fortgeführt wird.

Seit 2024 ist sie stellvertretende Sprecherin der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien der Gesellschaft für Musikforschung und seit 2026 Vorsitzende des Beirats der Josephine Lang Gesellschaft e. V. Sie ist außerdem Mitglied im Landesausschuss Musikalische Bildung des Landesmusikrats Thüringen, im Beirat des Jahrbuchs Musik und Gender (seit 2021), im Netzwerk für intersektionale musikalische Bildung (seit 2022), in der AG Wissenschaftskommunikation der Gesellschaft für Musikforschung (seit 2025) sowie im Postdoc-Netzwerk Musik und Gender.

Forschung

Arbeitsschwerpunkte

  • Musikgeschichtsschreibung und Narratologie
  • Liedkultur des 19. Jahrhunderts, insbesondere im Umfeld Josephine Langs (1815–1880)
  • Musikkulturelle Räume, Netzwerke und Praktiken
  • Musik und Gender
  • Musikwissenschaft und Musikpädagogik; musikhistorisches Lernen
  • Wissenschaftskommunikation und Musikvermittlung

Aktuelle und geplante Projekte

Josephine Lang (1815–1880). Räume musikkultureller Praxis

Das Habilitationsprojekt untersucht Leben und musikalisches Handeln der Liedkomponistin Josephine Lang aus einer raumsoziologischen und praxeologischen Perspektive. Im Zentrum stehen Orte, Akteur:innen, soziale Beziehungen und Praxisfelder der Liedkultur des 19. Jahrhunderts.

Ich denke dein. Lieder Josephine Caroline Langs

Wissenschaftlich-kritische Edition von 15 Liedern Josephine Caroline Langs, erarbeitet gemeinsam mit Sharon Krebs und Harald Krebs. Acht Lieder erscheinen erstmals im Druck. Das Manuskript ist eingereicht; die Ausgabe erscheint voraussichtlich 2027 bei Breitkopf & Härtel.

Josephine Lang in München. Eine digitale Kartierung kultureller Praxis (1827–1842)

Digitales Teilprojekt des Habilitationsprojekts zur Visualisierung und Analyse von Orten, Netzwerken und musikkulturellen Praktiken. Veröffentlichung als multimediale Präsentation auf MUGI – Musikvermittlung und Gender im Internet in Vorbereitung.

Artsong and Gender in Dialogue (AGiD)

Internationale Online-Vortragsreihe zu Kunstlied und Gender, gegründet 2025 gemeinsam mit Maria Behrendt; seit 2026 gemeinsam mit Maria Behrendt und Maren Bagge. Die zweite Season im Wintersemester 2026/27 steht unter dem Thema „Caring (for/about) Voices“. Programm und Aufzeichnungen sind auf der Projektwebsite verfügbar.

Vier Texte, viele Lieder: Mignon-Vertonungen im interdisziplinären Dialog

Tagung vom 24. bis 26. September 2027 im Stadtschloss Weimar, gemeinsam mit Maren Bagge und Nina Noeske (Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar) in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar. Im Zentrum stehen die vier Mignon-Lieder aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre und ihre Vertonungen von 1795 bis heute. Die Tagung verbindet musik- und literaturwissenschaftliche Perspektiven auf Liedgeschichte, Gender, kulturellen Transfer und Kanonisierung.

Public Musicology, Wissenschaftskommunikation und Gender (Jahrbuch Musik und Gender 20)

Gemeinsam mit Maren Bagge, Anna Ricke, Christine Fornoff-Petrowski und Nicole Strohmann gibt Anna Magdalena Bredenbach einen Band zu Public Musicology und Wissenschaftskommunikation aus genderkritischer Perspektive heraus. Im Zentrum steht die Frage, wie musikwissenschaftliches Wissen in unterschiedlichen Öffentlichkeiten produziert, vermittelt und ausgehandelt wird und welche Rolle Geschlecht, Sichtbarkeit und institutionelle Macht dabei spielen. Der Band verbindet theoretische Reflexion mit konkreten Praxisfeldern und Fallbeispielen.

Lehre

Anna Magdalena Bredenbach lehrt im B-Studiengang Musik sowie in den Master-of-Education-Studiengängen Grund-, Regel- und Förderschule. Ihre Lehrveranstaltungen umfassen historische Musikwissenschaft und Musiktheorie sowie künstlerisch-pädagogische und musikvermittelnde Projektformate. Sie koordiniert den Bereich „Musisch-rhythmische Grundbildung“, der als Lehrexport Teil des Master of Education Grundschule ist. Im Studium Fundamentale bietet sie Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Schreiben an.

Ein Schwerpunkt ihrer Lehre liegt auf der Verbindung von musikhistorischer Forschung, künstlerischer Praxis und Musikvermittlung. In projektorientierten Lehrformaten bereiten Studierende musikwissenschaftliche Inhalte für unterschiedliche Öffentlichkeiten auf. Sie betreut Bachelor- und Masterarbeiten insbesondere zu musikhistorischen Fragestellungen.

Ausgewählte Lehrprojekte

  • Sommersemester 2026: Seminar „Es war einmal … auf der Bühne. Märchenstoffe im Musiktheater“, begleitend zum Fachgebietsprojekt mit der Aufführung von Engelbert Humperdincks Dornröschen. Die Studierenden konzipierten und veröffentlichten musikvermittelnde Beiträge für Social Media.
  • Wintersemester 2025/26: Seminar „Die Lieder Clara und Robert Schumanns“ mit Erarbeitung von Konzertmoderationen und Programmhefttexten.
  • Sommersemester 2024: Seminar mit Exkursion an die Universität Göteborg im Rahmen des Projekts ELsA – Erfurter Lehramtsstudierende im Ausland.
  • Herbst 2023: Exkursion zum Tübinger Musikfest „Komponistinnen“, gefördert von der Mariann Steegmann Foundation.
  • Sommersemester 2023: Interdisziplinäres musikwissenschaftlich-musikpädagogisches Seminar „Komponistinnen in die Schulen! Seminar zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien“, gemeinsam mit Dorothea Eberlein.
  • Wintersemester 2022/23: Seminar „Auf dem Weg zum Komponistinnenfestival: Josephine Lang, Emilie Mayer, Luise Adolpha Le Beau, Ethel Smyth“, gemeinsam mit Christina Richter-Ibáñez und Studierenden der Universität Tübingen.

Musikvermittlung

Ausgewählte Musikvermittlungsprojekte

2026: Konzeption und Moderation eines Liederabends zu Frauenliebe und Leben, der die Vertonungen von Robert Schumann und Elizabeth Austin (1999) gegenüberstellte. Gemeinsames Projekt mit musizierenden Kolleginnen des Fachgebiets Musik.

2023: Dramaturgie und wissenschaftliche Leitung des Tübinger Musikfests „Komponistinnen“. Das zehntägige Festival widmete sich Josephine Lang, Emilie Mayer, Luise Adolpha Le Beau und Ethel Smyth und verband in über 50 Veranstaltungen Konzerte mit Vorträgen, Workshops, Mitmachformaten, einer Ausstellung und einer musikhistorischen Stadtführung.

Publikationen und Vorträge